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Forensische Psychiatrie des Jugendalters und der Adoleszenz
Oranienburger Str. 285
13437 Berlin

Therapie

Für die forensisch untergebrachten jungen Patienten stellt der Jugendmaßregelvollzug ein Umfeld sozialen Lernens dar, in dem alle Entwicklungsaufgaben der Jugend, Adoleszenz und des Heranwachsendenalters bewerkstelligt werden müssen.

Der Jugendmaßregelvollzug bietet mit seinen strukturierten und klaren Behandlungsstrategien gute Vorraussetzungen für eine effektive Täterbehandlung und damit einen effektiven Opferschutz.

Für viele Patienten ist der Jugendmaßregelvollzug eine echte Chance, zu Abwendung einer Karriere als "Drehtürpatient der Psychiatrie" oder vor einer „Haftsozialisation".

Diagnosen

  • Schizophrenien
  • Persönlichkeitsfehlentwicklungen und Persönlichkeitsstörungen (antisozial, schizoid, borderline, narzißtisch)
  • Verhaltensstörungen auf dem Boden früher Bindungsstörungen
  • Intelligenzminderung mit Verhaltensauffälligkeiten
  • Abhängigkeitserkrankungen
  • Verhaltens- und emotionale Störungen in der Jugend, kombiniert mit hyperkinetischen Störungen
  • Angststörungen und Depressionen

Therapiemöglichkeiten

  • Psychodynamisches Verständnis von Beziehung und Interaktion
  • Verhaltenstherapeutische Konzepte zur gezielten Modifikation von Verhalten
  • Antiaggressionstraining
  • Kriminaltherapie
  • Suchttherapie
  • Dialektisch-behaviorale Psychotherapie für Jugendforensik (DBT-JF)
  • Soziales Kompetenztraining
  • Psychodynamisch konfliktorientierte Psychotherapie (TFP)
  • Gruppenpsychotherapie ( deliktspezifisch/unspezifisch)
  • Pädagogische Gruppen
  • Bezugsbetreuung
  • Milieutherapie
  • Familienberatung und Familientherapie
  • Beschäftigungstherapie
  • Kunst- und Musiktherapie
  • Verselbständigungstraining im Kontext von Leben / Arbeiten und Sozialem
  • Pharmakotherapie
  • Besondere Kreativangebote, wie Pantomime, Theater und Kunst (Malen) mit "echten" Künstlern

Therapeutisches Konzept

Das jugendpsychiatrische und therapeutische Verständnis der zu behandelnden Störungsbilder im Jugendmaßregelvollzug integriert den verhaltenstherapeutischen, den tiefenpsychologischen, den entwicklungsdynamischen und den systemischen Behandlungsansatz.

Die allgemeinen Behandlungsziele entsprechen denen der Jugendpsychiatrie, sie sind hinsichtlich der Delinquenzprävention gewichtet. Sie zielen auf die Entwicklung der Beziehungsfähigkeit ab, sowie auf die Differenzierung des Selbst- und Fremdbildes. Es werden sozialadäquate Konfliktlösungsstrategien erarbeitet und Fehlentwicklungen im Bereich von Drogen, Aggressivität und Sexualität abgewendet. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt und die Identitätsentwicklung gefördert, wodurch sowohl eine größere Frustrationstoleranz mit der Entwicklung reifer Abwehrmechanismen als auch die Fähigkeit zum Triebaufschub erarbeitet werden.

Wesentlich sind die Veränderung dysfunktionaler und dissozialer Denk- und Handlungsmuster. Eine Psychopharmakotherapie kann die Behandlung unterstützen.

Vier Behandlungsphasen

  • Aufnahme- und Diagnostikphase
  • Behandlungs- und Therapiephase
  • Verselbständigungsphase
  • Entlassungsvorbereitung

In der Aufnahme- und Diagnostikphase erfolgen die Sicherung, das Kennenlernen und die Diagnostik. Dieser Phase folgt die Phase der Entwicklung, Reifung und Therapie inklusive der Auseinandersetzung und Bearbeitung der Straftaten. Eine zunehmende Verselbständigung kann in der anschließenden Phase bei positiver Legal- und Sozialprognose erfolgen (Realfelderprobung) Abschließend ist die Entlassungsvorbereitung nach erfolgreicher Behandlung und positivem Lockerungsverlauf möglich.

Die Gesamtbehandlungsdauer beträgt durchschnittlich zwei bis drei Jahre.

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