Gefäßerkrankungen - Angiologie und Gefäßchirurgie

Arterienverkalkung

Treten Störungen in der Durchblutung auf, ist das meist eine Folge einer fortschreitenden Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Fette und Kalk lagern sich in der Gefäßwand ein, innerhalb eines schleichenden Prozesses wird das Gefäß allmählich verschlossen. Blutgerinnsel, die an derartigen Verkalkungen entstehen, können einen plötzlichen Gefäßverschluss hervorrufen. Schlaganfall und Herzinfarkt sind die bekanntesten Folgen einer Durchblutungsstörung, denn Herz und Gehirn benötigen besonders viel Sauerstoff.

Diabetischer Fuß

Als Folgeerkrankung des Diabetes, bei dem durch Insulinmangel der Stoffwechsel gestört und der Körper nicht optimal mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird, werden Blutgefäße und oberflächliche Nerven an den Beinen und Füßen geschädigt. Schmerzen nimmt der Betroffene aufgrund der geschädigten Nerven meist nicht mehr wahr, kleine Verletzungen werden nicht mehr gefühlt, so entstehen schnell Entzündungen. Durch die Schädigung der Blutgefäße heilen die Wunden nur schlecht. Sind die Blutgefäße verengt, werden Bein und Fuß nicht ausreichend durchblutet, das Gewebe ungenügend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Beschwerden beim Gehen sowie im Ruhezustand treten auf, im Ernstfall droht das Absterben des Gewebes, auch Amputation des Fußes oder des Beines.

Krampfadern

Die Varize (Krampfader) ist eine erweiterte, in ihrer Funktion gestörte Vene, die sich als krumme geschlängelte Ader bemerkbar macht. Ursächlich ist eine ererbte Bindegewebsschwäche, bei der die Venenwand und -klappen geschwächt sind, wodurch der Rückfluss des Blutes in die oberflächlichen und tiefen Beinvenen gestört ist. Übergewicht, langes Stehen, Schwangerschaft und Bewegungsarmut begünstigen dieses Leiden, das geschätzt jeden zweiten Europäer im Alter zwischen 25 und 74 Jahren betrifft. Neben der unschönen Optik bewirkt es Beinschwellungen, Muskelkrämpfe und kann im schlimmsten Fall zu einem sogenannten "offenen Bein" führen.

Schaufensterkrankheit

Medizinisch: periphere arterielle Verschluss- Krankheit (pAVK). Zu 95 Prozent auch eine Folgekrankheit der Arterienverkalkung. Es kommt zu Engstellen in den Arterien, anschließenden Durchblutungsstörungen in den Beinen. Die Folge: Schmerzen beim Gehen, die Betroffenen müssen häufig stehenbleiben (daher: "Schaufensterkrankheit"). Geschätzt leiden 20 Prozent aller 65 Jährigen, insgesamt 4,5 Millionen Menschen in Deutschland, an einer Verkalkung der Beinarterien, Männer häufiger als Frauen. Konsequenzen können sein: weitere Verengungen der Gefäße im Körper, erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sowie kompletter Verschluss der Beinarterien mit Folge eines Beininfarktes. Da viele Betroffene Raucher sind, spricht man vom "Raucherbein".