Unsere Klinik und unsere Philosophie

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Humboldt Klinikum ist vor 10 Jahren aus der Karl-Bonhoeffer Nervenklinik hervorgegangen. Heute ist sie eine moderne Klinik, die in ein Allgemeinkrankenhaus integriert ist und eine große Berliner Region versorgt.

Die Praxis unserer klinischen Psychiatrie leitet sich aus einem Verständnis der somatischen Medizin, der Neurobiologie und –psychologie, ebenso aus der klinischen Psychopathologie, der modernen Psychologie/Psychotherapie und aus humanistischen Traditionen ab.

Unsere Klinik wird im kooperativen Miteinander in der Rettungsstelle und in allen Bereichen des Klinikums häufig zu Rate gezogen, weil wir in der Konsiliar- und Liaisonpsychiatrie, in der Psychosomatik, Gerontopsychiatrie/Geriatrie, Palliativmedizin, Sucht- und Schmerzmedizin medizinische Querschnittsdisziplinen sehen. Wir kooperieren eng mit anderen Krankenhäusern, Rehakliniken, niedergelassenen Ärzten aller Fachgebiete, Psychotherapeuten, komplementären Einrichtungen der Gemeindepsychiatrie, mit Ausbildungsinstituten und Universitäten. 

Den Weg der Psychiatrie sehen wir - ähnlich wie den anderer großer medizinischer Disziplinen - mit einem notwendigen generalistischen Fundament und einem deutlichen Bestreben zur Spezialisierung in der allgemeinen Psychiatrie, in der Gerontopsychiatrie, der Suchtmedizin und in der Psychosomatik.

Das findet in der Organisationsstruktur unseres Hauses mit seinen störungsspezifischen Behandlungsbereichen für Krisenintervention und Notfallpsychiatrie, affektiven Störungen, Suchtmedizin, psychotischen Störungen, stressassoziierten und psychosomatischen Erkrankungen, Demenzen und anderen neuropsychiatrischen Krankheitsbildern ebenso seinen Ausdruck wie in der in allen Einheiten umgesetzten Personalstruktur mit Ärztinnen und Psychologen, anderen Therapeutinnen und Sozialarbeitern.

Besonderheiten unserer Klinik sind das Zentrum für Affektive Störungen und das Zentrum für Seelische Frauengesundheit.

In unseren bettenführenden, tagesklinischen und ambulanten Behandlungsbereichen haben wir speziell geschulte Teams etabliert.

Beispiel dafür sind unsere Tageskliniken für depressive Störungen, für Angsterkrankungen, für bipolare Erkrankungen und neuerdings auch für psychosomatische Krankheitsbilder.

Aber auch unsere Institutsambulanz ist spezifiziert, so dass wir für die jeweiligen Krankheitsbilder eine intensive und individualisierte Therapie vorhalten können.

Die Zahl der in unserer Klinik tätigen Ärzte und Psychologinnen/Psychotherapeuten ist fast gleich groß.

In der Diagnostik setzen wir auf solide klinische Psychopathologie und Psychologie, auf Kriterien und psychopathometrische Standards, Neuropsychologie, Bildgebung, Elektrophysiologie und klinische Chemie.

Wir sehen die Qualität unserer Therapie in ihrer wissenschaftlichen Ausrichtung und in einem qualitätsbewussten pharmakotherapeutischen Minimalismus.

Wir lassen keine Widersprüche zu den Psychotherapien aufkommen, deren Stellenwert stetig wächst, weil wir in den Psychotherapien unseren Anspruch mit dem wir als Ärzte und Psychologinnen in der Psychiatrie angetreten sind, am besten verwirklicht sehen.

Die Verweildauern unserer Patienten/Innen in den bettenführenden Bereichen der Klinik können kurz sein, weil wir poststationäre Behandlungen, tagesklinische Anschlussbehandlungen, nahtlose, auf festen Kooperationen basierende Übergänge in die Rehabilitation und in ambulante Strukturen organisiert haben und umsetzen.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die psychiatrische Versorgung von der Ambulanz her zu denken. Schon jetzt behandeln wir mehr als 8000 Patienten/Innen ambulant und teilstationär, weil wir möchten, dass die Patienten/Innen möglichst lange in ihrem häuslichen Umfeld bleiben können.

Die allermeisten unserer Klinikbetten stehen auf Stationen, die an keinem einzigen Tag des Jahres zugeschlossen sind.

In unseren Kriseninterventionsbereich, der 10 Betten umfasst, werden psychiatrisch schwerstkranke Patienten/Innen/Innen behandelt, deswegen muss diese Station geschützt sein. Auch auf unserer Station für demenzkranke Patienten/Innen/Innen, müssen wir durch die geschlossene Tür Sicherheit für die schlecht orientierten älteren Menschen, die sich schnell verlaufen und durch ihre Erkrankung vielfältig gefährdet sind, einen besonderen Schutz etablieren.

Gegenwärtig sind in der klinischen Medizin die Ressourcen knapp und die Arbeitsdichte ist hoch, das ist auch in unserer Klinik nicht anders.  Die meisten von uns stellen an jedem Arbeitstag Dinge fest, die besser laufen müssten. Deshalb begleiten Maßnahmen und Projekte der Qualitätssicherung unsere Arbeit stetig.

In unserem klinischen Alltag sind uns flache Hierarchien wichtig. Wir versuchen für uns optimale Unterstützungsprozesse im administrativen Bereich zu organisieren, um ein Maximum unserer Zeit für klinische Arbeit zur Verfügung zu haben.