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Muttermundverschluss

Muttermundverschluss-Operation (FTMV) in der Schwangerschaft

Eine Hilfe bei drohender später Fehlgeburt oder früher Frühgeburt

Muttermundverschluss-Operation (FTMV), was ist das und für wen ist das eine Hilfe?

In der Geburtsklinik des Vivantes Klinikums Neukölln wird die Operation des Muttermundverschlusses seit vielen Jahren angeboten. Diese Operationstechnik wurde von Professor Saling, dem damaligen Chefarzt der Klinik, vor nun inzwischen über 50 Jahren (1960) entwickelt. Er machte die Entdeckung, dass durch diese Operation verhindert werden kann, dass eine Schwangere ihr Baby bei einer späten Fehlgeburt (nach 16 Schwangerschaftswochen) verliert oder eine extreme Frühgeburt (vor 27 Schwangerschaftswochen) erleidet. Seit den ersten Operationen von Herrn Professor Saling ist diese Operation an der Geburtsklinik des Vivantes Klinikum Neukölln bei ca. 1.700 Patientinnen durchgeführt worden.

Der Nachfolger von Herrn Professor Saling, Herr Professor Vetter, und seine leitende Oberärztin Frau Dr. Ramsauer haben diese Operationsmethode noch etwas weiterentwickelt. Es wird inzwischen der Gebärmutterhals vernäht, trotzdem hat sich weiterhin der Begriff "Muttermundverschluss" gehalten.

In der Klinik wurde in den letzten 20 Jahren bei über 1.000 Schwangeren eine solche Gebärmutterhalsoperation durchgeführt. Zurzeit sind es etwa 140 Operationen pro Jahr mit steigender  Tendenz. Vielen Schwangeren kann mit diesem Eingriff in einer schwierigen Situation geholfen werden.

Für wen ist denn diese Operation gedacht?

Es gibt drei große Gruppen von Patientinnen, für die eine solche Operation eine Hilfe darstellt.

Die meisten Schwangeren, die eine solche Operation erhalten, hatten schon eine späte Fehlgeburt, aber in dieser Schwangerschaft ist noch alles normal. Das bedeutet, dass sie in ihrer vorherigen Schwangerschaft ihr Baby nach 16 Schwangerschaftswochen verloren hat. Dabei hat sich meist der Muttermund  verfrüht eröffnet, die Fruchtblase ist geplatzt oder es sind zu früh Wehen aufgetreten. Hier liegt die Ursache häufig an einer Infektion im Bereich der Scheide oder dem Gebärmutterhals.

In einer zweiten Gruppe finden sich Frauen, die schon viele Ausschabungen hatten, oder bei denen eine Konisation (Kegelschnitt am Muttermund) durchgeführt wurde, oder die eine bekannte schwere Bindegewebsschwäche haben. Auch diese Frauen profitieren von einer solchen Operation, denn oft kann die Muskelkraft des Gebärmutterhalses den Muttermund nicht bis zum Ende der Schwangerschaft verschlossen halten.

Neben diesen beiden Gruppen wird die Operation auch dann noch durchgeführt, wenn eine deutliche Verkürzung des Gebärmutterhalses vorliegt oder der Muttermund sich bereits geöffnet hat. Bei der Operation wird kein Gewebe weggeschnitten, somit kann die Operation mehrmals durchgeführt werden. Da diese Schwäche am Gebärmutterhals nicht zu heilen ist, muss bei jeder weiteren Schwangerschaft erneut diese Operation vorgenommen werden.

Was ist der Unterschied zu einer Cerclage oder einem Pessar?

Dies sind auch zwei Methoden, mit denen man versucht, eine Fehlgeburt oder Frühgeburt zu verhindern. Der Hauptunterschied liegt darin, dass bei diesen beiden Methoden der Gebärmutterhals nicht total verschlossen ist und weiterhin Bakterien in die Gebärmutter eindringen können.

Durch diese Bakterien können Wehen entstehen oder ein Blasensprung ausgelöst werden. Dies führt dann zu dem erneuten Verlust der Schwangerschaft. Da man inzwischen weiß, dass Frauen, die eine späte Fehlgeburt hatten oder eine extreme Frühgeburt, häufiger Infektionen haben, sollte dies auf jeden Fall verhindert werden.

Wie häufig kommt es denn dann doch zu einer Fehlgeburt oder frühen Frühgeburt?

Betrachten wir alle unsere Operationen, die seit den über 50 Jahren durchgeführt wurden, dann haben über 90 % der Schwangeren nach der Operation ihr Baby nach 34 Schwangerschaftswochen geboren. Es muss unterschieden werden, ob diese Operation durchgeführt wurde, weil die Patientin schon mal eine Fehlgeburt oder Frühgeburt hatte, aber bei dieser Schwangerschaft noch alles normal ist, oder ob sich bereits wieder oder zum ersten Mal der Gebärmutterhals stark verkürzt hat oder sogar der Muttermund geöffnet ist. Bei den Schwangeren, bei denen noch alles normal ist, sind die Erfolge nach der Operation noch besser, sie bekommen in über 90 % ihr Baby am errechneten Geburtstermin.

Muss der Muttermundverschluss vor der Geburt geöffnet werden oder ist ein Kaiserschnitt notwendig?

Nein. Wir haben bis vor ca. 7 Jahren noch den Gebärmuttermund vor der Geburt geöffnet. Dann haben wir festgestellt, dass durch die Wehen bei der Geburt, dies fast immer von alleine passiert. Ein Kaiserschnitt ist aufgrund dieser Operation nicht notwendig.

Wie läuft  eine Muttermundverschluss-Operation genau ab?

Liegt eine Situation vor, bei der eine solche Operation notwendig erscheint, dann sollte sich die Schwangere in der Klinik für Geburtsmedizin des Vivantes Klinikums Neukölln melden. Ein guter Zeitpunkt dafür ist, wenn die Schwangerschaft festgestellt wurde. Dann bleibt genug Zeit für eine Beratung. Auch zur Beratung vor einer geplanten Schwangerschaft können sie sich bei uns vorstellen. Bei 10 Schwangerschaftswochen führen wir Voruntersuchungen durch, bei 12 - 13 Schwangerschaftswochen wird die Operation vorgenommen. Die Schwangere ist für einen Tag im Krankenhaus. Nach der Entlassung sind keine Einschränkungen zu beachten. Also keine Bettruhe, sie kann ihrer Beschäftigung nachgehen, Sport machen, verreisen und alles tun, was in der Schwangerschaft "Spaß" macht. Alle vier Wochen sollte kontrolliert werden, dass keine Infektion vorliegt und unter Umständen ist eine spezielle Antibiotikatherapie notwendig, die dem Baby aber nicht schadet.
Selbstverständlich ist dieser Eingriff auch bei Patientinnen möglich,  die nicht in Berlin wohnen. Die Krankenkassen übernehmen auch dann die Kosten vollständig.

Kontakt

Für Fragen und Beratung oder Planung einer solchen Operation wenden sie sich an das Sekretariat der Klinik für Geburtsmedizin. Wir informieren Sie gern.

Tel. (030) 130 14 8486

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