Behandelt werden altersübergreifend sämtliche Erkrankungen des Gehirns und Rückenmarks, der Nerven und Muskeln, der versorgenden Gefäße und umgebenden Hirn- und Rückenmarkshäute, der Schädelbasis und der Wirbelsäule in allen Altersgruppen. Dabei gelten folgende Schwerpunkte des Neurozentrums.
Schlaganfall
Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Durchblutungsstörungen. Allein in Deutschland gibt es pro Jahr über 200.000 Fälle. Etwa jeder 3. Betroffene bleibt nach dem Schlaganfall dauerhaft behindert.
Strukturen und Leistungsspektrum
- zertifizierte Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) mit 8 Monitorplätzen
- speziell ausgebildetes, multiprofessionelles Behandlungsteam
- modernste Schnittbildgebung und Gefäßdarstellung
- multimodale extra- und intrakranielle Ultraschalldiagnostik
- interdisziplinäre Gefäßkonferenz
- operative und interventionelle Revaskularisationen an extrakraniellen und intrakraniellen Hirn versorgenden Gefäßen
Primärer Ansprechpartner
Klinik für Neurologie mit Stroke Unit
Neurovaskuläre Malformationen
Fehlbildungen von Gefäßstrukturen des Gehirns oder Rückenmarks (z.B. Aneurysma, AVM / AVF, Cavernom) beinhalten unterschiedlich ausgeprägte Risiken einer Hirnblutung (z.B. Subarachnoidalblutung), von Durchblutungsstörungen des Gehirns / Rückenmarks (AV-Fistel) oder Krampfanfällen.
Strukturen und Leistungsspektrum
- interdisziplinäre neurovaskuläre Spezialsprechstunde
- tägliche interdisziplinäre neurochirurgisch-neuroradiologische Konferenz
- seziell ausgebildetes interdisziplinäres Behandlungsteam
- modernste Schnittbild- und Angiographie-Technologie
- 24h/7Tage Diagnostik und Versorgung (endovaskulär / mikroneurochirurgisch)
- modernste endovaskuläre Technologie (Coiling inkl. Ballon-remodelling; Stent inkl. Flow remodelling / flow repair)
- modernste mikrochirurgische Technologie (inkl. Intraoperative Fluoreszenz-Angiographie) mit intraoperativem Neuromonitoring
- Radiotherapie inkl. Radiochirurgie und fraktionierter Stereotaxie
- kordiniertes Nachsorgekonzept
- Spezialbereich: mikrochirurgische Behandlung (Jannetta-OP) vaskulärer Kompressionssyndrome des Hirnstammes/der Hirnnerven (z.B. Trigeminusneuralgie, Facialis-Tic).
Primärer Ansprechpartner
Klinik für Neurochirurgie
Neuroonkologie
Jährlich erkranken ca. 8.000 Menschen in Deutschland neu an Tumoren des Gehirns, des Rückenmarks, der Schädelbasis oder der Hirnhäute. Behandelt werden sowohl Primärtumoren als auch bösartige Absiedlungen an Gehirn, Rückenmark und den angrenzenden Geweben sowie der Hypophyse.
Strukturen und Leistungsspektrum
- wöchentliche interdisziplinäre Neuroonkologische Konferenz (Tumorzentrum Süd)
- multimodale Bildgebung inkl. Stoffwechselmessungen (PET, SPECT)
- mikrochirurgische, endoskopische und bildgestützte Operationstechniken
- intraoperatives Neuromonitoring; Navigationstechniken
- Radiotherapie inkl. Radiochirurgie und fraktionierter Stereotaxie
- konventionelle und innovative Chemotherapie
- koordiniertes Nachsorgekonzept
Primärer Ansprechpartner
Klinik für Neurochirurgie
Epilepsien
Etwa 500.000 Menschen aller Altersklassen leiden in Deutschland an einer behandlungsbedürftigen Epilepsie. Nicht selten verbirgt sich hinter den epileptischen Anfällen eine noch unerkannte Gehirnkrankheit, die eine gezielte Behandlung erfordert.
Strukturen und Leistungsspektrum
- Behandlung von Kindern und Erwachsenen
- digitale EEG-Diagnostik inkl. Schlaf-EEG und Langzeitmonitoring
- hochauflösende zerebrale Schnittbildgebung
- psychosoziale Beratung bzgl. Schule, Ausbildung und Arbeitsplatz, Fahrtauglichkeit und Alltagsaktivitäten
- mikrochirurgische Therapie läsionsbedingter Epilepsieformen
- Vagus-Nerv-Stimulation bei pharmakoresistenter Epilepsie
- Durchführung der ketogenen Diät im Kindes- und Jugendalter
Primärer Ansprechpartner
Klinik für Neurologie mit Stroke Unit
Neurodegenerative Erkrankungen
Dieser Krankheitsgruppe liegt ein fortschreitender Nervenzelluntergang zu Grunde, der zu Störungen der Bewegungsfähigkeit und der intellektuellen Leistungsfähigkeit führt. Zu den häufigsten neurodegenerativen Krankheiten zählen der Morbus Parkinson und der Morbus Alzheimer.
Strukturen und Leistungsspektrum
- Diagnostik bei intellektuellem Abbau im Kindes- und Erwachsenenalter inkl. Liquoruntersuchungen
- Funktionsdiagnostik des zentralen und peripheren Nervensystems inkl. gezielter Stoffwechselmessungen (SPECT, PET)
- gezielte neuropsychologische Testungen
- sozialmedizinische Beratung
Primärer Ansprechpartner
Klinik für Neurologie mit Stroke Unit
Multiple Sklerose und andere Entzündungen des Nervensystems
Entzündungen können sowohl das zentrale Nervensystem betreffen als auch Nervenwurzeln, periphere Nerven und Muskeln isoliert oder kombiniert erfassen. Ursache sind entweder Infektionen (viral, bakteriell) oder sog. autoimmun-vermittelte Entzündungen. Die häufigste auto-immun vermittelte Entzündung des Nervensystems stellt die Multiple Sklerose dar, die häufigste Erreger-bedingte Entzündung ist die Hirnhautentzündung (Meningitis).
Strukturen und Leistungsspektrum
- Differenzierte Blut- und Liquoruntersuchungen
- multimodale Schnittbildgebung des Nervensystems
- neurophysiologische und neuropsychologische Diagnostik
- weiterführende rheumatologisch-immunologische Diagnostik
- immunmodulatorische Therapie bis hin zur Chemotherapie und Plasmapherese
Primärer Ansprechpartner
Klinik für Neurologie mit Stroke Unit
Neurotraumatologie
Etwa 30.000 Einwohner erleiden in Deutschland jedes Jahr ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, jeder vierte Verletzte stirbt an den direkten Folgen. Im Kindesalter ist diese Verletzung die häufigste Todesursache.
Strukturen und Leistungsspektrum
- intensivstationäre Behandlung auf einer modernen Erwachsenen-Intensivstation bzw. PICU (kindliches Neurotrauma)
- operative, ggf. interdisziplinäre Akut-Versorgung von Verletzungen des Gehirns, des Schädels, der Schädelbasis und der Wirbelsäule / des Rückenmarks
- multimodales Neuromonitoring
- Leitlinien-basierte Therapie (inkl. Barbiturat-Koma)
- rekonstruktiv-ästhetische Eingriffe nach Verletzungen des Schädels
- koordiniertes Frührehabilitationskonzept
Primärer Ansprechpartner
Klinik für Neurochirurgie
Neuropädiatrische Fragestellungen
Das breite Altersspektrum vom Neugeborenen- bis zum Jugendalter kann eine Vielzahl reifungsabhängiger neurologischer Erkrankungen mit sich bringen. Die differenzierte Diagnostik und Behandlung bedarf eines umfassenden stationären und ambulanten Konzeptes, das wir im Verbund des Neurozentrums, der Kinderklinik, unserer kinderneurologischen Tagesklinik und dem Sozialpädiatrischen Zentrum anbieten
Strukturen und Leistungsspektrum
- Entwicklungsstörungen nach Früh- oder Risikogeburt
- Abklärung unklarer Entwicklungsstörungen, u.a. bei genetischen Syndromen
- neurodegenerative Erkrankungen
- entzündliche Hirnerkrankungen
- Bewegungsstörungen
- Epilepsien
- Intelligenzminderung, Geistige Behinderung
- neurologische Folgeprobleme bei chronischen Krankheiten und Behinderungen
- Hydrocephalusversorgung (in Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie)
- Störungen der Sprachentwicklung und des Schluckens
- Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen
- Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts-Syndrom
- Tic-Störungen
Primärer Ansprechpartner
Zentrum für Sozialpädiatrie und Neuropädiatrie (DBZ)
Neurokutane Erkrankungen
Neurokutane Erkrankungen stellen genetisch bedingte Fehlbildungen und Fehlentwicklungen dar, die v.a. das zentrale Nervensystem, die Haut, die Nieren, das Herz und den Sehapparat betreffen. Zu den häufigsten Krankheiten zählen die Neurofibromatose und die Tuberöse Sklerose.
Strukturen und Leistungsspektrum
- Behandlung von Kindern und Erwachsenen
- überregionale Vernetzung für alle Fragen zu Diagnostik Behandlung und Versorgung
- durch die Tuberöse Sklerose Gesellschaft Deutschland (TSD) zertifiziertes Tuberöses Sklerose-Zentrum Berlin in Kooperation mit der Charité und dem DRK-Klinikum Westend
Primärer Ansprechpartner
Diagnose- und Behandlungszentrum für Kinder und Jugendliche (DBZ)
Neuromedizinische Intensivtherapie
Am gesamten Klinikum stehen mehr als 60 Überwachungs- und Behandlungsbetten mit modernen Monitoringsystemen für schwere neurochirurgische und neurologische Krankheiten im Kindes- und Erwachsenenalter zu Verfügung. Zu den häufigsten Krankheiten zählen:
- ausgedehnte Hirninfarkte und Hirnblutungen
- Subarachnoidalblutung
- traumatische Hirn- und Rückenmarkverletzungen
- schwere, bakterielle Gehirn- und Hirnhautentzündungen
- schwere Lähmungssyndrome mit Atmungsversagen
- epileptische Anfallsserien
- Vergiftungen
- unklare Komazustände