Alkohol: Sucht oder Genuss Zurück zur Übersicht


Tipp: Genuss statt Sucht

Sucht kann man auch als Genussstörung verstehen. Der Süchtige hat die Fähigkeit verloren zu genießen. Genuss ist immer dosiert, aber auch von Vielfältigkeit getragen. Bei einer Sucht hingegen fokussiert sich alles auf das Suchtmittel: Es geht um schnelle Befriedigung, die aber zunehmend weniger nachhaltig wirkt. Die Grenze zur Sucht wird überschritten, wenn man das Suchtmittel, zum Beispiel Alkohol, braucht, um sich wohlzufühlen.

Was ist charakteristisch für eine Sucht?

Es ist der Wechsel von Spannung und Entspannung im Leben, der für anhaltende Befriedigung und damit für Lebensqualität sorgt. Satt kann nur werden, wer vorher Hunger hatte. Das Tückische an Suchtmitteln ist, dass sie die Spannung auflösen, die man eigentlich für die Entspannung aufbauen müsste. Das Leben verliert an Vielfalt und wird monoton. Das kann sich in vielen Bereichen bemerkbar machen: bei der Ernährung, der Auswahl der Kleidung oder der Pflege von Freundschaften. Essen muss nur noch satt machen, Kleidung nur noch wärmen, und menschliche Kontakte dienen einem Zweck oder reißen ab.

Wo entsteht Sucht?

Suchtkranke Menschen entstammen nicht nur dem „Rand der Gesellschaft“, sondern sind integriert in Familie, Freundeskreis und Arbeit. Trotz hohem Einsatz und vielen Überstunden können die Arbeitsbedingungen dazu führen, dass man mit der Bilanz seiner Tätigkeit unzufrieden bleibt. Die Frustration hierüber führt dazu, dass man sich Ersatzbefriedigungen schafft: Man funktioniert die ganze Woche über und sucht auf Partys, in der Kneipe oder auch allein die Belohnung für seine Arbeit im Alkohol.

Genusstraining gegen Sucht

Für die Heilung einer Suchtkrankheit gibt es noch keine Medikamente. Daher muss ganzheitlich-therapeutische Arbeit geleistet werden: Die Aufgabe der Therapeuten ist es, zu vermitteln, was abseits des Suchtmittels noch Spaß machen kann: Tanzen, Essen oder auch Sex. Aber auch die schlichte Fähigkeit, seinen Alltag und sein Umfeld zu gestalten, muss neu erlernt werden.

Nicht Enthaltsamkeit, sondern Genuss!

An erster Stelle steht aber die Neugestaltung von suchtfreien Beziehungen zu anderen Menschen. Deshalb haben die vielfältigen Selbsthilfegruppen einen unersetzbaren und unschätzbaren Wert. Glücklich, wer familiäre Beziehungen wieder aufleben lassen kann und neue Freunde findet!


Ansprechpartner

Entwöhnungstherapie – Hartmut-Spittler-Fachklinik
am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum
Rubensstraße 125, 12157 Berlin

Beratung und Kontakt
Tel. (030) 130 20 8600
entwoehnung@vivantes.de


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