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Krankenhaushygiene

Fragen und Antworten mit Dr. Klaus-Dieter Zastrow, Chefarzt und Leiter des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Vivantes Kliniken

Infektionen gehören als Risiko zum Krankenhausalltag. Prof. Dr. Klaus-Dieter Zastrow erklärt, wie man richtig mit den Gefahren umgeht und was die Aufgaben und Tätigkeitsbereiche des Instituts für Hygiene und  Umweltmedizin sind.

Prof. Dr. Zastrow, in letzter Zeit gab es viele Negativschlagzeilen im Bereich Krankenhaushygiene.  Müssen Patienten sich Sorgen machen?

Sorgen im Sinne von, dass sie in deutschen Krankenhäusern nur Katastrophen erwarten, sind sicherlich  unangebracht. Zum Wohl der Patienten gibt es schließlich Gesetze wie die Landeshygieneverordnungen. Fachabteilungen für Hygiene, wie die unsere, sorgen dafür, dass diese Vorgaben umgesetzt und kontinuierlich  verbessert werden. Trotzdem würde ich jedem Patienten empfehlen, kritisch zu sein und vor dem  Krankenhausaufenthalt auf den Internetseiten der Klinik nachzuschauen, was sie über Hygiene schreibt und ob es eine Hygieneabteilung gibt. 

An welchen Hygienestandards orientiert sich Vivantes?

Wir arbeiten streng nach den Hygieneempfehlungen des Robert Koch-Instituts. Das sind die anspruchsvollsten Richtlinien, die weltweit zu finden sind. Vivantes setzt sie eins zu eins um.

Was gehört zu den Aufgaben Ihres Instituts?

Wir verfassen den Hygieneplan. Er beinhaltet Standardarbeitsanweisungen für das Personal und  beschreiben zum Beispiel, wie man einen Verband aus hygienischer Sicht richtig wechselt. Mehr Informationen dazu, siehe unten: Verbandswechsel. Die Pläne werden aktualisiert, sobald es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt. Zu unseren Aufgaben gehört außerdem, die Umsetzung der Regeln zu kontrollieren. Damit möchten wir vermeiden, dass sich chronische Fehler einschleichen.

Wie sehen die Kontrollen aus?

Das Team des Hygieneinstituts ist täglich auf den Stationen unterwegs um infektionsrelevante Tätigkeiten zu beobachten und zu analysieren, wie z.B. Verbandwechsel und Versorgung von Venenkathetern. Falls Korrekturen notwendig sind, werden diese anschließend mit Ärzten und Pflegepersonal besprochen. Darüber hinaus werden regelmäßig Schulungen durchgeführt.

Wie groß ist das Team des Hygieneinstituts?

Das Team besteht aus zwei Fachärzten, vier Assistenzärzten und 20 Hygienefachkräften.

Gehört auch die Auswahl von Materialien zu Ihren Aufgaben?

Ja. Wir überprüfen, ob Produkte nach den Vivantes-Hygienekriterien einsetzbar sind. Dazu muss man sie unter anderem richtig reinigen und desinfizieren können. Wir suchen auch Materialien nach Gesichtspunkten der Hygiene aus. Ein Beispiel: Für Urinkatheter kann man unterschiedliche Materialien verwenden. Wir haben empfohlen, mit Silikon- statt Latexkathetern zu arbeiten, denn die Infektionsgefahr bei Silikon ist signifikant geringer. Mehr Informationen dazu, siehe unten: transurethraler Blasenkatheter.

Was sind typische Gefahren, die durch mangelnde Hygiene in einem Krankenhaus entstehen können?

Das ist vor allem die Infektionsgefahr. Für operierte Patienten zählt dazu die postoperative Wundinfektion. Vorsichtig muss man auch sein, wenn man Katheter legt oder intubiert. Denn wenn man Schläuche oder andere Geräte in den Körper einführt, besteht immer die Möglichkeit, dass Bakterien in den Organismus geraten. Hier ist erhöhte Aufmerksamkeit gefordert.

Welche Rolle spielen Viren und Bakterien bei Krankenhausinfektionen?

Krankenhausinfektionen sind überwiegend bakterielle Infektionen. Viren spielen ganz selten eine Rolle, eine Ausnahme ist vielleicht der Norovirus. Bakterielle Infektionen lassen sich mit Antibiotika behandeln. Die helfen bei einer Viruserkrankung leider nicht, da muss sich der Körper selbst heilen. 

Aber: Die Desinfektionsmittel, die wir verwenden, wirken hervorragend gegen Bakterien und Viren. Mehr Informationen dazu, siehe unten: Flächendesinfektion.

Auszüge Vivantes Hygieneplan

Verbandwechsel

transurethraler Blasenkatheter

Flächendesinfektion