Kontakt

Vivantes
Netzwerk für Gesundheit GmbH
Aroser Allee 72-76
13407 Berlin
(030) 130 10

Aktuelle Meldungen

Zurück zur Übersicht

01.03.2017

Schweres Übergewicht und Blutzuckerkrankung erhöhen Leberkrebsrisiko – Interdisziplinäres Symposium in Berlin

Leberkrebs entsteht immer häufiger als Folge von schwerem Übergewicht und Blutzuckerkrankheit. Denn bei der Tumorentstehung spielt die nicht-alkoholische Fettleberentzündung (NASH) eine wichtige Rolle. Prävention und Früherkennung können helfen.

Darauf machen Experten von Vivantes, der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Allianz gegen Leberkrebs (GALC) auf dem 6. Interdisziplinären Symposium „Primäre Leberkarzinome – auf dem Boden der NASH“ am 4. März 2017 in Berlin aufmerksam.

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist eine Volkserkrankung. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken pro Jahr etwa 9.500 Menschen in Deutschland an Leberkrebs. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Sowohl die NASH-bedingte Schrumpfleber (Leberzirrhose) als auch der Leberkrebs als Folge einer Fettleberentzündung (NASH) sind immer öfter  Indikationen für eine Lebertransplantation.

Prof. Dr. Hans Scherübl, wissenschaftlicher Leiter des Interdisziplinären Symposiums und Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Vivantes Klinikum Am Urban erklärt, wie wichtig präventive Maßnahmen und die Früherkennung von Leberkrebs speziell  bei NASH-Patienten sind: „Entwickelt sich Leberkrebs, ist eine Behandlung mit der Chance auf Heilung nur dann möglich, wenn er in einem frühen Stadium erkannt wird. Das kann also Leben retten! Am günstigsten ist jedoch die primäre Prävention des NASH-bedingten Leberkrebs: Jeder sollte auf sein Gewicht und die regelmäßige körperliche Bewegung achten.“

Prof. Dr. Michael Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, weist auf den Leberkrebs-Früherkennungspass hin, den die Deutsche Leberstiftung sowohl Betroffenen als auch behandelnden Ärzten kostenfrei zur Verfügung stellt.

Prof. Dr. Peter Schirmacher, Vorsitzender der Deutschen Allianz gegen Leberkrebs (GALC), fordert eine effektive Aufklärung der Risikopersonen, also von Menschen, die an  starkem Übergewicht (Adipositas) und  Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) erkrankt sind.

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse sind in die  deutsche  Leitlinie zum Leberkrebs eingeflossen, wie Prof. Dr. Nisar Malek, Ärztlicher Leiter der Klinik für Innere Medizin, an der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen, erläutert: „Die Leitlinie weist darauf hin, dass Menschen mit nicht-alkoholischer Fettleberentzündung auch ohne Leberzirrhose ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs haben. Daher wird generell eine Früherkennung mittels Ultraschalluntersuchung empfohlen, und zwar alle sechs Monate.“ Malek war als Koordinator der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten an der Erstellung der Leitlinie maßgeblich beteiligt.

Hintergrundinformationen zu Leberkrebs in Deutschland

Ca. 30 Prozent der Bevölkerung leiden an einer Fettleber und etwa 10 Prozent haben erhöhte Leberwerte. Viele Menschen wissen jedoch nicht, dass sie leberkrank sind, an einer NASH oder sogar Zirrhose leiden und damit nachweislich ein erhöhtes Risiko haben, an Leberkrebs zu erkranken.


Zurück zur Übersicht