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Tipp: Dem Schlaganfall vorbeugen

Pro Jahr erleiden ca. 250.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Damit ist er die dritthäufigste Todesursache mit ca. 63.000 Todesfällen pro Jahr. 60 Prozent der Überlebenden behalten bleibende Schäden wie Lähmungen oder Sprachstörungen. Durch eine gesunde Lebensweise könnte die Hälfte aller Schlaganfälle vermieden werden. 

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist eine akute Erkrankung des Hirn-Kreislauf-Systems, bei dem einzelne Bereiche des Gehirns infolge einer Minderdurchblutung oder einer Einblutung geschädigt werden, was zu einem Ausfall der betroffenen Hirnareale führt. Je nachdem, welcher Bereich von der Durchblutungsstörung betroffen ist, treten z. B. Lähmungserscheinungen, Seh-, Sprach- und Gangstörungen auf.

Das Gesamtrisiko, einen Schlaganfall zu erleiden, steigt um ein Vielfaches, je mehr Risikofaktoren vorliegen. Wie Sie das Risiko senken und welche Faktoren Sie persönlich vermeiden können, erfahren Sie im Folgenden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Typen des Schlaganfalls:

1. Hirninfarkt

Wenn ein Gefäß, das Blut vom Herzen zum Gehirn transportiert, durch ein Blutgerinnsel verstopft wird, kommt es zu einem Hirninfarkt, da das entsprechende Hirnareal nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird. Je nachdem, welches Hirngebiet von der Minderdurchblutung betroffen ist, kommt es zu Ausfallerscheinungen, die im schlimmsten Fall auch lebensbedrohlich sein können.

Begünstigt wird der Hirninfarkt durch die Arteriosklerose, auch „Arterienverkalkung“ genannt. Hierbei lagern sich diverse körpereigene und körperfremde Stoffe in den Blutgefäßen ab und verringern deren Durchmesser. Ein Hirninfarkt ist mit 85 Prozent die häufigste Ursache für einen Schlaganfall.

2. Hirnblutung

Die seltenere und schwerwiegendere Ursache eines Schlaganfalls ist ein plötzlich geplatztes Blutgefäß im Gehirn. Durch die Blutmengen, die ungehindert in die verschiedenen Gehirnbereiche fließen, wird meist ein größerer Schaden als bei einem Hirninfarkt ausgelöst.

Unvermeidbare Risikofaktoren

  • Je höher das Alter, desto höher das Schlaganfallrisiko. Ab dem 55. Lebensjahr verdoppelt sich das Risiko mit jedem Lebensjahrzehnt. Mehr als 50 % aller Schlaganfälle ereignen sich in den Lebensjahren ab 75. Sowohl Hirninfarkte als auch Hirnblutungen können aber auch schon bei jüngeren Menschen auftreten.
  • Zwar ist der Schlaganfall keine Erbkrankheit, kommt aber in Familien, in denen es bereits Vorfälle gab, häufiger vor. Hinzu kommen andere vererbte Faktoren wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes oder Herzerkrankungen.
  • Das Geschlecht spielt ebenfalls eine Rolle. Männer haben ein etwas höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, als Frauen und sind häufiger im mittleren Lebensabschnitt betroffen. Frauen erleiden hingegen einen Schlaganfall vermehrt in höherem Alter und versterben damit häufiger an den Folgen.

Vermeidbare Risikofaktoren

  • Bluthochdruck
    Hoher Blutdruck schädigt die Gefäßwände und fördert Arteriosklerose. Er ist der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall. Patienten mit nicht oder schlecht behandeltem Bluthochdruck haben ein mindestens vier- bis fünffach erhöhtes Risiko.
  • Diabetes mellitus
    Diabetes ist ein wichtiger Risikofaktor für die Arteriosklerose und trägt daher ebenfalls zu einem erhöhten Schlaganfallrisiko bei. Das Risiko von Diabetikern ist zwei- bis dreimal höher als bei Nichtdiabetikern.
  • Fettstoffwechselstörungen
    Genetisch bedingte oder durch ungesunde Lebensweise erhöhte Cholesterinwerte begünstigen ebenfalls die Entstehung der Arteriosklerose und steigern somit das Schlaganfallrisiko.
  • Übergewicht
    Risikoerhöhung um das Zwei- bis Dreifache. Es gilt: Wer mehr Bauchfett als Fetteinlagerungen an anderen Körperstellen hat, ist besonders gefährdet.
  • Bewegungsmangel
    Geht oft einher mit Übergewicht und als Folge dessen mit Bluthochdruck und Diabetes mellitus.
  • Rauchen und Alkoholkonsum
    Erhöhen das Schlaganfallrisiko durch die Gefahr einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Vorbeugungsmaßnahmen

Das Risiko eines Schlaganfalls lässt sich deutlich senken, wenn nur ein paar Faustregeln berücksichtigt werden:

  • Ausreichend Bewegung trägt zur Regulierung von Blutdruck, Cholesterinspiegel, Zuckerstoffwechsel und Gewicht bei. Bewegungen wie Radfahren, Treppensteigen und Spaziergänge erhöhen den Puls leicht und tragen zur Risikosenkung bei. 30 Minuten täglich reichen aus.
  • Eine gesunde Ernährung hat einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel. Bevorzugen Sie mehr pflanzliche als tierische Fette, und essen Sie Fisch, Obst, Gemüse und Getreideprodukte anstelle von zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln.
  • Nichtrauchen sowie kein bzw. nur mäßiger Alkoholkonsum halten Ihr Herz, Ihren Kreislauf und die Gefäße gesund. Das Risiko, an begünstigenden Faktoren wie Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes zu erkranken, wird verringert.

Und zu guter Letzt:

  • Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen! Durch eine regelmäßige Untersuchung der Herz-Kreislauf-Parameter kann ein Arzt Ihr persönliches Schlaganfallrisiko einschätzen und Empfehlungen abgeben.
  • Neben einer gesunden Lebensweise besteht bei Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie. Die Therapieform ist individuell mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

Oftmals reicht die Beachtung der oben genannten Punkte aus, um das Schlaganfallrisiko deutlich zu vermindern oder gar zu vermeiden.


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