Kontakt

Vivantes Klinikum im Friedrichshain - Landsberger Allee
Landsberger Allee 49
10249 Berlin

(030) 130 23 0

Rettungsstelle
(030) 130 23 1710

Tipps für Flugreisen

„Der Mensch ist nicht gerade zum Fliegen gemacht“, so Prof. Dr. Helmut Landgraf, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Angiologie, Hämostaseologie und Pneumologie am Vivantes Klinikum im Friedrichshain. Dank der technischen Errungenschaft des Flugzeugs kann der Mensch trotzdem hoch hinaus.

In einer Flughöhe von 10.000 Metern herrschen besondere physikalische Bedingungen. Die Sauerstoffaufnahme ins Blut ist erschwert, Blutgerinnsel können leichter entstehen. Das bedeutet Vorsicht für Menschen mit Herz- und Atemwegsbeschwerden.

Sie erfahren, wer besser nicht fliegen sollte, Wichtiges zum Fliegen mit Kindern, zum Umgang mit Medikamenten sowie weitere wissenswerte Tipps zum Fliegen.

Was man über Gefäßkrankheiten wissen muss

Vivantes: Gefäßkrankheiten betreffen Arterien, Venen und Lymphgefäße – welche Altersgruppe ist davon in der Regel besonders betroffen?

Prof. Dr. Landgraf: Prinzipiell können alle Altersgruppen betroffen sein, schwerpunktmäßig – vor allen Dingen bei Erkrankungen der Arterien – sind es ältere Patienten. Grundsätzlich gilt das auch für Erkrankungen der Venen- und Lymphgefäße, wobei hier durchaus häufiger auch jüngere Patienten betroffen sein können.

Vivantes: Wie kommt es zu Engstellen oder Verschlüssen der Arterien?

Prof. Dr. Landgraf: Bei Arterien – das sind ja unsere Schlagadern – ist es überwiegend die Arteriosklerose, im Volksmund auch Gefäßverkalkung genannt, die durch eine ganze Reihe von Risikofaktoren hervorgerufen und unterhalten wird, es sind dies in erster Linie das Rauchen, hoher Blutdruck, erhöhte Blutfette, der Diabetes mellitus und der Bewegungsmangel.

Vivantes: Gefährlich ist auch die Erweiterung von Gefäßen – wie die der Bauchschlagader. Warum?

Prof. Dr. Landgraf: Bei einer Erweiterung von Gefäßen – wenn diese eine bestimmte Grenze überschritten hat – besteht die Gefahr, dass entweder dieses Gefäß platzt. Dies ist besonders gefährlich bei der Bauchschlagader - oder Gerinnsel, die sich in den Erweiterungen gebildet haben, mit dem Blutstrom verschleppt werden und wiederum andere Gefäße verschließen. Erweiterungen von Gefäßen können praktisch in jedem Gefäßgebiet auftreten. Die Komplikationsmöglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind aber durchaus unterschiedlich, je nachdem, wo diese Veränderungen sind. Vergleichsweise häufig ist dabei die angesprochene Erweiterung der Bauchschlagader. Dies ist ganz besonders gefährlich, denn ein Aufreißen dieses erweiterten Gefäßes wird sehr häufig nicht überlebt.

Vivantes: Meist verläuft eine Erkrankung schleppend. Durch welche Symptome lässt sich feststellen, dass sich etwas anbahnt?

Prof. Dr. Landgraf: Bei der sehr häufigen Durchblutungsstörung von Gefäßen der Beine sind in den frühen Phasen oft keine Symptome feststellbar. Bei etwas weiter fortgeschrittener Erkrankung kann es z.B. vorkommen, dass die Beine nach einer bestimmten Gehstrecke schmerzen, wenn man dann stehenbleibt, wird es wieder besser, die Beschwerden treten aber in der Regel bei weiterer Belastung wieder auf. Wenn man Frühformen dieser Erkrankungen erfassen möchte, muss man spezielle Untersuchungen durchführen, die i.B. der Beinarterien relativ einfach sind. Hier müssen nur die Blutdruckwerte an den Fußarterien gemessen werden und schon hat man eine recht gute und wertvolle Information.

Vivantes: Besonders verbreitet sind Krampfadern. Wie werden sie behandelt?

Prof. Dr. Landgraf: Krampfadern sind letztendlich ein Volksleiden. Die Manifestation geht von diskreten kosmetischen Veränderungen bis hin zu massiven Befunden, die unbedingt behandelt werden müssen. Basisbehandlung ist eine Kompressionsbehandlung, die auch ein Fortschreiten des Krampfaderleidens verhindert, d.h. durch entsprechende Strümpfe, die diese Venen zusammendrücken, kann eine Auswirkung dieser Erkrankung verringert und auch ein Fortschreiten gebremst werden. Falls notwendig, werden Krampfadern entweder operativ oder durch Einspritzen eines entzündungshemmenden Mittels oder aber auch durch eine Katheterbehandlung, die innerhalb des Gefäßes erfolgt, entfernt oder verödet.

Vivantes: Warum muss Bluthochdruck auch behandelt werden, wenn es dem Patienten gut geht?

Prof. Dr. Landgraf: Weil Bluthochdruck ein gefährlicher Risikofaktor ist, der alle Gefäße im Körper – auch die des Herzens und des Gehirns sowie der Baucharterien und der Beinarterien – kaputt macht. In der Regel fühlen sich diese Patienten über lange Zeit sehr wohl, insbesondere bei leicht erhöhtem Blutdruck sind diese Patienten besonders aktiv und munter und fühlen sich dann auch unter einer Behandlung zunächst etwas schlechter. Trotzdem müssen sie unbedingt behandelt werden, um zu verhindern, dass weiterhin Gefäße geschädigt werden.

Vivantes: Gibt es bei Ihnen Sprechstunden, bei denen sich Patienten über Symptome, Risiken und Behandlungsmöglichkeiten informieren können?

Prof. Dr. Landgraf: Im Rahmen einer prästationären Behandlung können wir klären, ob bei Ihnen eine Erkrankung vorliegt, die eine stationäre Behandlung nötig macht oder ob diese Erkrankung ambulant behandelt werden kann. Voraussetzung für diese prästationäre Behandlung ist eine Einweisung durch einen Haus- oder Facharzt, der diese Klärung für notwendig erachtet.

Vivantes ist jetzt bei Facebook

Angaben zum Empfänger:


Ihre Angaben:


Vielen Dank für das Weiterempfehlen unserer Seite Vivantes - Netzwerk für Gesundheit GmbH.