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Vivantes Klinikum im Friedrichshain - Landsberger Allee
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10249 Berlin

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Informationen für Ärzte

Das junge Hüftgelenk

  • Einleitung

    Sehr geehrte Frau Kollegin,
    Sehr geehrter Herr Kollege,

    die Medizin hat in der Behandlung von Hüftpathologien in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Dies liegt zum einen an einer gewandelten Vorstellung über die Ursache von vielen Hüftpathologien, zum anderen an dem deutlich erweiterten operativen Spektrum. Vor allem mit der arthroskopischen Chirurgie ist es möglich, durch ein minimales Zugangstrauma eine Vielzahl von Hüfterkrankungen zu behandeln.

    Bestimmte Pathologien und Veränderungen der Hüfte gelangen hierdurch zunehmend in den Fokus. Weichteilveränderungen können am Hüftgelenk einen chronischen Schmerz auslösen, sind aber arthroskopisch gut zu behandeln. Knöcherne Unregelmäßigkeiten der Gelenkpartner (Femoro-
    Acetabuläres-Impingement) entstehen häufig bereits im Kindes- und Jugendalter. Sie wirken sich bei dem Kugelgelenk besonders negativ aus und führen häufi g bereits im frühen Erwachsenenalter zu einer vorzeitigen Arthrose. Schwere Formen sollten daher frühzeitig kontrolliert und behandelt werden.

  • Spezieller Fall

    Exemplarisch wird der Fall eines Jungen dargestellt, der im Alter von 14 Jahren eine Epiphyseolysis capitis femoris links erlitt. Diese wurde mittels K-Draht-Spickung versorgt. Die rechte Gegenseite wurde prophylaktisch mitbehandelt.

    14. Lebensjahr

     

    17. Lebensjahr

    3 Jahre nach der Epiphyseodese beidseits erfolgte die Entfernung der K-Drähte. Zu diesem Zeitpunkt zeigten sich bereits folgende Veränderungen ausschließlich am linken Hüftgelenk:

    • Durch das Abrutschen des Hüftkopfes entwickelte sich ein
      knöcherner Überstand (Höcker) am ventrolateralen Kopf-
      Schenkelhalsübergang (Pfeilmarkierung).
    • Radiologisch zeigt sich eine Gelenkspaltverschmälerung
      mit deutlicher subchondraler Sklerosierung.

    Folgende Ursache liegt dem zugrunde: Bei Beugung im Hüftgelenk taucht der knöcherne Überstand in das Acetabulum ein und schädigt das Labrum sowie den Knorpel des Acetabulums. Anzunehmen ist bei dem obig geschilderten Fall ein weiteres Voranschreiten der Verschleißerscheinungen der Hüftpfanne.
    Mittelfristig wird es zu einem deutlichen Knorpelschaden kommen, eine endoprothetische Versorgung im frühen Erwachsenenalter erscheint vorprogrammiert.

    Junges Erwachsenenalter (20-40jährige Patienten)

     

  • Fazit

    Relevante knöcherne Unregelmäßigkeiten der Hüfte sollen
    frühzeitig korrigiert werden.

    Im Initialstadium, spätestens beim Auftreten der ersten Beschwerden, ist dies meist noch durch einen relativ kleinen, minimal-invasiven Eingriff möglich.

    Durch einen arthroskopischen Eingriff mittels zweier Hautinzisionen von 1cm Länge können knöcherne Unregelmäßigkeiten abgetragen und Weichteilpathologien behandelt werden. Der weitere Verschleiß der Hüfte wird hierdurch aufgehalten.

    In der Klinik für Orthopädie Berlin im Vivantes Klinikum im Friedrichshain führen wir seit Längerem Arthroskopien des Hüftgelenkes in großer Anzahl durch. Spezielle Untersuchungen zur Diagnosesicherung können über unsere
    Sprechstunde veranlasst werden.

    Unser Ziel ist es, eine endoprothetische Versorgung des jungen Erwachsenen zu vermeiden.

Arthroskopische Chirurgie des Hüftgelenkes

  • Einleitung

    Bei Hüftschmerzen standen lange Zeit, nach ausgeschöpfter konservativer Therapie, nur aufwendige offene Operationsmethoden zur Schmerzlinderung zur Verfügung. In vielen Fällen wurde bereits frühzeitig zu einer Hüftprothese
    geraten.

    Die Arthroskopie schließt diese Lücke im Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten von Hüftschmerzen. Die Klinik für Orthopädie des Klinikums im Friedrichshain bietet sämtliche Verfahren des operativen Vorgehens im Bereich der Hüfte an. Erkrankungen der Hüfte können daher in ihrer gesamten Tragweite beurteilt und optimal behandelt werden.

    Jedem einzelnen Patienten kann auf diese Weise zu dem individuell geeigneten Operationsverfahren geraten werden. Unnötig große Operationen
    werden dem Patienten hierdurch erspart.

    Die arthroskopische Chirurgie am Hüftgelenk hat sich in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt. Die Hüftarthroskopie ist mittlerweile in unserer Klinik ein therapeutisches Routineverfahren. Oftmals kann dem Patienten hierdurch der chronische Schmerz im Bereich der Hüfte genommen werden.

    Die vorbereitende Diagnostik bei unklaren Schmerzen im Bereich der Hüfte leiten wir gerne über unsere Sprechstunde für Arthroskopie und Sportorthopädie ein.

  • Welche Hüfterkrankungen können arthroskopisch behandelt werden?

    • Knöcherne Formveränderungen der Gelenkpartner
      (Femoroacetabuläres Impingement)
      Unregelmäßigkeiten in der Form der beiden Gelenkpartner sorgen
      durch enge knöcherne Führung des Hüftgelenkes zu einem vorzeitigen
      Gelenkverschleiß und zu chronischen Verletzungen der
      weichteiligen Gelenkstrukturen. Die Formstörung kann vom Hüftkopf-
      Schenkelhals-Übergang (CAM-Impingement) oder von der
      Gelenkpfanne (PINCER-Impingement) ausgehen. Häufig
      bestehen Mischformen.
      Die Formstörung der Gelenkpartner (femoroacetabuläres
      Impingement, FAI
      ) gilt mittlerweile als eine der häufigsten
      Ursachen für die Entstehung von Verschleißerscheinungen und
      als die häufigste Ursache für die Entstehung einer vorzeitigen
      Arthrose.
      Die Behandlung der chronischen Veränderungen der weichteiligen
      Strukturen ist gut möglich. Selbst knöcherne Veränderungen des
      Hüftkopf-Schenkelhalses und mit leichten Einschränkungen auch
      der Gelenkpfanne können arthroskopisch vorgenommen werden.
      Hierdurch wird ein vorzeitiger Gelenkverschleiß verhindert oder bei
      bereits bestehenden Verschleißerscheinungen ein weiteres
      Voranschreiten der Arthrose hinausgezögert.
    • Schädigung der Gelenklippe (Labrum acetabulare)
      Verletzungen der Gelenklippe lösen einen starken, oft stechenden
      Schmerz aus. Ursache einer Labrumverletzung sind oft akute
      Distorsionen des Hüftgelenkes, jedoch auch chronische repetitive
      Schädigungen, z.B. bei femoroacetabulärem Impingement. Ähnlich
      der arthroskopischen Chirurgie am Schultergelenk kann eine Naht,
      eine Denervierung sowie eine Glättung, bzw. eine Teilresektion des
      Labrums arthroskopisch vorgenommen werden.
    • Riss des Hüftkopfbandes (Ligamentum capitis femoris)
      Ursächlich hierbei sind Gelenkdistorsionen und -subluxationen. Der
      Schmerz wird oft „tief in der Hüfte“ mit einer teilweise brennenden,
      drückenden Qualität angegeben. Nach Resektion bzw.
      Teilresektion des Hüftkopfbandes ist der Patient häufig unmittelbar
      beschwerdefrei.
    • Freie Gelenkkörper
      Symptomatisch sind hierbei Gelenkblockaden und Einklemmungen.
      Ursächlich für die Entstehung sind z.B. Anpralltraumen, Coxarthrose,
      synoviale Erkrankungen (z.B. Chondromatose) oder die
      Osteochondrosis dissecans.
    • Knorpelschäden, beginnende Coxarthrose
      Ein partieller Knorpelschaden kann neben einer Knorpelglättung
      mit den üblichen knorpelreparativen Maßnahmen behandelt
      werden. Zum Beispiel ist hierbei die Mikrofrakturierung/Chondropick
      zu nennen.
    • Synoviale Erkrankungen
      Es erfolgen arthroskopische partielle Synovektomien und Probeentnahmen
      zur mikrobiologischen und histologischen Untersuchung.
    • Psoassehnentendinitis
      Schmerzhaftes Springen der Psoassehne (inneres Hüftschnappen),
      zum Beispiel nach Implantation einer Hüftendoprothese.
    • Hüftgelenksinfekt
      Ähnlich dem arthroskopischen Vorgehen an Knie-, Schulter- und
      Sprunggelenk hat die Arthroskopie ihren Stellenwert in der
      Diagnostik und Behandlung von Infektionen am Hüftgelenk.
    • Infektionsverdacht und unklarer Gelenkschmerz nach
      Hüftendoprothese
      zur Probeentnahme
    • Hüftkopfnekrose
      zur Beurteilung der Knorpelbeschaffenheit und Therapieplanung
    • „Unklarer Hüftschmerz“
      Selbst in Zeiten der Ultraschalldiagnostik und Kernspintomographie
      bleiben stark schmerzhafte Erkrankungen des Hüftgelenkes den
      operationsvorbereitenden Untersuchungsmethoden oftmals verborgen.
      Bei unklaren Fällen liefert eine Testinfiltration mit einem
      Lokalanästhetikum in das Gelenk unter Röntgenkontrolle entscheidende
      Hinweise. Bei anschließender Beschwerdefreiheit ist die
      Ursache der Beschwerden im Gelenk zu suchen. Die Arthroskopie
      entdeckt und beseitigt dann die Ursache der Beschwerden
  • Operationstechnik

    Zentrales Kompartiment

    In der ersten Phase der Operation wird der Hüftkopf für einige Millimeter aus der Pfanne gezogen. In dieser Phase werden das Labrum von zentral, das Ligamantum capitis femoris und die Fossa acetabuli, der Pfannen- und zentrale Kopfknorpel beurteilt und ggf. therapiert.

    Peripheres Kompartiment

    Die zweite Phase der Arthroskopie erfolgt ohne Extension. Hierbei
    werden die Gelenkkapsel, das Labrum acetabulare von peripher,
    die nicht lasttragenden Knorpelanteile des Hüftkopfes und der
    Übergang vom Schenkelhals zum Hüftkopf beurteilt und behandelt.
    Durch dynamische Untersuchung in verschiedenen Beugeund
    Rotationsstellungen kann die topographische Region zwischen
    Schenkelhals und Gelenkpfanne untersucht und ein Impingement
    beseitigt werden.

    Die Operation erfolgt über 3 Zugangsportale, es sind 3 Hautschnitte
    von ca. 1cm notwendig.

  • Stationärer Aufenthalt und Nachbehandlung

    Der Krankenhausaufenthalt liegt zwischen 3-5 Tagen. Eine sofortige Vollbelastung der operierten Hüfte ist zumeist möglich. Um das verbesserte Bewegungsausmaß zu erhalten und um Verklebungen im Gelenk durch frische Wundflächen zu verhindern, wird dem Patienten bereits während des stationären Aufenthaltes eine aktive Bewegungsschiene verordnet und die Auslieferung der Schiene für den ersten Tag nach Entlassung eingeleitet.

Skoliose

  • Einleitung

    Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

    Die Skoliose gehört zu den ältesten, häufigsten und bekanntesten orthopädischen Krankheitsbildern. Im Schulalter sind ca. 5% der Mädchen und 1% der Jungen betroffen.

    Leichte bis moderate Skoliosen sollten je nach Alter des Patienten regelmäßig
    kontrolliert oder mit einem Korsett versorgt werden. Schwere Skoliosen benötigen eine operative Korrektur. Bei Skolioseoperationen hat sich in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung vollzogen.

    Die dorsale Instrumentations- Spondylodese mittels Pedikelschrauben-Instrumentation wird heute als Goldstandard angesehen (Beispiel 1). Hiermit ist eine primär stabile Instrumentation und ca. 60%- bis 80%-ige Korrektur der Skoliose erreichbar.

    Die „Klinik für Orthopädie Berlin“ des Vivantes Klinikums im Friedrichshain bietet das komplette operative Spektrum der Skoliosetherapie an, bei jungen Patienten in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.
    Neben der idiopathischen Skoliose werden auch alle Formen der kongenitalen, neuromuskulären und degenerativen Skoliose vom Säuglings- bis ins Greisenalter behandelt.

    Wir stehen Ihnen für alle Fragen rund um die Skoliose sowie zur Beratung Ihrer Patienten in unserer Skoliosesprechstunde sehr gerne zur Verfügung.

    Bild 1: 14-jähriges Mädchen mit schwerer idiopathischer
    Skoliose vor und nach dorsaler Korrekturspondylodese mittels Pedikelschrauben- Instrumentation.

    Bild 2: 8-jähriges Mädchen mit einer 38°-Skoliose vor und nach unilateraler Wirbelkörperklammerung

     

     

     

  • 6 Fragen und Antworten

    1. Welche Skoliosen sollten operiert werden?

    Idiopathische Skoliosen mit mehr als 50 Grad (gemessen nach Cobb) sollten operiert werden, da diese in der Regel auch nach Wachstumsabschluss progredient sind.

    2. Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Operation?

    Idealerweise sollten Skoliosen kurz nach Abschluss des Wirbelsäulenwachstums operiert werden. Dieser Zeitpunkt liegt häufig zu Beginn der Menarche bzw. kurz danach. Mit den heutigen Instrumentationen lassen sich auch Kleinkinder und Senioren relativ sicher und erfolgreich
    operieren, wenn die Ausprägung der Skoliose oder die klinische Symptomatik eine sehr frühe oder späte Operation erfordert.

    3. Gibt es Alternativen zur Operation?

    Bei schweren Skoliosen (>50 Grad nach Cobb) gibt es keine Therapiealternativen, um die Progredienz der Skoliose aufzuhalten.

    4. Muss immer versteift werden?

    Die Spondylodese gilt als Standardbehandlung. In Ausnahmefällen
    sind nicht-versteifende Operationen möglich. Zu diesen Methoden zählen unter anderem die unilaterale Wirbelkörperklammerung (Vgl. Beispiel 2 oben) sowie verschiedene Formen von Wachstumsstäben (Beispiel 3). Vor allem sehr junge Patienten vor Abschluss des Wirbelsäulenwachstums können von solchen Methoden profitieren.

    Wachstumsstab (VEPTR – vertical expandable prosthetic titanium rib) bei einem 3-jährigen Jungen präoperativ und zwei Jahre nach Implantation.

    5. Wie lange dauert der stationäre Aufenthalt?

    Er dauert in der Regel 10 bis 14 Tage. Eine postoperative Reha-Behandlung ist nicht erforderlich.

    6. Wie geht es postoperativ weiter?

    Nach 6 und 12 Wochen sowie nach 6 und 12 Monaten erfolgen radiologische Kontrollen in unserer Klinik. Zusätzliche klinische Untersuchungen empfehlen wir quartalsweise bei Ihnen. Ab dem zweiten postoperativen Jahr können bei Beschwerdefreiheit die Nachuntersuchungen komplett bei Ihnen stattfinden.

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