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Atmungstherapeut*innen: „Ein großer Gewinn für Teams und Patient*innen.“

Gemeinsam mit Kolleg*innen hat Andreas Mücke, Atmungstherapeut auf der Intensivstation 11 des Vivantes Klinikum Spandau, ein Konzept zur systematischen Einführung des neuen Berufsbildes „Atmungstherapeut*innen auf den Intensivstationen“ bei Vivantes entwickelt. Was dahinter steckt, berichtet er im Interview.

Herr Mücke, was macht ein*e Atmungstherapeut*in?

Andreas Mücke: Wir haben ein sehr vielfältiges Tätigkeitsfeld. Zu den wichtigsten Aufgaben eines Atmungstherapeuten gehört die Betreuung und Versorgung von künstlich beatmeten Intensivpatient*innen und deren Entwöhnung vom Intensivrespirator. Dabei wird im gesamten interdisziplinären Team ein Therapiekonzept gestaltet, das Patient*innen bestmöglich bei der Rückkehr zur eigenen, normalen Atmung unterstützt.

Außerdem schulen wir unsere Kolleg*innen zu neuen medizinischen Erkenntnissen oder Geräten. Wir klären Patient*innen und deren Angehörige auf und vermitteln Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von und Gesundhaltung bei chronischen Lungenerkrankungen wie zum Beispiel COPD. Ziel ist dabei auch weitere Klinikaufenthalte zu vermeiden.  Schließlich ist niemand gerne im Krankenhaus.

Gerade auf Intensivstationen nehmen wir als Atmungstherapeut*innen im multiprofessionellen Team eine wichtige Schnittstelle ein.

Andreas MückeAtmungstherapeut

 

Welche Rolle spielen Sie und Ihre Kolleg*innen im multiprofessionellen Team auf der Station?

Mücke: Gerade auf Intensivstationen nehmen wir als Atmungstherapeut*innen im multiprofessionellen Team eine wichtige Schnittstelle ein. Wir stehen unseren Kolleg*innen bei allen schwierigen Fragen und Problemen rund um die Optimierung des Beatmungsmanagements zur Seite, analysieren also beispielsweise den Entwöhnungsstatus der Patient*innen und geben entsprechende Handlungsempfehlungen. 

 

Inwiefern profitieren davon Ihre Patient*innen?

Mücke: Unsere Patient*innen profitieren vor allem davon, dass wir sie während des gesamten Behandlungsprozesses kontinuierlich und intensiv begleiten. Dadurch (er-)kennen wir die spezifischen Herausforderungen jedes*r Einzelnen und optimieren die Situation täglich neu.
Benötigt ein*e Patient*in Unterstützung bei der Nutzung von Atemgeräten für zu Hause? Welche Übungen helfen individuell am besten? Nur so gelingt ein bestmöglicher Übergang vom stationären Aufenthalt ins eigene Zuhause.

Videovorstellung Andreas Mücke

 

Aktuell ist Vivantes dabei das Berufsbild Atmungstherapeut*innen systematisch zu etablieren. Wie läuft das ab?

Mücke: Unsere Station ist seit Mai 2021 Pilotstation, um herauszufinden, wie ein*e Atmungstherapeut*innen im Stationsalltag am besten integriert werden kann und worauf es dabei ankommt. Unsere Erkenntnisse haben wir in einem umfangreichen Konzept festgehalten, das alle entscheidenden Schritte beinhaltet: vom detaillierten Tätigkeitsprofil bis hin zur systematischen Einarbeitung neuer Atmungstherapeut*innen. Davon können später einmal alle Vivantes Intensivstationen profitieren.


Gibt es schon ein erstes Zwischenergebnis des Pilotprojekts?

Mücke: Ja. Wir haben dafür mehrere Feedbackgespräche mit Kolleg*innen aus allen Disziplinen des interprofessionellen Teams unserer Station geführt und daraus eine erste Analyse erstellt. Fazit: Die Kolleg*innen sind sich durchweg einig, dass Atmungstherapeut*innen mit ihrer Fachexpertise sowohl im Rahmen des Therapiekonzeptes für unsere Patient*innen als auch für das Team ein großer Gewinn sind.

 

Warum sollten sich Pflegekolleg*innen für die Weiterbildung „Atmungstherapeut*in“ entscheiden?

Mücke: Ich kann diese Weiterbildung allen Kolleg*in ans Herz legen. Die Weiterbildung ist vielfältig, umfangreich und tiefgründig strukturiert, sodass die dadurch gewonnene Fachexpertise nicht nur einen selbst, sondern anschließend auch das gesamte Team der jeweiligen Station bereichert.
Die Weiterbildung eröffnet für jede*n neue Wege, erweitert den persönlichen Wissenshorizont und stellt die Weiterbildenden anschließend vor neue Aufgaben und Tätigkeitsbereiche, die zumindest ich mir niemals vorgestellt hätte. Kurz: Interessierte Kolleg*innen sollten sich unbedingt auf diese interessante Reise begeben.

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