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Smartphone statt Zettelwirtschaft

Mehr Zeit für die Betreuung – und weniger Aufwand für die Dokumentation in den Pflegeheimen: Wie die Vivantes Hauptstadtpflege es für die Mitarbeitenden einfacher macht, wichtige Daten zu erfassen und die tägliche Arbeit zu dokumentieren.

Von Dusche bis Vitalwerte

Noch wird in der Pflege sehr viel handschriftlich in Akten eingetragen. Vitalwerte zum Beispiel oder welche Medikamente Herr Meier bekommt und dass Frau Bauer heute Morgen ausnahmsweise nicht duschen wollte. Die Pflegedokumentationen sind der Nachweis über erbrachte Leistungen und dienen dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) zur Beurteilung einer Einrichtung. Sie haben damit eine zentrale Bedeutung.

Zeitfresser Dokumentation

Das Schreiben von Berichten und Abhaken von durchgeführten Maßnahmen frisst jedoch im Alltag viel Zeit. „Die Zeit fehlt bei der Pflege und Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner - und das sollte ja eigentlich das Wichtigste sein“, sagt Nicole Schleuter, Projekt- und Interimsmanagerin bei der Vivantes Hauptstadtpflege. Zusammen mit ihrer Kollegin Ariane Köppen, die das zentrale Qualitätsmanagement. 
leitet, beschäftigt sich Schleuter deshalb seit einiger Zeit damit, eine elektronische Pflegedokumentation einzuführen. Sie soll es künftig ermöglichen, dass alle Mitarbeitenden, die direkt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu tun haben, auf einem Mobiltelefon die Pflegedokumentation vornehmen können. Schneller und einfacher also.
 

Wir führen eine elektronische Pflegedokumentation ein, weil die Zeit sonst bei der Pflege und Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner fehlt - und das sollte ja eigentlich das Wichtigste sein.

Projekt- und Interimsmanagerin bei der Vivantes HauptstadtpflegeNicole Schleuter

1000 iPhones neu angeschafft

Was sich zunächst nur wie eine Software-Umstellung anhört, berührt ganz unterschiedliche Bereiche in der Vivantes Hauptstadtpflege. Neben einer europaweiten Ausschreibung gehörte dazu auch die Installation von WLAN in allen Häusern, die Anschaffung von etwa 1.000 iPhones, die Schulung der Mitarbeitenden sowie die Integration in die bestehende Verwaltungssoftware. „Das sind enorme Investitionen, die sich aber lohnen werden“, ist sich Nicole Schleuter sicher.

Umstellung läuft 

Die elektronische Pflegedokumentation hat ein paar entscheidende Vorteile gegenüber den Akten aus Papier. Wenn zum Beispiel die Pflegefachkraft direkt im Zimmer eines Bewohners auf dem iPhone Vitalwerte eintippen kann, muss sie dafür nicht erst ins Dienstzimmer gehen. Außerdem kann sie nachschauen, ob die Medikamente gestellt wurden oder ob es Allergien gibt, die beachtet werden müssen. „Das ist bei Bewohnerinnen und Bewohnern mit einer Demenz sehr hilfreich“, sagt Nicole Schleuter. Es gebe auch den Mitarbeitenden, die neu sind, die nötige Sicherheit im teils hektischen Pflegealltag. 

Pilotprojekt in vier Häusern

In der elektronischen Pflegedokumentation kann bei vorliegendem Einverständnis zusätzlich ein Foto der jeweiligen Bewohnerin oder des Bewohners hinterlegt werden. Bevor alle Häuser auf die elektronische
Pflegedokumentation umgestellt sind, werden noch ein paar Monate vergehen. Die Häuser Ernst Hoppe, Weidenweg, Kaulsdorf sowie die Gerontopsychiatrie im Haus John F. Kennedy machten im August den Anfang. Hier wird das System aktuell auf Herz und Nieren geprüft. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sammeln Erfahrungen und geben ihr Wissen dann in Sprechstunden per Videokonferenz an ihre Kolleginnen und Kollegen weiter“, berichtet Ariane Köppen. Die Resonanz sei positiv. Auch die Angehörigen der Bewohnerinnen und Bewohner stehen dem neuen System aufgeschlossen gegenüber.

Daten sind sicher

Für die nötige Sicherheit in Bezug auf die Daten sorgt die Einbindung in den Vivantes Konzern mit eigener IT-Abteilung. Und sollte das System mal nicht rund laufen, gibt es genaue Ablaufpläne, was zu tun ist. Auch darin werden die Mitarbeitenden aktuell geschult. Alle Daten der Bewohnerinnen und Bewohner sind mehrfach gesichert. Es kann also nicht zu einem Verlust bei einem falschen Klick kommen. „Eine erste
Bewährungsprobe für das neue System ist sicherlich eine MDK-Prüfung“, sagt Nicole Schleuter. Doch auch darauf sei man gut vorbereitet. Die Weichen für die digitale Zukunft sind also gestellt.
 


 

Der Artikel ist im Magazin "Meine Hauptstadtpflege", Ausgabe 29 erschienen.

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