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Corona-Weihnachten feiern: Tipps fürs Fest

Wie kann man Corona-Weihnachten feiern? Welche Tipps fürs Fest gibt es, wenn die Zahl der Feiernden begrenzt ist? Welche Ideen für ein Weihnachtsfest in Corona-Zeiten sind familientauglich? Und wie lässt sich trotz räumlicher Distanz emotionale Nähe herstellen?

Weihnachten ist das Fest der Familie, aber für den Schutz der Gesundheit geben die Corona-Regeln vor, dass nur fünf Menschen zusammen feiern sollen. Dr. Christina Jochim, Psychologische Psychotherapeutin am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, spricht im folgenden Interview über die Ausnahmesituation an den Feiertagen und wie es sich damit umgehen lässt.

Wie Weihnachten feiern in Corona-Zeiten?

Corona-Weihnachten steht vor der Tür: Wir versuchen, Infektionen zu vermeiden. Vergessen wir dabei nicht, was Distanz und Kontaktbeschränkungen mit der Psyche machen?

Beides ist wichtig. Gesundheitsschutz geht über Handhygiene hinaus, wir sollten auch die Psychohygiene ernst nehmen. Der Verzicht auf die gewohnte soziale Gruppe an Weihnachten ist für viele Menschen belastend. Weihnachten verbinden wir mit Familie, Freunden, mit Nähe und Gemeinschaft. Manche empfinden es allerdings auch als Erleichterung, wenn der soziale Druck wegfällt, es vielleicht weniger Weihnachtsstress oder Familienzwang gibt.   

Warum ist uns Weihnachten so wichtig? Wir besuchen "Oma" doch sonst auch nur selten?

Die Pandemie bedeutet für viele eine große Verunsicherung und Ungewissheit, nicht nur was die eigene berufliche Situation betrifft: Regelungen werden angepasst, es wird abgesagt, geschlossen, eingeschränkt. Weihnachten war etwas, worauf wir uns freuen konnten, wie eine Hoffnung, eine Perspektive.

Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir uns innerlich darauf einstellen, die Weihnachtstage planen und uns fragen: "Bin ich auch gern allein oder macht es mich traurig? Wie kann ich eine Lösung finden?" Es hilft, eine Entscheidung zu treffen – ändern lässt sie sich dann immer noch.

Corona-Weihnachten: Ideen für die ganze Familie

Wer leidet stärker unter der Situation: Jüngere und Kinder, die es schwer verstehen, oder einsame Ältere?

Es kann für alle Altersgruppen belastend sein – es sind nur unterschiedliche Perspektiven. Wir können aber mit Blick auf unsere Erfahrungen vermuten, dass die Menschen am stärksten betroffen sind, für die in diesem Jahr die größte Umstellung im Vergleich zu den Vorjahren bevorsteht.

Wie könnte ein Corona-Weihnachten aussehen?

Nur weil wir im kleinen Kreis oder allein feiern, müssen wir nicht einsam sein. Denn emotionale Nähe ist trotz physischer Distanz möglich.

  • Wir können zeigen, dass wir an andere denken und Pakete oder Briefe verschicken,
  • per Videoschalte den Weihnachtsbaum mit Freunden schmücken oder Plätzchen backen, essen, Geschenke auspacken oder Spiele spielen.
  • Wir können mit Abstand und Maske spazieren gehen und damit eine Ansteckung über Aerosole vermeiden.

Kreative Alternativen ersetzen die körperliche Nähe nicht, aber es ist das Bestmögliche, was wir gerade tun können.

Service-Info

Dr. Christina Jochim arbeitet in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Vivantes Auguste Viktoria Klinikum in Berlin-Schöneberg. Auf der Webseite der Klinik können Sie sich zum Beispiel über das Behandlungsangebot und die Behandlungsschwerpunkte informieren.

 

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