Veröffentlicht am

Gesunde Haut im Winter: Auf diese Lebensmittel kommt es an

Die kalte Jahreszeit strapaziert die Haut in besonderem Maße. Um sie gesund zu halten, hilft neben der richtigen Pflege, auch eine angepasste Ernährung. Worauf es dabei ankommt, erklärt Dr. Susanne Buder, Chefärztin der Klinik für Dermatologie und Venerologie am Vivantes Klinikum Neukölln, im Interview.

Frau Dr. Buder, kann man durch bestimmte Lebensmittel der Haut im Winter etwas Gutes tun?

Ja, bestimmte Lebensmittel können die Hautgesundheit positiv beeinflussen, insbesondere im Winter, wenn die Haut durch Kälte und trockene Luft strapaziert ist. Ebenso gibt es Lebensmittel, die man lieber reduzieren sollte, da sie die Haut belasten können. Wichtig ist eine ausgewogene, gesunde Mischkost mit vielen Vitaminen und Nährstoffen aus idealerweise frischen, unverarbeiteten Nahrungsmitteln.

Welche Lebensmittel sind das beispielsweise, die im Winter eine gesunde Haut fördern?

Nahrungsmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, helfen die Haut von innen zu stärken. Das sind zum Beispiel Fisch und Leinsamen. Auch Vitamin E-haltige Nahrungsmittel wie Nüsse, Sonnenblumenkerne und -öl helfen durch ihre antioxidative Wirkung, die Haut vor Schäden durch freie Radikale zu schützen und ihre Elastizität zu fördern. Vitamin C in Zitrusfrüchten, Brokkoli und Paprika unterstützt die Kollagenbildung, fördert die Hautheilung und schützt vor Umweltschäden. Vitamin A, das beispielsweise in Mohrrüben, Spinat, Grünkohl und Eigelb enthalten ist, hilft bei der Zellerneuerung und hält die Haut geschmeidig. Auch das Spurenelement Zink sollte reichlich aufgenommen werden und ist in Hülsenfrüchten, wie Kichererbsen, Linsen und Vollkornprodukten enthalten. Zink unterstützt die Hautheilung, reguliert die Talgproduktion und hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann bei Mangel gravierende Hauterkrankungen hervorrufen.

Wie sieht es mit dem Flüssigkeitsbedarf der Haut aus?

Unser Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Wasser, Kräutertees und wasserreiche Lebensmittel wie Gurken und Suppen helfen daher im Winter den Körper und die Haut zu rehydrieren, wenn trockene Luft Feuchtigkeit entzieht.

Gibt es auch Lebensmittel, die man im Winter meiden sollte?

Lebensmittel, die man im Winter besser meiden oder reduzieren sollte, sind zucker- und stark salzhaltige Lebensmittel, fettreiche Speisen, Alkohol und Koffein. Diese Nahrungsbestandteile entziehen dem Körper Flüssigkeit, fördern Entzündungen, stören die Kollagenproduktion und lassen die Haut schneller altern.

Warum die Haut im Winter so belastet ist

Die Haut reagiert auf kalte Temperaturen mit verschiedenen physiologischen Anpassungen, um den Wärmeverlust des Körpers zu minimieren und die Funktion der Haut zu schützen. So ziehen sich die Blutgefäße in der Haut zusammen, um weniger warmes Blut an die Hautoberfläche zu transportieren. Dadurch wird Wärme im Körperkern gehalten, um lebenswichtige Organe zu schützen. Die Haut kann blass oder bläulich wirken oder eine Marmorierung zeigen, da weniger Blut fließt. Bei sehr niedrigen Temperaturen kann die Durchblutung so stark eingeschränkt werden, dass das Gewebe nicht mehr ausreichend versorgt wird. Besonders gefährdet sind Finger, Zehen, Nase und Ohren.

Außerdem reduzieren die Schweißdrüsen ihre Aktivität, da Verdunstung von Schweiß die Haut weiter abkühlen würde. Bei langwirkender Kälte beginnt die Haut eine Schutzschicht zu bilden, indem sie mehr Talg (Hautfett) produzieren und die Hornschicht verdickt.

Bei akuter Kälteeinwirkung ziehen sich die kleinen Muskeln um die Haarfollikel zusammen, wodurch die Haare aufgerichtet werden und sich eine Gänsehaut bildet. Dies hat bei Menschen keinen wesentlichen Isoliereffekt mehr, war aber evolutionär bedeutsam, als dichteres Fell den Wärmeverlust verringerte.

Was im Winter noch Einfluss auf die Haut hat

Kalte Luft enthält oft weniger Feuchtigkeit, wodurch die Haut schneller austrocknet. Der Effekt wird durch trockene Heizungsluft in Innenräumen verstärkt. Die Haut verliert dann zusätzlich Feuchtigkeit. Dies kann zu Spannungsgefühl, Schuppenbildung, Rissen und Juckreiz führen.

Auch Temperaturunterschiede belasten die Haut. Beim Wechsel von kalter Außenluft zu warmer Luft in Innenräumen dehnen sich die Blutgefäße plötzlich aus. Vor allem die zentrale Gesichtshaut kann gerötet oder gereizt wirken. Bei genetischer Veranlagung verstärkt sich so eine Rosazea und kann ein akneähnliches Hautbild hervorrufen.

Wind verstärkt den Kältefaktor durch Verdunstung von Feuchtigkeit, den sogenannten Windchill-Effekt. Die natürliche Schutzbarriere der Haut wird dadurch schwächer und die Haut anfälliger für Austrocknung und Irritationen. Fehlt die schützende Fettschicht z.B. an Händen und im Gesicht wird die Haut trocken, spröde und kann reißen. So entstehen Ekzeme.

Aber auch wärmende Kleidung aus Strickstoffen oder enganliegende Kleidung kann auf der Haut reiben und dadurch die natürliche Hautbarriere aus Lipiden verringern und so zur Austrocknung, Juckreiz und Ekzemen führen.

Die Hautpflege im Winter erfordert spezielle Maßnahmen, um die Haut vor Trockenheit, Kälte und anderen Belastungen zu schützen. Mehr dazu lesen Sie hier: Hautpflege im Winter