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Prostata: Männliche Problemzone

Probleme mit der Prostata? Ein Besuch bei einer Urologin oder einem Urologen wird von Männern oft lange aufgeschoben. Dabei gibt es moderne und schonende OP-Methoden.
Bild: unsplash

Moderne Methoden sind schonend

Beim Stichwort Prostata verziehen Männer häufig das Gesicht. Auch bei offensichtlichen Problemen im Harntrakt: Ein Besuch bei einer Urologin oder einem Urologen ist nicht beliebt und wird oft lange aufgeschoben. Dabei tragen moderne OP-Methoden dazu bei, Gesundheit und Wohlbefinden des Patienten wiederherzustellen.

 

Meine Probleme beim Wasserlassen haben mich immer stärker belastet, besonders nachts. Meine Lebensqualität litt darunter.“ Johann Paschke* (78) wollte sich damit nicht mehr abfinden. (*Name geändert)

Schuld an seinen Beschwerden war die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, die zusammen mit den Hoden zu den Fortpflanzungsorganen zählt. Die rund vier Zentimeter große Drüse sitzt direkt unter der Harnblase, umschließt dort in Ringform die Harnröhre, die den Urin von der Blase aus durch Prostata und Penis bis zur Eichel leitet. Rückseitig grenzt sie an den Enddarm, das Rektum.

Bei einem 20-Jährigen wiegt die Prostata rund 20 Gramm, ab 50 Jahren jedoch beginnt ihr Gewebe langsam zu wachsen, sie kann bis über 100 Gramm schwer werden. Nicht alle leiden gleichermaßen unter dieser gutartigen Prostatavergrößerung, viele jedoch entwickeln behandlungsbedürftige Symptome im unteren Harntrakt: Sie müssen sehr häufig zur Toilette gehen, haben Schwierigkeiten beim Wasserlassen, die Blase entleert sich nicht vollständig, der Strahl wird dünn, es tröpfelt.

Medikamente können Prostatabeschwerden nur lindern

Mit einer Ultraschalluntersuchung prüfen Urolog*innen, ob es durch die Vergrößerung schon zu einer Restharnbildung in der Blase gekommen ist. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich Keime ausbreiten, es zu Entzündungen kommt und die Nieren geschädigt werden. Verschiedene Medikamente können die Beschwerden – je nach Stärke – lindern, aber nicht dauerhaft abstellen.

Johann Paschke entschied sich letztlich zu einem Eingriff, bei dem die zu große Prostata operativ verkleinert wird: „Vor einer Operation hatte ich großen Respekt. Doch meine Probleme wurden nicht weniger, sondern stärker, es musste was passieren.“

Schnell, sanft, sicher

Der Berliner hatte Glück, innerhalb kurzer Zeit konnte er ein Vorgespräch im Vivantes Klinikum im Friedrichshain verabreden. Das urologische oberärztliche Team mit Dr. Tom Fischer und Dr. Maximilian Königbauer operiert hier mit der sanften und sicheren Aquablation-Methode. Dabei wird das überschüssige Prostatagewebe mit einem Hochdruck-Wasserstrahl abgetragen.

 

Vor der OP führen wir eine Ultrallschallsonde über den Enddarm ein und markieren virtuell das Prostatagewebe, das entfernt werden soll. In der OP bringen wir über die Harnröhre ein dünnes Endoskop ein. An dessen Ende befindet sich eine computergesteuerte Präzisionsdüse. Aus dieser trägt der feine Wasserstrahl nun millimetergenau das vorher markierte Adenomgewebe ab.
Über einen Monitor überwachen wir die Behandlung. Sie kann jederzeit unterbrochen oder angepasst werden. In der Regel kann der Patient nach zwei bis drei Nächten nach Hause entlassen werden.

Oberarzt Klinik für Urologie, Vivantes Klinikum im FriedrichshainDr. Maximilian Königbauer

80 Prozent der sexuell aktiven Patienten haben weiterhin einen Samenerguss

Das Verfahren kombiniert die Bildgebung eines Ultraschallgerätes mit der minimalinvasiven Technik eines Endoskopes – die Behandlung selbst führt der Aquabeam-Operationsroboter durch. Studien zeigen: Die Methode ist genauso effektiv wie das konventionelle Verfahren der transurethralen Resektion der Prostata (TURP). Die Erektionsfähigkeit wird nicht beeinträchtigt, und etwa 80 Prozent der sexuell aktiven Patienten können weiterhin einen Samenerguss erleben.

Nach der Operation

Johann Paschke erinnert sich: „Ich war so erleichtert: Von der ersten Kontaktaufnahme über das Vorgespräch bis zum OP-Tag hat es nur eine knappe Woche gedauert.“ Auch in der postoperativen Betreuung lief alles optimal. „Die Messungen ergaben beste Ergebnisse, und ich bin zufrieden“, resümiert der 78-Jährige entspannt.

 


 


Der Artikel ist auch erschienen im aktuellen Vivantes Magazin gesund, Ausgabe 2 - 2021.

 

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