Vivantes Endoprothetik Knie & Hüfte

Hüftprothesen: Aufbau & Funktion

Eine Hüftprothese hilft Ihnen beschwerdefrei zu leben, wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Bei der fortgeschrittenen Arthrose des Hüftgelenks fehlt der Knorpel im Gelenk und beide Knochen reiben äußerst schmerzhaft aufeinander und schränken die Beweglichkeit erheblich ein. Wenn dann keine Aussicht auf Besserung durch andere Behandlungen besteht, werden Ihre Orthopäd*innen/Unfallchirurg*innen Ihnen die Implantation einer Hüftprothese empfehlen.

Falls eine Operation tatsächlich notwendig ist, besprechen Sie im Vorbereitungsgespräch mit Ihren Vivantes Chirurg*innen die für Sie am besten geeignete Prothese.

Ein künstliches Hüftgelenk wird eingesetzt, um Ihnen wieder Aktivität und Lebensqualität zurückzugeben. Wir begrüßen einen aktiven Lebensstil und auch Ihre sportlichen Aktivitäten.

Leitender Oberarzt & Leiter Endoprothetikzentrum, Klinikum Am UrbanDr. Achraf Esseily

Wie sind Hüftprothesen aufgebaut und aus welchem Material sind sie gefertigt?

Eine Hüftprothese ersetzt nur die durch die Arthrose verschlissenen knöchernen Gelenkpartner. Muskeln, Sehnen und Bänder bleiben durch minimalinvasive Operationsverfahren vollständig erhalten. Das künstliche Gelenk selbst besteht aus mehreren Komponenten, um die Funktion des natürlichen Hüftgelenks wiederherzustellen. Die Hauptbestandteile einer Hüftprothese sind:

Pfanne: Diese Komponente wird in den Beckenknochen eingesetzt und besteht in der Regel ebenfalls aus Metall (Titan).

Inlay / Pfanneneinsatz: Ein Inlay wird in die Pfanne eingesetzt und bildet die Gleitfläche für den Kugelkopf. Das Inlay besteht in der Regel aus einem sehr stabilen, hochvernetzten Kunststoff, seltener aus Keramik oder Metall.

Kopf: Der Kugelkopf wird auf den Schaft gesetzt und bildet den beweglichen Teil des Gelenks. Er besteht überwiegend aus Keramik, seltener aus Metall und passt exakt in die Form des Inlays, bildet somit die neue Gleitfläche des Gelenkes.

Schaft: Dieser Teil wird im Oberschenkelknochen befestigt. Er besteht meist aus Metall, wie Titan oder einer Edelstahl-Legierung.

Verankerung: Die Komponenten der Hüftprothese können entweder durch Einwachsen in den Knochen (zementfrei) oder durch Knochenzement (zementiert) im Knochen verankert werden.

Wie funktioniert eine Hüft-Endoprothese?

Nach dem Einsetzen des künstlichen Gelenks gleitet der Kopf des Hüftschafts passgenau im Inlay der Gelenkpfanne. Das Drehzentrum ist dabei an exakt der gleichen Stelle wie im gesunden Hüftgelenk. Dies ermöglicht die regelrechte Funktion der Muskulatur sowie eine schmerzfreie Bewegung und Belastung des Gelenks.

Gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Hüftprothese im Knochen zu befestigen?

Zementfreie Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP)

Die Verankerung der Hüft-TEP erfolgt durch Anwachsen von Knochengewebe auf der rauen Oberfläche der Prothesenteile. Dies ist heute bei guter Knochenqualität die Standardversorgung und mit einer langen Haltbarkeit verbunden.

Zementierte Hüft-Totalendoprothese

Bei reduzierter Festigkeit des Knochens oder besonderen Knochenformen ist eine zementierte Implantation mit modernem Knochenzement die sicherere Verankerung. Dies hat auf die langfristige Funktion und Haltbarkeit Ihrer Prothese keinen negativen Einfluss.

Welche Hüftprothesen gibt es?

Die Wahl der Hüftprothese hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Ihr Alter, Ihr Aktivitätsniveau, Ihr allgemeiner Gesundheitszustand, bestimmter Fehlstellungen des Gelenkes und das Ausmaß Ihrer Hüftgelenkschädigung. Hier erläutern wir die gängigsten Hüftprothesen:

Totalendoprothese (TEP)

Die zementfreie Hüftprothese: Sie wird häufig bei aktiveren Patienten mit guter Knochenqualität verwendet.

Die zementierte Hüftprothese: Sie kommt bei älteren Patienten mit reduzierter Knochenqualität zum Einsatz, um eine sichere Verankerung und Belastbarkeit zu gewährleisten.


Kurzschaftprothese

Diese Prothese hat einen kürzeren Schaft als die traditionelle Totalendoprothese, was mehr Knochensubstanz am Oberschenkelknochen erhält. Sie ist geeignet fürPatienten*innen mit sehr guter Knochensubstanz, also in der Regel jüngere Patienten*innen.


Duokopfprothese

Eine Duokopfprothese ist eine spezielle Art der Hüftprothese, bei der nur der Schaft und der Hüftkopf ersetzt wird - die Hüftpfanne jedoch die natürliche bleibt. Diese Variante wird überwiegend zur Behandlung von Schenkelhalsfrakturen verwendet.


Revisionsprothese

Ist die Haltbarkeit einer Hüftprothese nach vielen Jahren nicht mehr gegeben, ist möglicherweise ein Austausch eines Implantatteils oder der gesamten Prothese ratsam.  Die häufigste Ursache ist die abnutzungsbedingte Lockerung einzelner oder aller Komponenten. Auch andere Ursachen bei schmerzhafter Hüft-TEP können einen Austausch notwendig machen (z.B. Fraktur, Instabilität oder Infektion). Die Revisionsprothese ist speziell darauf ausgelegt, auch nach dem Wechsel eine gute Fixation, Stabilität und Funktion zu bieten.


Wie lange hält eine Hüftprothese?

Die Haltbarkeit einer Hüftprothese ist abhängig von vielen Faktoren, wie Alter, Knochenqualität, Beanspruchung und Aktivitätslevel. Statistisch sind nach 15 Jahren noch über 90% der künstlichen Gelenke intakt. Das Risiko für eine weitere Abnutzung steigt dann mit der Zeit langsam an. Sollte Ihr künstliches Gelenk verschlissen sein, beraten wir Sie gerne zu einer möglichen Wechseloperation.

Welche Aktivitäten kann man mit einer Hüft-Endoprothese durchführen?

Ein künstliches Hüftgelenk wird eingesetzt, um Ihnen wieder Aktivität und Lebensqualität zurückzugeben. Daher begrüßen wir einen aktiven Lebensstil und auch sportliche Aktivitäten. Sobald die Muskulatur vollumfänglich aufgebaut und funktionsfähig ist, können Sie ohne Einschränkungen aktiv sein.

Aufgrund der möglichen Abnutzung des Gelenkes bei größeren Belastungen gibt es jedoch grundsätzlich Aktivitäten/Sportarten, die eher empfohlen werden und andere weniger.

Empfohlene Sportarten sind gelenkschonende Sportarten mit gleichmäßigen, fließenden Bewegungen, ohne Stoßbelastungen:

Beispiele: Radfahren (Fahrrad mit tiefem Einstieg), Nordic-Walking, Wandern, Schwimmen (kein Brustbeinschlag), Aquagymnastik oder Skilanglauf.

Bei sehr gutem Muskelstatus und technisch effizienter Umsetzung sind natürlich auch andere Sportarten möglich, jedoch potentiell mit einem erhöhten Verletzungsrisiko und einem erhöhten Verschleiß des Implantates verbunden:

Beispiele: alle Sportarten, die Drehungen oder Stoßbelastungen forcieren, wie etwa Tennis, Squash, Badminton, Ski Alpin sowie solche, die mit einer hohen Verletzungsgefahr durch einen Ball, Gegner oder Mitspieler einhergehen, wie zum Beispiel Kampf- oder Ballsportarten.

Fragen Sie am besten Ihre behandelnden Ärzt*innen und Therapeut*innen, ob Sie die eine oder andere Lieblingssportart treiben dürfen.

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Zertifizierungen der Vivantes Kliniken für Endoprothetik mit Schwerpunkt Knie & Hüfte

Zertifiziertes Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung, Auguste-Viktoria-Klinikum, Schöneberg
Zertifiziertes Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung, Klinikum Am Urban, Kreuzberg
Zertifiziertes Endoprothetikzentrum, Klinikum Kaulsdorf, Marzahn-Hellersdorf
Zertifiziertes Endoprothetikzentrum, Klinikum im Friedrichshain, Friedrichshain
Zertifizierter Kniechirurg PD Dr. med. Tilman Pfitzner, Klinikum Spandau, Spandau & Humboldt-Klinikum, Reinickendorf
Zertifizierter Kniechirurg Dr. med. Achraf Esseily, Klinikum Am Urban, Kreuzberg

„Einrichtungen, die die gestellten Anforderungen erfüllen und dies auch während einer ca. zweitägigen Auditierung nachweisen, können sich als EndoProthetikZentrum bzw. EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung  von der Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie zertifizieren lassen. Patient*innen können an dem erteilten Zertifikat erkennen, dass sich eine Einrichtung intensiv mit dem Thema des künstlichen Gelenkersatzes des Hüft- und/oder des Kniegelenkes auseinandergesetzt hat und die durch die Fachgesellschaft aufgestellten Qualitätsanforderungen erfüllt. Auch hat sich die Klinik verpflichtet, die Behandlungsergebnisse ihrer Endoprothetik-Operationen konsequent zu überprüfen.“ (Quelle: endocert.de)

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