Gynäkologische Onkologie

  • Zertifizierte Dysplasie-Sprechstunde nach AG-CPC
  • Ovarsprechstunde
  • Operative Therapie bei primären und rezidiven Ovarial-/Peritonealkarzinomen
  • Operative Therapie bei fortgeschrittenem Gebärmuttermund- und Gebärmutterhalskrebs(Exenterationen)
  • Durchführung roboterassistierter gynäkologisch-onkologischer Operationen mit dem "Da-Vinci-System"
  • Laparoskopische nervenschonende Therapie des Zervix und Endometriosekarzinoms sowie radikal systematische paraaortale und pelvine Lymphadenektomie
  • Operative Therapie der Vulva-/Vaginakrebserkrankung mit Lappenplastikrekonstruktion in gleicher Sitzung
  • Mitwirken bei verschiedenen klinischen Studien der AGO und NOGGO
  • Stationäre Chemotherapie
  • Psychoonkologische Rehabilitation
  • Onkologischer Gesprächskreis für Betroffene (Gynäkologie/Psychosomatik/Psychoonkologie)
  • Leitlinienprogramm Onkologie: Patientenleitlinien

Chemotherapie

Bei einer Krebserkrankung ist nach feingeweblicher Untersuchung des entnommenen Gewebes je nach Art und Stadium des bösartigen Tumors eine anschließende Chemotherapie indiziert.

Dabei handelt es sich um Medikamente (Zytostatika), welche über die Blutgefäße als Tropf (intravenös oder über ein Portsystem) verabreicht werden und zu einer Zerstörung von Tumorzellen führen. Diese Medikamente hemmen bevorzugt das Wachstum und die Zellteilung der Krebszellen, da diese Vorgänge bei diesen Zellen schneller als in anderen gesunden Geweben des Organismus ablaufen.

Aber auch gesunde Körperzellen mit hoher Wachstumsrate können angegriffen werden, was die möglichen Nebenwirkungen wie Haarausfall durch Schädigung der Haarwurzeln, Erbrechen und Durchfall durch Beeinträchtigung der Magen- und Darmschleimhautzellen, Fieber und Infektanfälligkeit durch Schädigung von Knochenmarkzellen oder Sensibilitätsstörungen erklärt.

Gebärmutterhals (Cervix)

Was ist der Gebärmutterhals und wo befindet er sich?

Als Gebärmutterhals (im medizinischen Sprachgebrauch „die Zervix“) bezeichnet man den untersten Teil der Gebärmutter. Er ragt in die Scheide hinein und ist dort  in der Tiefe tastbar. In der Mitte des Gebärmutterhalses befindet sich eine Öffnung (im medizinischen Sprachgebrauch „der Zervikalkanal“ genannt),  die Scheide und Gebärmutterinneres miteinander verbindet. Sie ist meistens verschlossen, öffnet sich aber ein wenig zur Menstruation oder vollständig zur Geburt eines Kindes.

Was ist Gebärmutterhalskrebs? Was sind Gebärmutterhalskrebsvorstufen?

Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen sind bösartige Erkrankungen der oberflächlichen Zellschichten des Gebärmutterhalses. Im Bereich des Gebärmutterhalses treffen die Schleimhaut der Scheide und die des Gebärmutterhalses aufeinander. In dieser Grenzschicht, der so genannten Transformationszone, entstehen die bösartigen Veränderungen des Gebärmutterhalses.

Man unterscheidet die Krebsvorstufen (im medizinischen Sprachgebrauch CIN = cervikale intraepitheliale Neoplasie) von den invasiven Krebserkrankungen (im medizinischen Sprachgebrauch Zervixkarzinome). Die Krebsvorstufen/CINs  können sich spontan, also ganz von alleine, zurückbilden. Die Wahrscheinlichkeit hängt von dem Schweregrad der Krebsvorstufe ab. Sie werden eingeteilt in CIN I, II und III.

 

Grad der Veränderung am Gebärmutterhals

spontane Rückbildung

Übergang zu CIN III in % (ohne Therapie)

Übergang zu einem invasiven Gebärmutterhalskrebs (ohne Therapie)

CIN I

Leichte Veränderungen

57%

11%

1%

CIN II

Mittelschwere Veränderungen

43%

22%

5%

CIN III

Schwere Veränderungen

32%

 

12%

Der Gebärmutterhalskrebs entsteht in den meisten Fällen langsam über Jahre aus den Vorstufen - also über leichte Veränderungen der Gebärmutterhalszellen zu schweren bis zu einem invasiven Tumor.

Warum entsteht Gebärmutterhalskrebs? Gibt es Risikofaktoren und Vorbeugungsmaßnahmen?

Die Ursachen für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind noch nicht vollständig geklärt.  Die Entstehung ist multifaktoriell, das heißt mehrere Faktoren und deren Zusammenspiel sind entscheidend. Der wichtigste Risikofaktor ist eine Infektion mit bestimmten HP-Viren (Humane Papilloma-Viren). Diese werden beim Geschlechtsverkehr übertragen, dringen in die Zellen des Gebärmutterhalses ein, verbleiben dort und führen zu Veränderungen in den Zellen. In nahezu jedem Gebärmutterhalskrebs finden sich HP-Viren. Jedoch erkrankt nur ein Bruchteil (ca. 3%) der Frauen bei denen eine HPV-Infektion vorliegt an einer bösartigen Erkrankung des Gebärmutterhalses. Schützen kann man sich durch die Verwendung von Kondomen und durch eine seit zugelassene Impfung gegen HP-Viren.

Weitere Risikofaktoren sind Rauchen und eine Abschwächung der Immunabwehr.

Da der Gebärmutterhalskrebs fast immer langsam über seine Vorstufen entsteht ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung mit Durchführung eines Krebsabstriches (PAP-Abstrich) beim Frauenarzt sehr wichtig. So kann man bereits  Krebsvorstufen erkennen und behandeln.

Gebärmutterhalskrebs macht anfangs keine Beschwerden. Erst wenn der Tumor relativ groß ist, kommt es zu Blutungsstörungen, übelriechendem Ausfluss oder Rückenschmerzen.

Was passiert wenn man einen auffälligen Krebsvorsorgeabstrich hat?

Auffällige Krebsabstrichebefunde werden in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Die Einteilung reicht von Zellveränderungen im Sinne einer Entzündung, die lediglich kontrolliert werden müssen bis zu nahezu eindeutig bösartigen Veränderungen.

Zur weiteren Diagnostik wird der Frauenarzt den Gebärmutterhals mit dem Kolposkop, einem speziellen Mikroskop, begutachten. Zeigen sich auffällige Bereiche können Probebiopsien entnommen werden.  Außerdem wird in der Regel ein Abstrich auf HP-Viren entnommen. Die Untersuchung und die Probeentnahme werden auf dem gynäkologischen Stuhl durchgeführt und sind nicht schmerzhaft, eine Narkose ist nicht notwendig. In unserer Klinik werden diese Untersuchungen in einer speziellen  Dysplasie-Sprechstunde durchgeführt.

Welche Behandlungsoptionen gibt es bei Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses?

Wird eine Krebsvorstufe schweren Grades (CIN III) diagnostiziert muss eine sogenannte Konisation (LOOP) durchgeführt werden. Das ist eine Operation, bei der von der Scheide aus ein Teil des Gebärmutterhalses und die darin enthaltene Krebsvorstufe per Strom oder Laser entfernt werden. Bei den leichteren Krebsvorstufen CIN I und CIN II werden meist lediglich regelmäßige Kontrollen durchgeführt, da sie wie oben beschrieben, eine gute Chance haben sich zurückzubilden.

Welche Behandlungsoptionen gibt es bei Gebärmutterhalskrebs?

Wird ein Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert sind in der Regel weitere Untersuchungen zur Ausbreitungsdiagnostik notwendig.

Es gibt drei grundsätzliche Möglichkeiten den Gebärmutterhalskrebs zu behandeln:

  1. durch eine Operation
  2. durch eine Strahlentherapie
  3. durch eine Chemo- oder Antikörpertherapie

Die Therapie des Gebärmutterhalskrebses erfolgt stadienabhängig. Die Stadien reichen von I bis IV und hängen von der Größe des Tumors, der Ausbreitung im  Becken, dem Lymphknotenbefall und dem Vorliegen von Metastasen, sogenannten Tochtergeschwulsten, ab.

Bei sehr kleinen Tumoren, sogenannten Mikrokarzinomen, ist eine Konisation oder eine einfache Gebärmutterentfernung ausreichend. Besteht noch Kinderwunsch kann unter Umständen eine sogenannte Trachelektomie durchgeführt werden, eine OP,  bei der der Gebärmutterkörper erhalten bleibt und damit eine Schwangerschaft weiterhin möglich ist.

Die  Eierstöcke bleiben in der Regel erhalten, dies hängt zum Teil von der histologischen Differenzierung des Tumors ab.

Die  Operation kann entweder per Bauchschnitt oder auch laparoskopisch (per Bauchspiegelung) durchgeführt werden. Auch roboter-assistierte Chirurgie mit dem DaVinci-Operationssystem kann zum Einsatz kommen. An unserer Klinik werden alle möglichen Operationsverfahren angewendet, inkl. der TMMR (Totale mesometriale Resektion). Die TMMR ist eine neue in Leipzig entwickelte Operation, die sich an der embryonalgeschichtlichen Entwicklung der Beckenorgane orientiert.

Ist der Tumor in die Harnblase und/oder den Enddarm eingewachsen kann nach entsprechender Vordiagnostik und bei ausgewählten Fällen eine sogenannte Exenteration durchgeführt werden. Dabei werden zusätzlich zu den o.g. Organen die Scheide, die Harnblase und/oder der Enddarm komplett entfernt.  Es werden dann eine neue Blase und ein künstlicher Darmausgang angelegt. Diese besonders invasive Operation erfordert ausführliche Vorgespräche und das Abwägen von Vor- und Nachteilen.

Das Sentinellymphknotenverfahren, sogenanntes Wächterlymphknotenverfahren, ist bei Gebärmutterhalskrebs noch nicht ausreichend untersucht und wird nur im Rahmen von Studien durchgeführt.

Vulva- und Vaginalkrebs

Herzlich willkommen auf den Internetseiten der Dysplasiesprechstunde der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Vivantes Humboldt Klinikums Berlin

Als Scheiden- und Vulvakrebs werden bösartige tumoröse Veränderungen der Schamlippe und Scheide bezeichnet. Mehr als 95 Prozent aller dieser bösartigen Erkrankungen entwickeln sich aus Veränderungen der obersten Hautschicht, die  als Plattenepithelkarzinome bezeichnet werden.  

Vulvakrebs macht etwa 4 bis 5 Prozent aller Tumorerkrankungen des weiblichen Genitaltraktes aus und ist damit die vierthäufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Insgesamt erkrankt in Deutschland jedes Jahr eine Frau von 50.000 an Vulvakrebs,  dies entspricht etwa 1.600 Neuerkrankungen pro Jahr, dagegen ist Scheidenkrebs äußerst selten und  macht etwa 0,3% aller bösartigen Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane aus.

Einige Risikofaktoren, die die Entstehung des Vulva- und Vaginalkrebses   begünstigen können, sind insbesondere die Infektion von Humanen Papillom-Viren (HPV), die meist beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Viele Frauen werden irgendwann im Laufe ihres Lebens mit einer Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) konfrontiert, welche überwiegend harmlos verläuft. In einigen Fällen kann es zu einer Persistenz des Virus und daraufhin zum Entstehen von Krebsvorstufen (Dysplasien am Gebärmutterhals, Vagina, Vulva) kommen, welche sich ggf.  zu invasiven Tumoren weiterentwickeln können.

Damit unsere Patientinnen, nicht von einer derartigen Situation betroffen werden, bieten wir ihnen eine Dysplasiesprechstunde an, um die Erkrankung frühestmöglich zu entdecken.

Ein Schwerpunkt unserer Klinik ist die Operation bei Genitalkrebs mit Operationsmethode, die zu weniger Blutverlust und weniger Beschwerden nach der Operation führt. Auch um die Liegedauer kurz zu halten, wenden wir in gleicher Sitzung die Sentinel Lymphknotenentfernung und die Rekonstruktion mit Lappenplastikmethode der Vulva an. Unter anderem kann auch ein plastischer Vaginalaufbau durchgeführt werden.

Wir behandeln je nach  individueller Erkrankungssituation Frauen mit dieser innovativen operativen Methode. Die Operationen werden ausschließlich von erfahrenen Ärzten durchgeführt, die die Zusatzbezeichnung "Gynäkologische Onkologie" besitzen oder sich in der Zusatzweiterbildung befinden. Sie richten sich nach den von der AGO (Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie) erstellten Standards und den existierenden Leitlinien.