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Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Am Nordgraben 2
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Tagesklinik für Angsterkrankungen

Was sind Angststörungen?

Angst ist eine lebenswichtige Emotion, denn sie warnt und beschützt den Menschen vor Gefahren, indem sie uns in Alarmbereitschaft versetzt und so eine Fluchtreaktion auslöst. Das vegetative Nervensystem ist aktiviert: der Blutdruck steigt, Atmung und Herzschlag werden schneller und die Muskeln werden angespannt. Der Gefahr kann aktiv begegnet werden. Somit lernen wir im Verlauf des Lebens, Gefahrenquellen zu meiden. Ein evolutionär lebenserhaltender Prozess.

Darüber hinaus kennen wir alle Ängste aus der Kindheit. Angst vor Dunkelheit, Einsamkeit,  Krankheiten und letztlich dem Tod. Ängste gehören zu unserer normalen Entwicklung. Sie kommen und gehen, mal sind sie ausgeprägter, mal einfach nur begleitend. Im Normalfall lernen wir, mit unseren Ängsten zu leben.

Wenn Angst jedoch völlig losgelöst von Bedrohungssituationen oder bei harmlosen Stimuli in inadäquat ausgeprägter Form auftritt, handelt es sich um eine Form krankhafter Angst. Ohne zu wissen, warum, entwickeln diese Menschen Ängste, die dazu führen können, dass der Alltag erheblich beeinträchtigt ist, dass die Arbeitsfähigkeit nachlässt und dass bestimmte Tätigkeiten zunehmend vermieden werden.

Welche Formen der Angststörung gibt es?

Es gibt unterschiedliche Formen der Angsterkrankung. Man unterscheidet phobische Störungen von der Panik- und generalisierten Angststörung. Die angstauslösende Situation ist jeweils begleitet von körperlichen Symptomen (Schwitzen, Zittern, Herzklopfen etc.) und rationalen Argumenten nicht zugänglich. Phobien sind konkret objekt- (z.B. Tierphobien) oder situationsbezogen (z.B. Klaustrophobie, =Angst vor Eingeschlossensein). Bei der Panikstörung tritt die Angst plötzlich und attackenartig auf. Weiten sich die Ängste auf nahezu alle Lebensbereiche aus, spricht man von einer generalisierten Angststörung. Allen Ängsten ist es gemeinsam, dass sie ein Vermeidungsverhalten auslösen, um dem Angstreiz zu entgehen. Hierdurch können nachhaltige Einschränkungen der Alltags- und Funktionsfähigkeit eintreten. Bei fehlender Behandlung der Angststörung, drohen sich die Ängste auszuweiten und einen übermäßigen Stellenwert einzunehmen, so dass die Unsicherheit wächst und sich die Symptomatik verstärkt.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Um die Diagnose einer Angststörung stellen zu können, ist es wichtig, die aktuelle Symptomatik, die Entstehung und den Verlauf der Ängste genau zu kennen. Daher wird der Arzt oder Psychotherapeut mit dem Betroffenen zunächst ein ausführliches Gespräch führen. Hierbei werden häufig Fragen zur Lebensgeschichte und zu früheren oder aktuellen Belastungen gestellt. Das Gespräch dient auch dazu, herauszufinden, ob die Angst das hauptsächliche Problem ist oder ob sie im Rahmen einer anderen psychischen Erkrankung, zum Beispiel einer Depression, auftritt. Um genau festzustellen, wie oft und in welchen Situationen die Ängste auftreten, werden zusätzlich oft auch Fragebögen einsetzt.

Um eine körperliche Erkrankung auszuschließen, wird eine Reihe körperlicher Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören meist eine Blutuntersuchung und ein EKG, bei dem die elektrische Aktivität des Herzens gemessen wird. Zum Teil wird auch eine Untersuchung des Kopfes mithilfe der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) oder der Computertomographie (CT) durchgeführt.

Wie werden Angstörungen behandelt?

Ängste und Angststörungen lassen sich umso besser behandeln, je kürzer die Angst vorhanden ist. Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig eine Therapie aufzusuchen. Allerdings sind die Erfolgsaussichten einer Behandlung auch bei länger bestehenden Ängsten relativ gut. In vielen Fällen ist dabei eine alleinige Psychotherapie ausreichend. Darüber hinaus ist der angstlösende und stimmungsstabilisierende Effekt von körperlicher Aktivität mittlerweile nachgewiesen. Daher werden häufig auch, ergänzend zur psychotherapeutischen Intervention regelmäßiger Ausdauersport empfohlen. Bei stärker ausgeprägten Ängsten kommt dagegen häufig eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten zum Einsatz.

Behandlungsschwerpunkte

  • Panikstörung
  • Agoraphobie
  • Soziale Phobie
  • Spezifische Phobien
  • Generalisierte Angststörung (GAS)

Therapieangebot

Wir legen Wert darauf, Ihre Erkrankung nach modernen Gesichtspunkten zu behandeln. In den meisten Fällen wird die Kombination einer medikamentösen Behandlung sowie verschiedener Psychotherapieangebote nötig sein, um die Erkrankung zu bessern. Dabei ist uns aber besonders wichtig, dass wir nicht eindimensional an die Therapie herangehen, sondern in Absprache mit Ihnen einen individuellen Therapieplan erstellen, der genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Dabei berücksichtigen wir neben der Schwere der aktuellen Symptomatik, wegen der Sie in unsere Behandlung kommen, auch die psychischen und körperlichen Begleiterkrankungen, sowie persönliche Aspekte, wie Erfahrungen mit einem Medikament oder einer bestimmten Therapieform.

Die folgenden Aufzählungen geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Therapien, die wir in der Tagesklinik für Angststörungen anbieten. 

  • Verhaltenstherapie
  • Pharmakotherapie
  • Psychoedukation
  • Störungsspezifische Gruppentherapien
  • Musiktherapie
  • Ergotherapie
  • Entspannungsverfahren
  • Genusstraining
  • u.v.m.

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Tagesklinik für Psychosomatik