Department für Seelische Gesundheit
Tageskliniken

Die Tageskliniken, die Bestandteil des Zentrums für Affektive Störungen sind, haben bisher 60 Plätze, die sich auf die Diagnosen Depression, Angsterkrankungen und Bipolare Störungen verteilen. 15 Plätze werden für Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen vorgehalten. Das Therapieprogramm ist auf 6 Wochen ausgerichtet und besteht aus Einzel- und Gruppentherapien.

Die Tageskliniken befinden sich in einem eigenständigen Gebäude auf dem Gelände des Humboldt-Klinikums und liegt in einer grünen, ökologisch ausgerichteten Umgebung, die das Wohlbefinden und die Selbstheilungskräfte fördert.

Die Behandlung in den Tageskliniken ist von einem hohen Maß an therapeutischer Intensität durch Psychotherapeuten geprägt. Selbstverständlich wird die Therapie auch ärztlich begleitet, vor allem wenn der Patient/die Patientin  Psychopharmaka benötigt, oder körperlich erkrankt ist. Die eigens auf die genannten Erkrankungen abgestimmten Therapieprogramme helfen Ihnen, diese besser zu verstehen und damit umzugehen. Neben den Einzelgesprächen, legen wir viel Wert auf Aufklärung über die Erkrankung und deren Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen, aber auch auf Entspannungsübungen und Achtsamkeitstraining. Darüber hinaus beinhaltet das Programm Musik- und Ergotherapie sowie ein spezielles Chi-Gong Training. Am späteren Nachmittag kehren Sie in Ihr häusliches Umfeld zurück.

Kontakt Tageskliniken

Schwesternzimmer
(030) 130 12 2418

Tagesklinik Angsterkrankungen
Leitung: Dipl.-Psych. Myriam Schwerin

E-Mail

Tagesklinik Bipolare Störungen
Leitung: Dipl.-Psych. Yvonne Zeisig

E-Mail

Tagesklinik Depression
Leitung: Dipl.-Psych. Julius Hafer

E-Mail

Tagesklinik Psychosomatik
Leitung: Dipl.-Psych. Christina Schäfer

E-Mail

Tagesklinik für Angsterkrankungen

Was sind Angststörungen?

Angst ist eine lebenswichtige Emotion, denn sie warnt und beschützt den Menschen vor Gefahren, indem sie uns in Alarmbereitschaft versetzt und so eine Fluchtreaktion auslöst. Das vegetative Nervensystem ist aktiviert: der Blutdruck steigt, Atmung und Herzschlag werden schneller und die Muskeln werden angespannt. Der Gefahr kann aktiv begegnet werden. Somit lernen wir im Verlauf des Lebens, Gefahrenquellen zu meiden. Ein evolutionär lebenserhaltender Prozess.

Darüber hinaus kennen wir alle Ängste aus der Kindheit. Angst vor Dunkelheit, Einsamkeit,  Krankheiten und letztlich dem Tod. Ängste gehören zu unserer normalen Entwicklung. Sie kommen und gehen, mal sind sie ausgeprägter, mal einfach nur begleitend. Im Normalfall lernen wir, mit unseren Ängsten zu leben.

Wenn Angst jedoch völlig losgelöst von Bedrohungssituationen oder bei harmlosen Stimuli in inadäquat ausgeprägter Form auftritt, handelt es sich um eine Form krankhafter Angst. Ohne zu wissen, warum, entwickeln diese Menschen Ängste, die dazu führen können, dass der Alltag erheblich beeinträchtigt ist, dass die Arbeitsfähigkeit nachlässt und dass bestimmte Tätigkeiten zunehmend vermieden werden.


Welche Formen der Angststörung gibt es?

Es gibt unterschiedliche Formen der Angsterkrankung. Man unterscheidet phobische Störungen von der Panik- und generalisierten Angststörung. Die angstauslösende Situation ist jeweils begleitet von körperlichen Symptomen (Schwitzen, Zittern, Herzklopfen etc.) und rationalen Argumenten nicht zugänglich. Phobien sind konkret objekt- (z.B. Tierphobien) oder situationsbezogen (z.B. Klaustrophobie, =Angst vor Eingeschlossensein). Bei der Panikstörung tritt die Angst plötzlich und attackenartig auf. Weiten sich die Ängste auf nahezu alle Lebensbereiche aus, spricht man von einer generalisierten Angststörung. Allen Ängsten ist es gemeinsam, dass sie ein Vermeidungsverhalten auslösen, um dem Angstreiz zu entgehen. Hierdurch können nachhaltige Einschränkungen der Alltags- und Funktionsfähigkeit eintreten. Bei fehlender Behandlung der Angststörung, drohen sich die Ängste auszuweiten und einen übermäßigen Stellenwert einzunehmen, so dass die Unsicherheit wächst und sich die Symptomatik verstärkt.


Wie wird die Diagnose gestellt?

Um die Diagnose einer Angststörung stellen zu können, ist es wichtig, die aktuelle Symptomatik, die Entstehung und den Verlauf der Ängste genau zu kennen. Daher wird der Arzt oder Psychotherapeut mit dem Betroffenen zunächst ein ausführliches Gespräch führen. Hierbei werden häufig Fragen zur Lebensgeschichte und zu früheren oder aktuellen Belastungen gestellt. Das Gespräch dient auch dazu, herauszufinden, ob die Angst das hauptsächliche Problem ist oder ob sie im Rahmen einer anderen psychischen Erkrankung, zum Beispiel einer Depression, auftritt. Um genau festzustellen, wie oft und in welchen Situationen die Ängste auftreten, werden zusätzlich oft auch Fragebögen einsetzt.

Um eine körperliche Erkrankung auszuschließen, wird eine Reihe körperlicher Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören meist eine Blutuntersuchung und ein EKG, bei dem die elektrische Aktivität des Herzens gemessen wird. Zum Teil wird auch eine Untersuchung des Kopfes mithilfe der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) oder der Computertomographie (CT) durchgeführt.



Wie werden Angstörungen behandelt?

Ängste und Angststörungen lassen sich umso besser behandeln, je kürzer die Angst vorhanden ist. Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig eine Therapie aufzusuchen. Allerdings sind die Erfolgsaussichten einer Behandlung auch bei länger bestehenden Ängsten relativ gut. In vielen Fällen ist dabei eine alleinige Psychotherapie ausreichend. Darüber hinaus ist der angstlösende und stimmungsstabilisierende Effekt von körperlicher Aktivität mittlerweile nachgewiesen. Daher werden häufig auch, ergänzend zur psychotherapeutischen Intervention regelmäßiger Ausdauersport empfohlen. Bei stärker ausgeprägten Ängsten kommt dagegen häufig eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten zum Einsatz.


Behandlungsschwerpunkte

  • Panikstörung
  • Agoraphobie
  • Soziale Phobie
  • Spezifische Phobien
  • Generalisierte Angststörung (GAS)

Therapieangebot

Wir legen Wert darauf, Ihre Erkrankung nach modernen Gesichtspunkten zu behandeln. In den meisten Fällen wird die Kombination einer medikamentösen Behandlung sowie verschiedener Psychotherapieangebote nötig sein, um die Erkrankung zu bessern. Dabei ist uns aber besonders wichtig, dass wir nicht eindimensional an die Therapie herangehen, sondern in Absprache mit Ihnen einen individuellen Therapieplan erstellen, der genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Dabei berücksichtigen wir neben der Schwere der aktuellen Symptomatik, wegen der Sie in unsere Behandlung kommen, auch die psychischen und körperlichen Begleiterkrankungen, sowie persönliche Aspekte, wie Erfahrungen mit einem Medikament oder einer bestimmten Therapieform.

Die folgenden Aufzählungen geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Therapien, die wir in der Tagesklinik für Angststörungen anbieten. 

  • Verhaltenstherapie
  • Pharmakotherapie
  • Psychoedukation
  • Störungsspezifische Gruppentherapien
  • Musiktherapie
  • Ergotherapie
  • Entspannungsverfahren
  • Genusstraining
  • u.v.m.

Tagesklinik für bipolare Störungen

Was ist eine bipolare Störung?

Die bipolare Störung wurde früher manisch-depressive Erkrankung genannt. Sie ist gekennzeichnet durch das wechselnde oder gleichzeitige Auftreten sogenannter manischer oder hypomanischer Phasen und depressiver Phasen.

Hauptmerkmal einer Manie ist eine deutlich gehobene oder gereizte Stimmung, die mindestens eine Woche lang besteht. Daneben können weitere Beschwerden auftreten wie:

  • Tatendrang und Ruhelosigkeit: Viele Dinge werden angefangen, ohne sie zu beenden.
  • Vermindertes Schlafbedürfnis: Trotz weniger Stunden Schlaf fühlt man sich ausgeruht.
  • Rededrang: Reden ohne Punkt und Komma.
  • Gedankenrasen: Ideen rasen durch den Kopf, die alle verbalisiert oder umgesetzt werden müssen.
  • Leichtsinniges oder rücksichtsloses Verhalten (z. B. riskante Überholmanöver, ungeschützter Geschlechtsverkehr)
  • Verlust normaler sozialer Hemmungen (z. B. Eigentum verschenken, verschwenderische Geldausgaben)
  • Konzentrationsschwierigkeiten und leichte Ablenkbarkeit
  • Gesteigertes Selbstvertrauen, bis hin zu Größenideen (z. B. die Überzeugung haben, man sei Gott oder der Weltherrscher)

Wichtigstes Kennzeichen einer Hypomanie ist die an mindestens vier aufeinanderfolgenden Tagen deutlich gehobene oder gereizte Stimmung. Darüber hinaus können auch einige der oben beschriebenen manischen Kennzeichen auftreten, allerdings in geringerer Ausprägung, sodass der Alltag noch zu bewältigen ist.

Die Hauptmerkmale einer Depression sind:

  • Gedrückte Stimmung
  • Interessen- und Freudlosigkeit an fast allen Aktivitäten
  • Verminderung des Antriebs
  • Minderwertigkeitsgefühle oder Gefühle der Wertlosigkeit
  • Appetitverlust
  • Schlafstörungen
  • Lebensüberdruss / Suizidgedanken

Von einer Depression spricht man dann, wenn die genannten Symptome mindestens zwei Wochen anhalten.

Für weitere Informationen über die Bipolare Störung nutzen Sie bitte auch die Internetseiten von den mit uns befreundeten und zusammenarbeitenden Organisationen:

  • Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen: www.dgbs.de
  • bipolaris – Manie und Depression Selbsthilfevereinigung Berlin-Brandenburg e.V.: www.bipolaris.de

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zu Beginn der Behandlung durchlaufen Sie eine Diagnostikphase. Hier kommen psychologische Tests, ausführliche Interviews, Verhaltens- und Lebensstilanalysen sowie die Methode des Life-Charting zum Einsatz. Auf diese Weise werden auch evtl. Verdachtsdiagnosen auf den Prüfstand gestellt.

Neben Ihrer seelischen wird auch Ihre körperliche Gesundheit untersucht. Gegebenenfalls werden zur diagnostischen Abklärung und weiteren Behandlungsplanung ärztliche Kollegen aus anderen medizinischen Fachbereichen hinzugezogen.

Unter Einbezug aller gewonnenen Informationen werden sodann psychotherapeutische und pharmakologische Interventionen gemeinsam mit Ihnen geplant und eingeleitet.

In enger Absprache mit Ihnen wird ein Behandlungsprogramm zusammengestellt, welches an Ihre individuelle Bedürfnis- und störungsspezifische Kenntnislage angepasst ist.

Um die Diagnose einer bipolaren Störung stellen zu können, ist es wichtig, die aktuelle Symptomatik, die Entstehung und den Verlauf genau zu kennen. Daher wird der Arzt oder Psychotherapeut mit dem Betroffenen zunächst ein ausführliches Gespräch führen. Hierbei werden häufig Fragen zur Lebensgeschichte und zu früheren oder aktuellen Belastungen gestellt. Das Gespräch dient auch dazu, herauszufinden, ob die Stimmungsschwankungen das hauptsächliche Problem sind oder ob sie im Rahmen einer anderen psychischen Erkrankung auftreten. Um genau festzustellen, wie oft und in welchen Situationen die Stimmungsschwankungen auftreten, werden zusätzlich oft auch Fragebögen einsetzt.

Um eine körperliche Erkrankung auszuschließen, wird eine Reihe körperlicher Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören meist eine Blutuntersuchung und ein EKG, bei dem die elektrische Aktivität des Herzens gemessen wird. Zum Teil wird auch eine Untersuchung des Kopfes mithilfe der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) oder der Computertomographie (CT) durchgeführt.


Therapieangebot

Wir legen Wert darauf, Ihre Erkrankung nach modernen Gesichtspunkten zu behandeln. In den meisten Fällen wird die Kombination einer medikamentösen Behandlung sowie verschiedener Psychotherapieangebote nötig sein, um die Erkrankung zu bessern. Dabei verfolgen wir eine ganzheitliche Behandlungsstrategie, welche einerseits auf die Linderung der aktuellen Symptomatik und die positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs abzielt, andererseits die Auswirkungen der Stimmungsschwankungen und Krankheitsepisoden auf die individuelle Lebensplanung und Lebensqualität berücksichtigt. So ist es uns wichtig mit Ihnen über Ihre persönliche Situation ins Gespräch zu kommen, auf für Sie relevante Aspekte wie z. B. Partnerschaft, Familienplanung, berufliche Perspektive und Freizeitgestaltung therapeutisch einzugehen. Für einen Austausch auf Augenhöhe sind auch Ihre Angehörigen jederzeit herzlich eingeladen.

Die folgenden Aufzählungen geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Therapien, die wir in der Tagesklinik für bipolare Störungen anbieten.

  • Verhaltenstherapie in Einzel- und Gruppensitzungen
  • Pharmakotherapie
  • Psychotherapeutische Gruppen:
    • Psychoedukation
    • Life-Chart/Lebenslinie
    • Persönlichkeitsstile
    • Soziale Kompetenzen
    • für Angehörige
  • Psychologische Trainings:
    • Achtsamkeit
    • Entspannung
    • Skills
    • Genuss
    • Kognition
  • Beratungsangebote:
    • Sozialdienst
    • Peer-Beratung
    • Lebensstilberatung
  • Komplementäre, ergänzende Therapien:
    • Musiktherapie
    • Ergotherapie
    • Selbstmanagement
  • Körperorientierte Angebote:
    • Qi Gong
    • Physiotherapie
    • Walking
  • u.v.m.

Wir verfolgen einen trialogischen Behandlungsansatz: Betroffene mit Bipolarer Störung, deren Angehörige, Peer-Berater sowie das Behandlerteam sitzen bei uns in einem Boot!


Unser Behandlungsprogramm

  • Wir wählen Therapiemodule aus, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse und Vorkenntnisse abgestimmt sind.
  • Unser Psychoedukationsprogramm richtet sich an Patienten, die erst kürzlich erkrankt oder erst kürzlich von ihrer bipolaren Störung erfahren haben.
  • Darauf aufbauend und für Patienten mit langjähriger Diagnoseerfahrung bietet sich die Teilnahme am Psychotherapieprogramm an.
  • Beide Behandlungsprogramme beinhalten neben einer medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung auch eine Beratung durch Betroffene (Peer-Beratung), eine Lifestyle-Beratung, Ergo- und Musiktherapie sowie achtsamkeits- und entspannungsbasierte Techniken sowie bewegungsorientierte Angebote.
  • Darüber hinaus berät und begleitet Sie unser Sozialdienst bei der Bewältigung von sozialrechtlichen und psychosozialen Problemen.
  • Ziel ist es, dass Sie mit Ihrer Erkrankung besser leben lernen.