Weiterführende Informationen

Myome

Myome sind gutartige Muskelknoten der Gebärmutter oder der umliegenden Bandstrukturen. Etwa ein Drittel aller Frauen erkranken daran. Myome können folgende Beschwerden hervorrufen:

  • Verstärkte, verlängerte schmerzhafte Regelblutungen
  • Unterbauchschmerzen, Rückenschmerzen, Druckgefühl im Unterbauch sowie vermehrter Harndrang
  • Probleme, schwanger zu werden oder die Schwangerschaft zu halten (häufige Fehlgeburten)

Myome sollten nur behandelt werden, wenn sie Beschwerden oder ungewollte Kinderlosigkeit verursachen. Im Ultraschall können Myome nicht immer eindeutig von versprengter Gebärmutterschleimhaut in der Muskelwand der Gebärmutter (Adenomyose) unterschieden werden. Des Weiteren kann sich in extrem seltenen Fällen hinter einem vermeintlichen Myom ein bösartiger und sehr aggressiver Tumor der Gebärmutter (Sarkom) verbergen. Diese Fragen klären wir in unserer Myomsprechstunde.

Die Therapie der Myome richtet sich, neben der Lage, Größe und Anzahl der einzelnen Myome, insbesondere nach der Familienplanung der betroffenen Patientin. Wenn Sie einen Kinderwunsch haben, steht an allererster Stelle zunächst der Erhalt der ansonsten gesunden Gebärmutter. Alternative Therapieverfahren wie eine Myomembolisation oder Ultraschalltherapie sind bei bestehendem Kinderwunsch eher nicht geeignet. Ziel ist es, Myome wenn möglich per Bauchspiegelung zu entfernen und die Gebärmutter in ihrer ursprünglichen Form mittels Naht wiederherzustellen. Myome, die nur in der Gebärmutterhöhle liegen (rein submukös) können dagegen relativ unkompliziert durch eine operative Gebärmutterspiegelung entfernt werden.

Ist Ihre Familienplanung bereits abgeschlossen, so entfernen wir die gesamte Gebärmutter einschließlich der Myome. Dies ist meist per Bauchspiegelung möglich, nur in seltenen Fällen ist ein Bauchschnitt notwendig. Wenn Sie einen Organerhalt wünschen, stehen alternative Therapieverfahren zur Verfügung. Eine Verschorfung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation) bietet bei Myomen eher schlechte Erfolgsaussichten. Hormonelle Kontrazeptiva (zum Beispiel Pille und Hormonspirale) lindern meistens nur leichte Beschwerden. Medikamentös wird mit „Ulipristalacetat“ (ESMYA) seit 2012 eine Tablette eingesetzt, die viele Beschwerden bei Myomen, bei gleichzeitig geringen Nebenwirkungen, lindern kann. Durch diese Innovation ist es nun kaum noch nötig, Frauen künstlich in die Wechseljahre zu versetzen. Die Behandlung mittels GnRH-Analoga mit all ihren Nebenwirkungen wurde weitgehend ersetzt. Der Wirkstoff wird auch häufig vor einer geplanten Operation eingesetzt, um die Größe der Myome zu verringern und den Eingriff zu erleichtern.

Darüber hinaus verfügen wir mit der Myomembolisation heute über ein Verfahren, bei dem Mikropartikel in die zuführenden Blutgefäße eingeführt werden. Dadurch stirbt das Myom ab. Dieses Verfahren ist allerdings häufig mit starken Schmerzen verbunden und bietet eine Erfolgsrate von circa 80 Prozent. In Zusammenarbeit mit unserer Abteilung für Radiologie bieten wir die Myomembolisation bei abgeschlossener Familienplanung auch in unserer Klinik an.

Das neueste Verfahren ist die Therapie mittels fokussiertem Ultraschall, die an einigen spezialisierten Zentren in Deutschland angeboten wird. Auch diese Therapie bietet keine hundertprozentige Erfolgsrate, ist ebenso mit Schmerzen verbunden und zurzeit noch sehr teuer für die Patientinnen.

In unserer Myomsprechstunde bestimmen wir in einer gynäkologischen Untersuchung mittels Ultraschall zunächst die genaue Anzahl, Lage und Größe der Myome. Wir erstellen wir im Anschluss gemeinsam ein Therapiekonzept, bei der wir Ihre individuelle Situation und Wünsche berücksichtigen.