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Operationen bei Kinderwunsch

Organische Ursachen, die einem Kinderwunsch im Weg stehen, finden sich typischerweise in der Gebärmutterhöhle sowie im Bauchraum der Patientin. Aus diesem Grund wird meistens in einem Eingriff eine kombinierte Spiegelung der Gebärmutter und der Bauchhöhle vorgenommen. Dabei werden sämtliche Erkrankungen, die dem Kinderwunsch im Wege stehen könnten, behandelt.

Prinzipiell unterscheiden wir beim unerfüllten Kinderwunsch (Sterilität) zwischen primärer Sterilität (die Patientin wird gar nicht erst schwanger), sekundärer Sterilität (die Patientin war bereits einmal schwanger) und der habituellen Abortneigung (die Patientin hatte mindestens zwei Fehlgeburten in den ersten drei Monaten hintereinander). Hier können organische Ursachen zugrunde liegen, die wir in unserer Klinik operativ behandeln. Bei einer Gebärmutterspiegelung können wir Erkrankungen der Gebärmutterhöhle feststellen und behandeln.

Polypen der Schleimhaut entfernen wir operativ, genauso wie gutartige Muskelknoten (sogenannte submuköse Myome). Beide können den Spermientransport durch die Gebärmutterhöhle beeinträchtigen, die Einnistung der Eizelle behindern und führen in vielen Fällen zu wiederholten Fehlgeburten. Auch angeborene Fehlbildungen der Gebärmutter, wie den Uterus Subseptus (es befindet sich ein angeborenes Segel aus Bindegewebe in der Gebärmutter) sowie den sogenannten T-Shape-Uterus (hier ist die Gebärmutterhöhle durch erweiterte Seitenwände stark eingeengt), können Ursache für eine ausbleibende Schwangerschaft sein. Diese angeborenen Fehlbildungen können in unserer Sprechstunde mittels modernstem 3D-Ultraschall bereits vor der Operation diagnostiziert werden. Die operative Behandlung zeigt in zahlreichen Studien deutlich verbesserte Schwangerschaftsraten. Wenn bereits früher Eingriffe an der Gebärmutter vorgenommen wurden, zum Beispiel Schwangerschaftsabbrüche, Ausschabungen nach einer Fehlgeburt oder Entfernen von Plazentaresten nach einer Geburt, kann es zu Verwachsungen (intrauterinen Synechien) kommen. Sie können der Grund für die Kinderlosigkeit sein. Dies kann sich im Extremfall, wenn sogar die Blutung ausbleibt, als sogenanntes Asherman-Syndrom äußern, das unbedingt operativ behandelt werden sollte. Wir legen bei diesen Operationen höchsten Wert darauf, gesundes Gewebe zu schonen und arbeiten, wenn möglich, rein mechanisch und ohne Einsatz von Strom. In einigen Fällen wird nach der Operation für drei Wochen ein kleiner Ballon in die Gebärmutter eingelegt und eine begleitende Hormontherapie eingeleitet, um den bestmöglichen Wiederaufbau der gesunden Gebärmutterschleimhaut zu gewährleisten.

Nach Infektionen oder Eileiterschwangerschaften kann es häufig zu einem Verschluss der Eileiter kommen, der einer Befruchtung im Wege steht. Die Bauchspiegelung ermöglicht uns zunächst den Blick auf die Eileiter. Über die Gebärmutter wird nun ein blauer Farbstoff gespritzt und damit getestet, ob die Eileiter durchgängig sind. In den meisten Fällen können wir diesen Verschluss intraoperativ wieder öffnen. Im selben Eingriff können wir weitere schwangerschaftshemmende Erkrankungen im Bauchraum behandeln: Myome der Gebärmutterwand, also im Bauchraum versprengte Gebärmutterschleimhaut, die zu starken Regelschmerzen, aber auch zur Sterilität führen kann (Endometriose) oder Verwachsungen nach einer Infektion oder Operation. Außerdem können wir das PCO-Syndrom operativ behandeln („ovarian drilling“).

Bei speziellen Fragen stehen wir Ihnen jederzeit in unserer oberärztlichen Kinderwunschsprechstunde zur Verfügung.