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Aortenaneurysmen

Die Behandlung Aortenaneurysmen (Aufweitungen in den Schlagadern) gehört zu den medizinischen Schwerpunkten des Instituts für Radiologie und interventionelle Therapie. Damit Sie diese Erkrankung und unsere Therapieansätze besser verstehen, haben wir die häufigsten Fragen für Sie zusammengestellt.

Was ist ein Aneurysma?

Die Erweiterung eines Blutgefäßes wird als Aneurysma bezeichnet. Prinzipiell kann ein Aneurysma die Venen und Arterien betreffen. Venöse Aneurysmen sind allerdings sehr viel seltener als Aneurysmen der Arterien.

Es gibt verschiedene Ursachen für die Ausbildung eines Aneurysmas. Bei den meisten Menschen ist es die Arteriosklerose, also die Gefäßverkalkung, die zu der Erweiterung führt. Es gibt auch seltene Ursachen, zum Beispiel angeborene Störungen des Bindegewebes oder Entzündungen der Gefäßwand.

Arterielle Aneurysmen können sich an verschiedenen Orten des Körpers bilden. Häufig betroffen sind die Bauchschlagader, die Brustschlagader, Gefäße des Kopfes und des Beckens sowie die Arterien der Kniekehle.

Die Erweiterung einer Schlagader birgt mehrere Gefahren: Zum einen können sich in der Aussackung Blutgerinnsel bilden. Diese können sich lösen und mit dem Blutstrom verschleppt werden. Zum anderen kann das erweiterte Blutgefäß auf benachbarte Strukturen drücken und so Beschwerden auslösen, zum Beispiel Rückenschmerzen. Die Hauptgefahr eines Aneurysmas ist aber, dass es aufplatzt. Dann strömt Blut ungehindert aus dem Gefäß.

Das Aneurysma der Bauchschlagader

Pro Jahr werden in deutschen Krankenhäusern mehr als 12.000 Patientinnen und Patienten an einer Erweiterung der Bauchschlagader behandelt. Von einem Aneurysma der Bauchschlagader spricht man, wenn es einen Durchmesser von mehr als drei Zentimetern aufweist. Die Häufigkeit in der Bevölkerung liegt im Mittel bei sechs Prozent, wobei ältere Menschen häufiger betroffen sind als jüngere und Männer häufiger als Frauen.

Die größte Gefahr, die von einer Erweiterung der Bauchschlagader ausgeht, ist, dass sie platzt. Man spricht von einer Ruptur. Es kommt dann zu einem meist ungehinderten Blutaustritt in den Bauchraum – es entsteht eine sehr bedrohliche Situation. Viele Patientinnen und Patienten schaffen in diesem Fall nicht mehr den Weg in das Krankenhaus. Etwa 80 Prozent der Betroffenen überleben dieses Ereignis nicht. Das Risiko für ein Platzen der Bauchschlagader ist abhängig vom Durchmesser der Arterie. Je weiter die Schlagader ist, desto größer ist die Gefahr.

Beugen Sie einer Erweiterung der Bauchschlagader vor

Eine einfach durchzuführende Ultraschalluntersuchung des Bauches ist eine geeignete Methode, um eine Erweiterung der Bauchschlagader rechtzeitig zu erkennen. Die Ultraschalluntersuchung ist für den Menschen völlig ungefährlich. Nebenwirkungen treten nicht auf. Vor allem Männer ab dem 65. Lebensjahr sowie Männer und Frauen mit Erkrankungen der Bauchschlagader in der Familie sollten regelmäßig präventiv untersucht werden sollten.

Wie bemerke ich ein Aneurysma der Bauchschlagader?

Meist bemerkt man leider gar nichts – und gerade das ist es, was die Erkrankung so gefährlich macht. Manchmal treten zeitweilige oder dauerhafte Schmerzen des Rückens auf, die in das Becken oder in die Leisten ausstrahlen können. Mitunter kann man eine Pulsation im Bauch tasten. Es kann zu einem Völlegefühl kommen, aber auch zu Beschwerden beim Gehen, der sogenannten Schaufensterkrankheit.

Insgesamt sind die Beschwerden jedoch eher vage. Wenn ein Aneurysma platzt, kommt es dagegen zu plötzlichen und sehr starken Schmerzen. Aufgrund des großen Blutverlustes tritt schnell eine starke Schwäche ein. Es kommt zu einem Schock mit Blutdruckabfall. Einige berühmte Menschen sind an einem geplatzten Aneurysma der Bauchschlagader gestorben, zum Beispiel Albert Einstein.


Wann und wie wird das Aneurysma behandelt?

Wird das Aneurysma rechtzeitig entdeckt, sollte bei Frauen ab einem Durchmesser von 4,5 Zentimetern und bei Männern ab einem Durchmesser von 5 Zentimetern eine Behandlung erfolgen. Auch bei einem schnellen Wachstum des Aneurysmas (einer Zunahme von fünf Millimetern innerhalb von sechs Monaten) oder Anzeichen für eine drohende Ruptur (das Platzen) sollte rasch eine Therapie einsetzen.

Für die Therapie gibt es prinzipiell zwei Behandlungsmöglichkeiten: Zum einen kann in einer offenen Operation das erkrankte Gefäß ersetzt werden. Dazu werden Kunststoffschläuche verwendet.

Alternativ kann das erweiterte Gefäß von innen abgedichtet werden. Dabei ist nur ein kleiner Schnitt in beide Leisten erforderlich, über den die Gefäßprothesen (ummantelte Stents) in das erweiterte Gefäß hineingeschoben und dort entfaltet werden. Diese Methode belastet die Patientinnen und Patienten deutlich weniger als eine offene Operation. Sie erholen sich schneller und dürfen das Krankenhaus früher wieder verlassen.

Im Vivantes Humboldt-Klinikum können beide Verfahren jederzeit durchgeführt werden.