Kardiologie, Allgemeine Innere Medizin und konservative Intensivmedizin
Wiederbelebung

Was tun?

Erster Schritt: Hilfe herbeirufen?

Patient schütteln und ansprechen. Wenn er reagiert, in seiner Körperlage belassen und Hilfe herbeirufen (Notruf 112). Wenn er nicht reagiert auch sofort Hilfe herbeirufen (Notruf 112).

Zweiter Schritt: Atmet der Patient normal?

Kopf überstrecken, Kinn anheben sowie Schauen (Brustkorbbewegung?), Hören und Fühlen (Luftstrom in den Atemwegen?). Beachten: Schnappatmung ist keine normale Atmung!

Dritter Schritt: Beginn der Herzdruckmassage

Wenn der Patient nicht reagiert oder keine normale Atmung hat, müssen Sie, nachdem Sie über den Notruf Hilfe hinzu gerufen haben, sofort mit der Wiederbelebung beginnen.

Dazu: Oberkörper des Patienten freimachen. An der Seite des Patienten niederknien. Den Handballen auf die Mitte des Brustbeins des Patienten aufsetzen, zweite Hand auf den Handrücken der ersten Hand platzieren.
Senkrecht über die Brust des Patienten beugen und mit gestreckten Armen das Brustbein.

4 - 5 cm in Richtung  Wirbelsäule mit einer Frequenz von 100/Min. niederdrücken. Nach jedem Drücken das Brustbein vollständig entlasten, ohne den Kontakt zwischen Hand und Brustbein zu verlieren.

Vierter Schritt: Beatmung

Nach 30maligem Drücken des Brustbeins werden die Atemwege durch Überstrecken des Kopfes und Anheben des Kinns geöffnet. Mit der die Stirn haltenden Hand die Nase verschließen. Mit den Lippen den Mund des Patienten umschließen und über 1 Sekunde Luft in den Patienten pusten, so dass der Brustkorb sich eben erkennbar hebt. Patienten ausatmen lassen (Brustkorb sinkt) und Beatmung noch einmal wiederholen. Nach den beiden Beatmungen folgt erneut 30maliges kräftiges Drücken des Brustbeins und wiederum zwei Beatmungen usw. (30:2-Regel). Dies soll bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortgesetzt werden.

Sind zwei Helfer vorhanden, können sich beide die Aufgabe teilen.

Wichtig: Sollte sich ein Helfer aus ästhetischen oder hygienischen Gründen nicht in der Lage sehen eine Mund-Zu-Mund- Beatmung durchzuführen, sollte allein die Herzdruckmassage durchgeführt werden.

Fehler vermeiden

  • Der Patient liegt auf einer weichen oder federnden Unterlage
  • Der Kopf des Patienten ist nicht wirklich überstreckt
  • Die Herzmassage erfolgt nicht in der Mitte des Brustbeins
  • Das Brustbein wird nicht tief genug gedrückt (4 - 5 cm) bzw. die Massage zu hastig ausgeführt.

Vorbereitung für den Ernstfall

Damit der Patient im Ernstfall so schnell wie möglich klinisch versorgt werden kann, ist es sehr hilfreich, die für den eintreffenden Notarzt wichtigen Informationen (wie z. B. über Medikamente, Patientenunterlagen, etc.) sofort griffbereit zu haben. Deponieren Sie diese Unterlagen deshalb immer am gleichen Ort, der leicht zugänglich ist.

Nehmen Sie regelmäßig an einem Erste-Hilfe-Kurs mit Wiederbelebungsübungen teil! Sie können in den Kursen jede Frage und Unklarheit beseitigen. Das wiederholte Üben von Beatmung und Herzdruckmassage hilft Ihnen, Unsicherheit und Befangenheit zu überwinden. Es ermöglicht Ihnen in Notsituationen effektiv zu handeln.

Falls Sie es noch nicht besitzen: kaufen Sie sich ein Handy! Nehmen Sie es mit, wenn Sie die Wohnung verlassen. Ganz besonders, wenn Sie mit dem Menschen, um dessen Herz Sie sich sorgen, in die Natur - z. B. in die Berge fahren. Aber auch mitten in der Stadt kann das Handy kostbare Zeit sparen. 
Haben Sie die wichtigen Telefonnummern immer parat! Die Notrufnummer: 112 Falls Sie ins Ausland fahren: erkundigen Sie sich nach der dortigen Notrufnummer und verwahren sie diese griffbereit.