Institut für Radiologie und interventionelle Therapie

Medizinische Angebote

Bildgebende Diagnostik in der Radiologie

Wer als Patientin oder Patient zu uns ins Institut für Radiologie und interventionelle Therapie im Klinikum Am Urban kommt, hat in der Regel eine Erkrankung, deren Ursache nicht äußerlich sichtbar ist. Mithilfe der modernen Radiologie können wir nicht nur genaue Diagnosen stellen, sondern bereits während der Untersuchung verschiedene Behandlungsmethoden durchführen (interventionelle Therapie). Wir wenden folgende Verfahren der Radiologie bei uns an:

Hepatobiliäre Erkrankungen

Einen Schwerpunkt unserer Arbeit bilden hepatobiliäre Erkrankungen, also Erkrankungen der Leber, der Gallenblase und der Gallenwege. Wir behandeln unter anderem Lebertumore (HCC – Hepatozelluläres Karzinom), neuroendokrine Tumore und Leberzirrhose mit verschiedenen Verfahren und in enger Verbindung mit internistischen und nuklearmedizinischen Therapieansätzen.

Behandlung von Krebserkrankungen

Neben Krebserkrankungen der Leber und des Bauchraums behandeln wir auch andere bösartige Erkrankungen wie Prostatakarzinome, Harnblasenkarzinome und Nierenkarzinome. Dabei arbeiten wir eng mit der Klinik für Hämatologie und Onkologie beziehungsweise der Klinik für Urologie zusammen. Zu unseren wesentlichen Aufgaben in diesem Zusammenhang gehört das Anlegen und Überprüfen von zentralvenösen Zugängen, vor allem vor einer geplanten Chemotherapie, sowie die radiologische Begleitung von Biopsien und Drainagen.

CT-Untersuchung des Herzens

Einen besonderen Stellenwert hat bei uns die CT-Untersuchung des Herzens zur Darstellung der Herzkranzgefäße und zur Beurteilung von strukturellen Veränderungen, zum Beispiel bei einer Angina pectoris-Symptomatik oder vor einer elektrophysiologischen Untersuchung in der kardiologischen Abteilung. 

Computertomographie bei Biopsien oder Behandlungen

Sehr häufig wird die Computertomographie bei uns in der interventionellen Radiologie als Steuerungsinstrument eingesetzt. Hierzu zählen unter anderem die Entnahme von Gewebeproben durch Punktion (Stanzbiopsie), das Einbringen von Drainagekathetern, die Verödung von Nerven, die Schmerzentlastung durch Injektion örtlicher Betäubungsmittel und entzündungshemmender Medikamente sowie die Zerstörung von Tumorgewebe durch gezielte Hitzeeinwirkung (Radiofrequenzablation, Mikrowellenablation). 

Diagnostik ohne Strahlung: Magnetresonanztomographie (MRT)

Ähnlich wie die Computertomographie ist auch die Magnetresonanztomographie (MRT) ein radiologisches Schnittbildverfahren, das die Darstellung beliebiger Ebenen und Organe des Körpers mit hohem Weichteilkontrast erlaubt. Die MRT-Bildgebung basiert auf einer unterschiedlichen Magnetisierung der Wasserstoffatome in den verschiedenen Organen des Körpers durch einen starken Magneten im MR-Tomographen. In der MRT wird keine Röntgenstrahlung angewendet, sodass auch Kinder oder Schwangere untersucht werden können. Genau wie in der CT kann bei speziellen Fragestellungen ein Kontrastmittel injiziert werden, um den Gewebekontrast (zum Beispiel von Tumoren oder Gefäßen) zu erhöhen.

MRT des Herzens

Einen besonderen Stellenwert hat bei uns die MRT-Untersuchung des schlagenden Herzens zur Beurteilungen von strukturellen, entzündlichen oder ischämischen (durch mangelnde Durchblutung hervorgerufenen) Veränderungen, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt oder bei einer Herzmuskelentzündung.

Die Sprache der Fledermäuse: Sonographie (Ultraschall)

Die Sonographie, auch Ultraschall genannt, ist eine seit Jahrzehnten bewährte, für die Patientinnen und Patienten nicht belastende und sehr effektive Möglichkeit der Bildgebung. Die Methode nutzt für den menschlichen Körper unbedenklich Ultraschallwellen zur Bildgebung. Nahezu der gesamte Körper ist dem Ultraschall zugänglich, beispielsweise die inneren Organe, die Blutgefäße, die Schilddrüse, die Brustdrüse und die inneren Geschlechtsorgane bei Frau und Mann. Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet ist die Pränataldiagnostik und die Schwangerenvorsorge. Mit Einschränkungen kann der Ultraschall auch im Bereich des Bewegungsapparats hilfreich sein.

Die interventionelle Radiologie

Moderne bildgebende Methoden wie Angiographie, Computertomographie und Ultraschall erlauben es, spezielle millimeterdünne Instrumente im Körper zu steuern, um so erkranktes Gewebe zu erreichen und dort aktiv zu werden. Diese Untersuchungen werden überwiegend in örtlicher Betäubung durchgeführt, sodass die Patientinnen und Patienten das Krankenhaus meist am nächsten Tag verlassen können. 

Zum Einsatz kommt die interventionelle Radiologie beispielsweise bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, eine Einengung der Schlagader durch eine Arteriosklerose, die zu Durchblutungsstörungen vor allem in den Beinen führt. Diese machen sich je nach Ausmaß als Schaufensterkrankheit, Ruheschmerz oder chronische Fußwunden bemerkbar.

Behandlungen von Tumoren

Die interventionelle Therapie spielt bei der Behandlung von Krebserkrankungen eine wichtige Rolle. So kann in Vorbereitung einer Chemotherapie unter Röntgenkontrolle ein langfristiger venöser Zugang implantiert werden. Wir nutzen dabei sowohl komplett unter die Haut implantierbare Systeme (sogenannte Portkathetersysteme) als auch über eine Oberarmvene eingeführte zentralvenöse Katheter. 

Die interventionelle Onkologie ermöglicht zudem die gezielte Behandlung von Lebertumoren, sowohl bei einem Leberkrebs als auch bei Lebermetastasen. Über einen kleinen Einstich in der Leiste werden die tumorversorgenden Gefäße mit einem winzigen Katheter erreicht. Dort werden chemotherapeutische Substanzen direkt in den Tumor appliziert, sodass das gesunde Lebergewebe ausgespart wird. Anschließend werden kleine Kunststoffkügelchen injiziert, die die Tumorgefäße verschließen und so zu einer Schrumpfung des Tumors führen. Alternativ zu dieser sogenannten Chemoembolisation (TACE) kann auch eine Radioembolisation (mit radioaktiven Mikrokugeln) zu einer lokalen Strahlentherapie verwendet werden. In diesem Fall sprechen die Mediziner von der selektiven internen Radiotherapie (SIRT).

Als eine selbstständige oder ergänzende Methode wird außerdem die Radiofrequenzablation (RFA) durchgeführt, eine lokale Zerstörung des Tumors durch Hitze. Unter Sichtkontrolle in der Computertomographie, die eine präzise Positionierung ermöglicht und Komplikationen durch die Schädigung von Nachbarorganen zu vermeiden hilft, wird dabei eine spezielle Nadel in den Tumor platziert. Anschließend wird ein Wechselstrom angelegt, der zur kompletten Zerstörung des Tumorgewebes durch Hitze führt.

Auch Komplikationen einer Tumorerkrankung (zum Beispiel Blutungen, Gefäßverschlüsse, starke Schmerzen) oder einer fortgeschrittenen Leberzirrhose (vor allem die Aszites oder die Bauchwassersucht sowie Blutungen aus Speiseröhrenkrampfadern) können mithilfe interventionell radiologischer Methoden behandelt werden.

Brustdiagnostik

Brustkrebs ist mit 32 Prozent die häufigste aller Krebserkrankungen der Frau. Aber auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Die meisten Brustkrebserkrankungen sind heute heilbar, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt werden. Für die Brustdiagnostik oder senologische (von französisch „le sein“ – „die Brust“) Diagnostik wenden wir mehrere radiologische Verfahren an: Mammographie (Röntgen), Sonographie (Ultraschall) und Kernspintomografie (MRT).