Urologie
Peniskarzinom

Das Peniskarzinom ist eine sehr seltene Tumorerkrankung des Mannes. Es erkranken ca. 1-2 von 100000 Männern in Europa jedes Jahr neu am Peniskarzinom. Am häufigsten tritt es ab dem 60. Lebensjahr auf. Es kann aber in Einzelfällen auch wesentlich früher beginnen. Meist ist es an der Glans oder am Präputium / Vorhaut des Penis lokalisiert. Da es am Anfang wenige Symptome wie Schmerzen, Blutungen oder Juckreiz verursacht, ist jede langwidrige Veränderung der Hautbeschaffenheit, wie Festigkeit und Farbe und auch eine Vorhautverengung abzuklären. Risikofaktoren für die Entstehung können eine mangelnde Hygiene, aber auch eine unbehandelte Phimose, sowie Infektionen mit HPV 16 +18 Viren sein.

Diagnostik

Die Diagnostik umfaßt zunächst eine ausführliche körperliche Untersuchung des Genitalbereiches, bei unklarer Hautveränderung sollte eine histologische Diagnosesicherung durch Entnahme einer Gewebeprobe erfolgen. Wichtig ist, dass bei unklaren Hautveränderungen eine schnelle Diagnostik eingeleitet wird und keine wertvolle Zeit verloren wird.

Die histologische Sicherung mittels Probebiopsie und Exzision  dient der Feststellung der exakten Tumordifferenzierung, der Art der Infiltration, sowie Lymph- und Blutgefäßinvasion und ist für die nachfolgende Therapieplanung und Einteilung in Risikogruppen notwendig. Ultraschall und weitere Bildgebung mittels CT und MRT sinddabei bei ausgedehnten Befunden einzubinden.

Therapie

Die operative Therapie nach Diagnosesicherung hat das Ziel der lokalen Tumorfreiheit. In Abhängigkeit der Tumorausdehnung wird eine organerhaltene Therapie angestrebt, ohne die onkologische Sicherheit zu gefährden. Bei einer fortgestrittenen Erkrankung kann auch eine partielle oder radikale Penisentfernung notwendig werden.  Zusätzlich sollten je nach Ausprägung des Tumors auch die lokalen Lymphknoten der Leistenregion und des Becken einer operativen Therapie zugeführt werden.  Diese Entfernung kann offen oder auch laparoskopisch erfolgen.