Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Facharztausbildung

Weiterbildungsprogramm zum Facharzt für Viszeralchirurgie oder Allgemeine Chirurgie

Unsere Klinik verfügt neben der vollen Weiterbildungsermächtigung zum Facharzt für Allgemeinchirurgie als eine der wenigen Klinken in Berlin auch über die volle Weiterbildungsermächtigung zum Facharzt für Viszeralchirurgie. Als Klinikum der Maximalversorung besteht aufgrund der Anzahl beispielsweise von kolorektalen Resektionen, Ösophagus- und Magenresektionen sowie der Pankreasresektionen eine breite Basis für eine praxisbezogene chirurgische Ausbildung. Bei ausgewiesener Expertise auf dem Gebiet der minimal-invasiven Chirurgie bieten wir die Möglichkeit zum Erlernen modernster chirurgischer Operationstechniken.

Wöchentlich finden interdisziplinäre Weiterbildungsveranstaltungen statt. Die Möglichkeit zur Teilnahme an externen Weiterbildungen und Kongressen auf der Basis von Weiterbildungsfreistellungen wird jeder Mitarbeiterin und Mitarbeiter eingeräumt. Weiterhin besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an operativen Trainingskursen, die zum Teil auch von unserer Klinik selbst organisiert und veranstaltet werden. 

Auf der Basis der konstant hohen Operationszahlen der Klinik, des sehr breiten Operationsspektrums und der engen Kooperation mit den anderen Kliniken unseres Hauses ist gewährleistet, die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemein- als auch zum Facharzt für Viszeralchirurgie innerhalb der Mindestweiterbildungszeit an einem hochmodernen und spezialisierten Haus der Maximalversorgung ohne Wechsel des Krankenhauses zu absolvieren.

Im Folgenden wird eine kurze Übersicht über die strukturierte Gliederung der Facharztweiterbildung an unserer Klinik auf der Grundlage der aktuellen Weiterbildungsordnung der Berliner Ärztekammer gegeben.

1. Basisweiterbildung (Common trunk)

1. Jahr der Weiterbildung

  • Erlernen der Grundlagen der chirurgischen Stationstätigkeit (z. B. stationäre Aufnahme von Patienten, Operationsaufklärungen, prä- und postoperative Versorgung der Patienten, Durchführung von Verbandswechseln auf Basis der modernen Wundversorgung und Erstellung von Entlassungsepikrisen)
  • Rotation für 6 Monate in die chirurgische Rettungsstelle (Notfallaufnahme) zum Erlernen der Grundlagen der chirurgischen Akutdiagnostik (z. B. bei akutem Abdomen und Frakturen) und der erforderlichen Therapie (z. B. chirurgische Wundversorgung und konservative Frakturbehandlung, einschließlich geschlossener Repositionen von Frakturen).
  • Durchführung kleinerer allgemeinchirurgischer konventioneller Eingriffe (z. B. operative Versorgung von Abszessen, operative Behandlung von Nabel- und Leistenhernien sowie die konventionelle Appendektomie) als auch Assistenz bei komplexen viszeralchirurgischen Operationen.

2. Jahr der Weiterbildung

  • Rotation für 6 Monate in die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, welche die volle Weiterbildungsermächtigung besitzt, zum Erlernen der Grundkenntnisse der Anästhesiologie und chirurgischen Intensivtherapie
  • Erweiterung des konventionellen Operationsspektrums sowie Beginn der Ausbildung in der Durchführung einfacher laparoskopischer  Eingriffe (wie z. B. laparoskopische Appendektomie und Cholezystektomie)
  • Möglichkeit zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz als Voraussetzung für die selbständige Anmeldung radiologischer Diagnostikverfahren sowie
  • Möglichkeit zum Erlernen der Sonographie zur Diagnostik chirurgischer Krankheitsbilder

2. Spezielle Weiterbildung Viszeralchirurgie

Innerhalb der folgenden 4 Weiterbildungsjahre haben im stationären Bereich neben der Vertiefung der Kenntnisse zu Diagnostik und Therapie komplexer chirurgischer Krankheitsbilder der Erwerb von Kenntnissen im Komplikationsmanagement als auch der Erwerb fundierten Wissens in Bezug auf Operationsstrategien und die Möglichkeiten der neoadjuvanten und adjuvanten Radio-Chemotherapie hohe Priorität.

Operativ erfolgt ein schrittweises Heranführen an anspruchsvolle Operationen. Das Erlernen von Anastomosentechniken und die Erweiterung des Operationsspektrums bis hin zur Durchführung von komplexeren Eingriffen am Gastrointestinaltrakt (z. B. Eingriffe am Magen, Dünndarm und Kolorektum) als auch in der endokrinen Chirurgie (z. B. Schilddrüsenresektionen) stehen im Vordergrund.

Zusätzlich werden die Fertigkeiten in der Durchführung laparoskopischer Operationen (z. B. laparoskopische Hernienversorgung und Darmresektionen) trainiert.

Parallel dazu erfolgt die Festigung der Kenntnisse in der chirurgischen Assistenz, so dass 1. Assistenzen auch bei hochkomplexen operativen Eingriffen (z.B. Ösophagus- und Pankreasresektionen) sicher durchgeführt werden können.

3. Spezielle Weiterbildung Allgemeinchirurgie

Die Ausbildung verläuft bis zum 4. Weiterbildungsjahr parallel zur Ausbildung zum Facharzt für Viszeralchirurgie. Im 5. Weiterbildungsjahr erfolgt dann statt der Erlernung komplexer viszeralchiurgischer Eingriffe eine Rotation für 12 Monate in die Klinik für Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie zur Erlernung der für die Weiterbildung notwendigen traumatologischen Diagnostik und konservativen sowie operativen Therapieverfahren (z. B. Osteosynthesen an Gelenken und langen Röhrenknochen). Die Klinik für Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung.