Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Medizinische Angebote

Moderne Verfahren in Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

In unserer Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie versorgen wir Patientinnen und Patienten, die nach einem Unfall schnell operiert werden müssen oder die aufgrund schwerer Erkrankungen einer umfassenden Behandlung bedürfen. Wir behandeln chronische oder operationsbedingte Schmerzen, Tumorschmerzen oder lindern Wehenschmerzen für eine möglichst schmerzarme Geburt.

Unsere Leistungen zur Diagnostik, Überwachung und Behandlung

In unserer Klinik im Friedrichshain versorgen wir Sie bei einem Unfall, schweren Traumata (Polytraumata) und allen schweren Erkrankungen wie Tumorerkrankungen, Gelenkverschleiß, Blutgefäßverkalkung, Herzklappenfehler, die eine Behandlung oder Operation erforderlich machen. Dazu arbeiten wir mit modernsten Verfahren und Gerätschaften sowohl in der Diagnostik und Überwachung als auch in Ihrer Behandlung. Dies sind unter anderem:

Schutz bei hohem Blutverlust

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Hämophilie und Hämostaseologie bereiten wir Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Blutungs- oder Thromboserisiko auf eine Operation vor. Das Ziel der Vorbereitung ist die Minimierung des Blutungs- und Thromboserisikos und somit die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten. Bei diesen Operationen kommt der „Cell-Saver®“ zum Einsatz, mit dem wir patienteneigenes Blut während der Operation auffangen, es reinigen und schon während der Operation dem Patienten wieder zurückführen können. Dieses innovative Verfahren eignet sich besonders bei Blutgerinnungsstörungen oder wenn die Einnahme von "blutverdünnenden"-Medikamenten zu einem Blutungsrisiko führt. Zudem können wir Ihnen durch dieses Verfahren bis zu einem bestimmten Ausmaß die Übertragung von Fremdblut ersparen.

Schmerzfrei durch moderne Anästhesieverfahren

Um Schmerzen effektiv auszuschalten, stehen unseren erfahrenen Anästhesistinnen und Anästhesisten verschiedene Möglichkeiten offen. Wir nutzen neben der "Vollnarkose" (Allgemeinanästhesie) auch Verfahren der regionalen Betäubung (Regionalanästhesie) sowie ein kombiniertes Verfahren aus "Vollnarkose" und Regionalanästhesie mit Schmerzmittel-Katheter (Kombinationsanästhesie).

Die "Vollnarkose": Bewährte Methode bei großen Eingriffen

Bei der Allgemeinanästhesie ("Vollnarkose") versetzen unsere Anästhesistinnen und Anästhesisten die Patientinnen und Patienten in einen künstlichen Tiefschlaf, um das Bewusstsein und die Schmerzempfindung während der Operation auszuschalten. Die Anästhetika werden entweder mit einer Injektion in die Vene (Total Intravenöse Anästhesie: TIVA) verabreicht oder als "Narkosegas" über einen Beatmungsschlauch (Tubus) eingeatmet. Die Schmerzbehandlung während der Operation erfolgt in jedem Fall durch eine Injektion in die Vene (intravenöse Gabe). In bestimmten Fällen kommt eine Kombination aus beiden Varianten zur Anwendung (sog. "balancierte Anästhesie" mit Narkosegasen und intravenös verabreichen Schmerzmedikamenten).

Während des Eingriffs überprüfen und messen wir ständig die lebenswichtigen (Vital-)Funktionen unserer Patientinnen und Patienten und steuern die angemessene Medikation der Anästhetika. Die Vollnarkose setzen wir hauptsächlich bei größeren operativen Eingriffen wie bei inneren Verletzungen oder Eingriffen am Kopf und den großen Schlagadern (Gefäßchirurgie), ein. Aber auch für Geburten per Kaiserschnitt kann eine Vollnarkose eingesetzt werden.

Regionale Betäubung: Der sanfte Weg zur Schmerzfreiheit

Bei der regionalen Betäubung (Regionalanästhesie) verabreichen wir ein lokales Betäubungsmittel, das nur an der Stelle (lokal) wirkt, wo der Schmerz entsteht beziehungsweise die Behandlung erfolgen soll. Bei der Regionalanästhesie können Sie daher bei Bewusstsein bleiben. Da das Betäubungsmittel die Schmerzweiterleitung zum Gehirn "ausbremst", spüren Sie während der Operation keinen Schmerz. Wenn Sie ein Hörbuch oder Musik mitbringen, können Sie sich während des Eingriffs etwas ablenken. Die Regionalanästhesie bietet sich für Eingriffe an den Extremitäten an, Eingriffen im Bauchraum (zusammen mit einer "Vollnarkose") oder bei einer natürlichen Geburt.

Periduralanästhesie (PDA) und Spinalanästhesie

Zu den rückenmarksnahen Regionalanästhesieverfahren gehören die Periduralanästhesie (PDA) und die Spinalanästhesie. Die PDA ist bekannt aus der Geburtsmedizin, da sie zur Linderung von Wehenschmerzen eingesetzt wird. Über einen Katheter können wir bei Bedarf für unsere Patientinnen stetig Schmerzmittel nachfüllen.  

Mit der Spinalanästhesie können wir Schmerzen in der gesamten unteren Körperhälfte zeitweise ausschalten. Durch den speziellen Injektionsort ist es uns möglich, bei unseren Patientinnen und Patienten eine weiträumigere Betäubung zu bewirken als mit der PDA. Die Spinalanästhesie setzen wir bevorzugt bei der Kaiserschnittentbindung oder anderen Operationen, zum Beispiel an den unteren Extremitäten, ein.

Die Kombinationsanästhesie

Für einige Operationen arbeiten wir für die optimale Behandlung unserer Patientinnen und Patienten mit der Kombinationsanästhesie (sog. "balancierte" Anästhesie). Dabei verabreichen wir unseren Patientinnen und Patienten eine "Vollnarkose" und eine Form der regionalen Betäubung. Dies hat den Vorteil, dass über den Schmerzmittel-Katheter beginnend mit der Operation bis einige Tage nach der Operation eine Schmerzbehandlung erfolgen kann. 

Anästhesiesprechstunde: Gut beraten zum Eingriff

In unserer Anästhesie-Sprechstunde informiert Sie unsere Anästhesistin oder unser Anästhesist über die in Ihrem Fall möglichen Anästhesieverfahren. Dies ist der ideale Zeitpunkt für alle Ihre Fragen zum Anästhesieverfahren.

Bitte bringen Sie zum Anästhesiegespräch den ausgefüllten Fragenbogen zur Anästhesie und aktuelle Vorbefunde mit. Sie erfahren in unserer Anästhesie-Sprechstunde zudem, wie lange Sie vor der Operation essen und trinken dürfen, welche Medikamente Sie vor der Operation wann absetzen müssen und welche Sie weiter einnehmen dürfen. Eventuell notwendige weitere Untersuchungen, wie ein EKG, Blutuntersuchungen oder eine Vorstellung bei einer anderen Fachärztin oder einem anderen Facharzt besprechen Sie hier auch.

Haben Sie bitte aufgrund der Wichtigkeit des vertrauensvollen Anästhesievorgesprächs Verständnis dafür, dass es gerade in der Mittagszeit zu Wartezeiten kommen kann. Uns ist es wichtig, dass wir uns Zeit für Sie nehmen, um alle Ihre Fragen zu beantworten.

Schmerztherapie

In der Schmerztherapie behandeln wir Patientinnen und Patienten mit akuten oder chronischen Schmerzen. Darunter verstehen wir Schmerzen, die vor, während oder nach einer Operation auftreten, die aufgrund von Erkrankungen, Unfällen oder durch eine Geburt entstehen.

Unser Akutschmerzdienst: Schnelle Hilfe bei Schmerzen

Der Akutschmerzdienst am Klinikum im Friedrichshain wird durch die Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie gewährleistet. Hier behandeln wir rund um die Uhr alle Patientinnen und Patienten unseres Krankenhauses, die während oder nach einem Eingriff eine spezielle Schmerztherapie benötigen. Die Ärztin oder der Arzt unseres Akutschmerzdienstes kommt gemeinsam mit einer speziell ausgebildeten Pflegekraft aus der Anästhesie (Pain Nurse) zur Visite.

Selbstständige Schmerzbehandlung mit modernen Medikamentenpumpen

Bei starken akuten und chronischen Schmerzen ermöglichen wir es Ihnen, Ihre Schmerzen während der Krankenhausbehandlung eigenverantwortlich selbst einzustellen. Dazu stehen spezielle Infusionspumpen zur Verfügung. Per Knopfdruck können Sie sich über einen Katheter selbst Schmerzmittel zuführen (Patienten-kontrollierte Analgesie, PCA). Sie bestimmen selbst, wann und wieviel Schmerzmittel Sie benötigen. Eine Überdosierung ist mit diesen speziell programmierbaren Medikamentenpumpen ausgeschlossen.

Schmerzarme Geburt und Versorgung von Neugeborenen

In unserer Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin entbinden jährlich mehr als 3.400 Frauen, viele von ihnen in einer schmerzarmen Geburt, die wir mit einer geburtshilflichen Schmerztherapie begleiten. Das Klinikum im Friedrichshain ist zudem als Perinatalzentrum Level 1 auf die Behandlung von Frühgeborenen unter 1.250 Gramm oder auf Geburten vor der 29. Schwangerschaftswoche spezialisiert. Zudem unterstützen wir Frauen mit einer Risikoschwangerschaft. Dazu gehören Mehrlingsschwangerschaften, Schwangerschaften mit einer Fehlbildung des Ungeborenen oder wenn durch eine Erkrankungen der Mutter eine Gefährdung des Babys besteht. Unser Anästhesie-Team verfügt hierfür über spezielle Kenntnisse in der Kinderanästhesie und der geburtshilflichen Anästhesie.

Auch in der Geburtsmedizin setzen wir das Verfahren der Patienten-kontrollierten Analgesie (PCA) ein. Dabei können sich unsere Patientinnen auf Wunsch auch im Kreißsaal selbst mit Schmerzmitteln behandeln/einstellen. So lassen sich Geburtsschmerzen durch die Gabe lokaler Betäubungsmittel effektiv lindern.

Professionelle Behandlung von Tauchunfällen oder anderen Notlagen

Unsere Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie leitet und betreut die Überdruckkammer im Zentrum für hyperbare Sauerstofftherapie und Tauchmedizin. Hier behandeln wir Patientinnen und Patienten mit Rauchgasvergiftungen durch Kohlenmonoxid, nach Tauchunfällen oder mit einer Taucher- (Dekompressions-) Krankheit. Hier spielt die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) eine große Rolle. Dabei atmen Betroffene unter ständiger ärztlicher Kontrolle bei erhöhtem Druck reinen Sauerstoff ein. Unsere Ärztinnen und Ärzte führen auch tauchmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durch.

Das Vivantes Klinikum Friedrichshain verantwortet die Verletztendekontamination, falls es zu einer Naturkatastrophe, einem nuklearen Unfall oder einer terroristischen Aktion mit der Freisetzung von chemischen, radioaktiven oder biologischen Substanzen kommt. Wir sind auf solche Ausnahmesituationen vorbereitet und leiten die Behandlung von verletzten Personen. Dazu arbeiten wir eng mit dem Vivantes Klinikum im Friedrichshain (Prenzlauer Berg)zusammen.