Zentrum für

Wundmedizin

Das erste zertifizierte Zentrum für Wundmedizin im Vivantes Klinikum im Friedrichshain führt fachübergreifend alle Experten der Wundbehandlung zusammen und verbindet dabei netzwerkartig stationäre und ambulante Strukturen, um eine lückenlose Versorgung des Betroffenen zu gewährleisten. Es ist in seiner Organisationsstruktur bundesweit das erste seiner Art.

Schlecht heilende, chronische Wunden, wie zum Beispiel ein diabetischer Fuß, das Druckgeschwür oder ein offenes Bein stellen eine erhebliche Belastung für den Patienten dar und bedürfen einer umfassenden  Behandlung. Ursache für diese Wunden sind häufig Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes und eine Fettstoffwechselstörung, Durchblutungsstörungen, Herz- Kreislauferkrankungen oder Nierenschäden, weswegen eine interdisziplinäre Versorgung des Patienten besonders wichtig ist. Unser Zentrum für Wundmedizin steht dazu in engem Kontakt mit den benachbarten Disziplinen sowie mit den niedergelassenen Ärzten, Apotheken, Physiotherapeuten und Pflegediensten. Eine langfristige Versorgung, auch über den Krankenhausaufenthalt hinaus, kann so den Erfolg der Behandlung gewährleisten und die Lebensqualität des Patienten maßgeblich erhöhen.

Im Zentrum für Wundmedizin sind die neuesten Erkenntnisse aus allen Bereichen der Wundtherapie gebündelt. Modernste Behandlungsverfahren und ein breites Spektrum schonender OP-Techniken bieten immer mehr Möglichkeiten, um Wunden zur Abheilung zu bringen. Dafür steht bei uns nicht nur eine erstklassige technisch-apparative Ausstattung zur Verfügung sondern zusätzlich die einzige Sauerstoffkammer in der Region.

Das Vivantes „Zentrum für Wundmedizin“ ist als Wundzentrum der Initiative Chronische Wunden (ICW) e.V. zertifiziert.

Die Versorgung von Akutpatienten, beispielsweise nach großen operativen Eingriffen, Unfällen, Verbrennungen oder schwerwiegenden Infektionen im Weichgewebe (Haut- Unterhaut-Muskulatur) ist ebenfalls Hauptaufgabe des Zentrums für Wundmedizin.

Behandlungsspektrum

Versorgung von großen Defektwunden nach Unfällen oder Operationen

Gewebeverschiebungen mit und ohne Muskel (Nah- und Fernlappenplastiken)

Kommt es infolge von vorangegangenen Operationen oder Verletzungen zu ausgedehnten Weichteildefekten mit gegebenenfalls freiliegenden Gefäßen, Sehnen oder Knochen, werden häufig komplexe Deckungsverfahren nötig. Hierzu stehen uns in der plastischen Chirurgie beginnend von Hauttransplantationen bis hin zu lokalen Lappenplastiken und mikrochirurgischen Operationsverfahren diverse Möglichkeiten zur Verfügung. Welches Verfahren für Sie konkret in Frage kommt hängt vom Ausmaß der Gewebeschädigung, der Lokalisation sowie individuellen Faktoren ab. Im Folgenden sind generelle Prinzipien sowie Schnittführungen bei Lappenplastiken schematisch dargestellt.


Voll- und Spalthaut Transplantate

Bei oberflächlichen Hautdefekten, die unter Umständen sehr groß sein können bietet sich das Verfahren der Spalthauttransplantation an. Hierbei werden dünne, 0,2 - 0,3 mm bis hin zu wenige Millimeter dicke Bahnen von Haut im gesunden entnommen und auf einer Schablone um den Faktor 1:1,5 oder mehr expandiert. Diese Transplantate können dann auf das geschädigte Wundareal aufgebracht werden und sind in der Lage mit verhältnismäßig geringem Zeitaufwand und in der Regel schnell abheilendem Entnahmedefekt Wunden zu verschließen. In der folgenden Abbildung ist das Prinzip der Hauttransplantationen schematisch dargestellt.


Vacuumbehandlung

Zur Behandlung großer und teilweise auch stark exsudierender Wunden sowie zur Transplantatfixierung besteht bereits seit einiger Zeit die Möglichkeit, einen Vakuumverband anzulegen. Hierbei wird ein Polyurethanschwamm in die Wunde eingelegt und mit einer Folie abgedeckt. Der gesamte Verband wird dann über eine externe Pumpe, die wie eine Handtasche getragen werden kann bei einem kontinuierlichen Unterdruck besaugt, wodurch die Wundheilung um bis zu 125% beschleunigt und Schwerkräfte im Wundgebiet reduziert werden können. 


Sauerstoffüberdruckkammer- Anwendung


Thermische Verletzungen

Die Behandlung von Verbrennungen, Erfrierungen sowie chemischen Verletzungen bildet einen der Grundpfeiler der plastischen Chirurgie. Eben diese Verletzungen werden häufig von Patienten und Behandlern unterschätzt, was im schlimmsten Fall zu störenden Narben, Funktionseinschränkungen  und Folgeschäden führen kann.

Unsere Klinik bietet die Versorgung von Brandwunden bis hin zur plastischen Deckung auch größerer Defekte an. Zur Behandlung von Brandverletzungen größeren Ausmaßes oder an speziellen Körperstellen  wird Zuweisung in das UKB Marzahn mit Brandverletztenzentrum organisiert. Für die Nachsorge von Verbrennungswunden sowie gegebenenfalls Ausstattung mit Kompressionskleidung ist über unsere plastisch-chirurgische Sprechstunde in unserem MVZ sichergestellt.

Auf diese Weise ist es uns möglich sie von der Erstbehandlung in der Rettungsstelle über den stationären Aufenthalt hinaus  auch nach der Entlassung weiter kompetent betreuen zu können.

Chronische Wunden

Die Behandlung von chronischen Wunden stellt eine besondere Herausforderung dar, da es sich hierbei stets um Symptome teilweise sehr komplexer Grunderkrankungen handelt. Aufgrund der besonderen Verzahnung verschiedenster Fachabteilungen in unserem Haus ist es uns möglich, Ursachen für chronische Wunden festzustellen, Komorbiditäten zu behandeln und Wunden letztendlich durch plastisch-chirurgische Verfahren zum Verschluss zu bringen.

Wir können uns hierbei auf unsere langjährige Erfahrung und Spezialisierung sowie auf die Weiterbehandlung durch kompetente Wundnetzpartner stützen. Unser Zentrum für Wundmedizin weist seit Jahren eine Doppelzertifizierung für das ambulante Wundzentrum und die stationäre Wundklinik der  ICW e.V. aus.

 Mikrochirurgie

Versorgung von thermischen und chemischen Gewebeschäden