Zentrum für Muskuloskelettale Medizin

Alterstraumatologie

Die schwindende Knochendichte (Osteoporose) bei vielen älteren Patientinnen und Patienten kann Knochenbrüche begünstigen, sowohl durch Unfälle und Stürze als auch ohne Einwirkung von außen. Um die am besten geeignete Therapie jeweils individuell mit Ihnen abzustimmen, berücksichtigen wir unter anderem Ihr Alter und Aktivitätsniveau, den Gelenkverschleiß, die Art des Bruches und die seit dem Unfall vergangene Zeit.

Osteoporose

Die Osteoporose gehört zu den zehn wichtigsten Volkskrankheiten und betrifft Frauen nach den Wechseljahren doppelt so häufig wie Männer. Sie führt zu einem Verlust an Knochenmasse und zur Zerstörung der Knochenstruktur, was wiederum die Gefahr von Knochenbrüchen erhöht. Es kann zu Wirbelkörperbrüchen, Brüchen des hüftnahen Oberschenkelknochens, des Oberarms oder Handgelenks kommen, zu Beckenbrüchen und Rippenbrüchen. Ziel der nicht-operativen Behandlung ist es, die Osteoporose aufzuhalten und das Risiko für Knochenbrüche zu senken. Dies kann durch gesunde Ernährung, Bewegung und Muskeltraining, die Einnahme von Vitamin D und Calcium geschehen. Auch gibt es Medikamente, die den weiteren Knochenabbau hemmen und den Knochenaufbau fördern können. Knochenbrüche werden oft operativ stabilisiert, am Handgelenk meist mit einer Platte, bei hüftgelenknahen Knochenbrüchen mit einem Nagel oder künstlichem Gelenkersatz.

Oberschenkelhalsbruch

Kann der körpereigene Hüftkopf erhalten bleiben und der Bruch bei ausreichender Knochenregeneration in normaler Position verheilen, setzen wir zur Stabilisierung freie Schrauben oder eine Kombination aus Platte und Gleitschraube ein, beispielsweise eine sogenannte dynamische Hüftschraube (DHS). Ist eine verminderte Knochenheilung zu erwarten oder bereits ein erheblicher Verschleiß des Hüftgelenkes (Arthrose) in der Vorgeschichte bekannt, kann es notwendig sein, den Hüftkopf zu entfernen und eine Hüftgelenkprothese einzusetzen.

Brüche bei einliegender Prothese (Periprothetische Frakturen)

Brüche in der Nachbarschaft von liegenden Prothesenkomponenten werden als periprothetische Frakturen bezeichnet. Sie finden sich am häufigsten im Bereich des Hüftgelenkes (periprothetische Femurfraktur) bei liegenden Hüftgelenkendoprothesen sowie im Bereich des Kniegelenkes nach implantierten Kniegelenkendoprothesen. In den meisten Fällen müssen solche Brüche operativ behandelt werden. Wenn die zuvor implantierte Prothese trotz des umgebenden Knochenbruches fest verankert ist, muss nur der Bruch des Knochens repariert werden. Dies erfolgt in der Regel mittels speziellen Metallplatten, Schrauben und Drahtschlingen oder Drahtbändern. Falls die Prothese nicht mehr fest im gebrochenen Knochen verankert ist, muss sie zusätzlich zu dem oben beschriebenen Verfahren gewechselt werden. Hierfür werden in der Regel zementierte Spezialprothesen verwendet. In unserer Klinik werden solche Eingriffe regelmäßig und auf höchstem Niveau durchgeführt.

Ermüdungsbrüche des Beckens (Beckeninsuffizienzfrakturen)

Der Knochenschwund (Osteoporose) bei älteren Patientinnen und Patienten begünstigt Brüche, die durch die Überlastung und Ermüdung des Knochens entstehen. Sie können schon bei Stürzen aus stehender oder sitzender Position auftreten oder auch ohne größere Krafteinwirkung von außen. Bei einer operativen Therapie kann unter örtlicher Betäubung Knochenzement in das Kreuzbein (Sakrum) eingebracht werden (Sakroplastie), die Beckenwirbelsäule fixiert (spinopelvine Aufhängung) oder winkelstabile Implantate eingesetzt werden. Wenn möglich, arbeiten wir in Schlüssellochtechnik (Minimal Invasive Chirurgie).