Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie
Ärztliche Weiterbildung

Weiterbildung ist immer ein interaktiver Prozess - alle Beteiligten müssen sich aktiv engagieren!

ChefarztProf. Dr. med. Herwig Gerlach

Klinikstruktur

Im Klinikum Neukölln werden Fachärztinnen und Fachärzten für Anästhesie eine Weiterbildung „wie aus einem Guss“ geboten. Vor Ort sind alle betrieblichen Fächer vertreten, einzige Ausnahme bildet die Herzchirurgie. Besonders attraktive Schwerpunktbereiche des Klinikums sind die Neurochirurgie als Bestandteil des interdisziplinären Neurozentrums, die Thoraxchirurgie bzw. Lungenheilkunde (kürzlich als Thoraxzentrum zertifiziert) sowie die Kinder- und Neugeborenenchirurgie.

Darüber hinaus ist das Mutter-Kind-Zentrum zu erwähnen. Dieses beinhaltet ein Perinatalzentrum der Stufe 1, welches zurzeit das größte in Deutschland bildet.

Die 26-Betten-Intensivstation versorgt vorwiegend operative Patienten und ist besonders auf komplexe Krankheitsbilder wie schwere Sepsis und Multiorganversagen spezialisiert. Hierbei werden neben den verschiedenen Techniken der Dialyse auch andere moderne Verfahren zum Organersatz angewendet, wie etwa Leber- oder Lungenersatztherapien.

Weiterbildungsbefugnisse

  • Uneingeschränkte Befugnis in der Anästhesie für 60 Monate
  • Spezielle Intensivmedizin
  • Rettungsmedizin

Einarbeitung

Berufsanfänger werden die ersten Wochen in den Bereichen Anästhesieambulanz und Akutschmerztherapie eingearbeitet. Danach erfolgt die schrittweise Einführung in die Grundlagen und Techniken der verschiedenen Anästhesieverfahren. In den ersten drei Monaten erfolgt der Einsatz in den beschriebenen Gebieten unter ständiger Aufsicht. Dies kann bei Kollegen/ Kolleginnen mit entsprechenden Vorerfahrungen abweichen.

Weiterbildungsplanung

Nach der 3-monatigen Einarbeitung, die meistens im Bereich Gynäkologie stattfindet (die Geburtshilfe ist ein eigenständiger Bereich im Mutter-Kind-Zentrum), sieht der weitere Weiterbildungsplan im ersten Jahr die Bereiche Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie und HNO vor – ebenfalls jeweils für drei Monate. In diesem ersten Jahr gibt es keine Einteilung in die Nachtdienste.

Nach dem ersten Jahr folgen weitere 12 Monate in der Intensivmedizin. Aufgrund der Größe der Station hat man hier rund um die Uhr die Möglichkeit, auf die Hilfe zugewiesener Fachärzte zurückzugreifen. Im ersten Monat ist eine Einarbeitungsphase vorgesehen, die Einteilung erfolgt zusätzlich zu den planmäßigen Schichten. Danach erfolgt die schrittweise Einführung in das 3-Schichtsystem, wobei die ersten Spät- und Nachdienste ebenfalls als zusätzliche Kraft vorgesehen sind.

Die folgenden Jahre werden wechselweise in den verschiedenen Bereichen der Anästhesie verbracht; da die Interessen individuell unterschiedlich sind (z.B. Notarztwesen oder Schmerztherapie), werden die Wünsche der Mitarbeiter soweit wie möglich berücksichtigt.

Schließlich ist zu erwähnen, dass eine Rotation auch in andere Vivantes-Kliniken inzwischen alltägliche Praxis ist. Die Erfahrungen sind sehr positiv und ein lebhafter Austausch von Erfahrungen sowie der Aufbau eines sozialen Netzwerkes unter den Assistenten sind positive Konsequenz.

Weiterbildungsbegleitung

Die Anfangsphase der Weiterbildung findet kontinuierlich in Begleitung statt. Bis eine ausreichende Kompetenz des Assistenzarztes gegeben ist, findet bei den Einarbeitungen in spezielle Bereiche wie Neuro- oder Thoraxchirurgie ebenfalls eine Zuweisung durch erfahrene Kollegen statt.

Fortbildungsangebote

Neben der klinischen Praxis gibt es ein Angebot an teilweise zertifizierten internen Fortbildungen für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Externe Fortbildungen werden durch Freistellungen unterstützt – auch über die tariflich vereinbarten Tage, wenn der Betrieb dies erlaubt.

Weiterbildungsevaluationsergebnisse

Keine Auswertung der Ärztekammer-Evaluation wegen geringer Teilnahme (gleichzeitig erfolgte Evaluation des Marburger Bundes).

Dienstplanmodelle und Vereinbarkeit Beruf und Familie

Im Bereich Anästhesie gibt es im wöchentlichen Tagesbetrieb Frühdienste ab 7:30, versetzte Frühdienste ab 8:30 für die Anästhesieambulanz, Zwischendienste ab 11:30 für die Pausenablösungen im OP, sowie Spät-Bereitschaftsdienste ab 15:30. Die Wochenend-Bereitschaftsdienste sind auf Wunsch der Mitarbeiter 24-h-Dienste.

Auf der Intensivstation gibt es ein 3-Schichtsystem (3-3-2). Zusätzlich sind in der Woche zwei Oberärzte im Frühdienst und ein Oberarzt im Zwischendienst eingesetzt, welcher im Anschluss Rufdienst hat und am Wochenende tagsüber zur Visite kommt.

Karriere

Die Abteilung nimmt an mehreren klinischen Studien teil und konzipiert auch selbst Projekte. Insofern sind klinisch-wissenschaftliche Aktivitäten nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht. Themenstellung und Betreuung für Promotionen zählen auch zu diesen Möglichkeiten.