Augenheilkunde

Wissenswertes

Grauer Star (Katarakt)

Die in der Regel altersbedingte Trübung der Augenlinse wird als Grauer Star bezeichnet. Erste Anzeichen sind erhöhte Blendungsempfindlichkeit besonders nachts. Später verlieren Farben ihre Leuchtkraft und die Umgebung wirkt wie mit einem Grauschleier überzogen. Die einzige effektive Therapie des Grauen Stars ist ein mikrochirurgischer praktisch schmerzfreier operativer Eingriff (medizinisch: Katarakt-Operation). In den meisten Fällen erfolgt die Operation ambulant gemeinsam mit unserem Team von Narkoseärzten. Sie werden den Eingriff vollkommen entspannt erleben.

Die eingetrübte Linse wird entfernt und durch eine neue Kunstlinse (medizinisch: Intraokular-Linse oder kurz IOL) ersetzt. Ihr Auge ist dabei mit speziellen Tropfen vollkommen betäubt  und trotzdem können Sie sofort nach der Operation wieder sehen und bereits nach wenigen Tagen wieder Ihrem Alltag nachgehen. Die Heilung ist nach ca. 6 Wochen endgültig abgeschlossen. Unsere Augenklinik führt jährlich über 3.000 solcher Operationen durch, darunter ist auch ein großer Anteil von Patienten mit schwierigen Ausgangssituationen einschließlich Kindern.

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten, den Grauen Star mit einer Kunstlinse zu behandeln. Sie haben die Wahl zwischen einer zweckmäßigen Standardlinse (Monofokallinse ohne Zusatzfunktion) oder einer Premium-Linse mit individuellen Zusatzfunktionen. Auch in der Standard-Variante erhalten Sie eine sehr gute Qualitätslinse - Sie benötigen jedoch im Regelfall weiterhin eine Brille zum Lesen. Bei der individuellen Lösung mit der Premiumlinse können persönliche Wünsche nach weitgehender Brillenunabhängigkeit erfüllt werden. Dafür sind entsprechende medizinische Voraussetzungen erforderlich. Nicht alles Machbare ist auch bei jedem Menschen sinnvoll. Nach eingehender ärztlicher Untersuchung und Beratung sollten Sie sich gemeinsam mit Ihrem Augenarzt für oder gegen eine bestimmte Zusatzfunktion entscheiden.

Grüner Star (Glaukom)

Eine akute Drucksteigerung kann anfallartig eintreten, begleitet von erheblicher Sehverschlechterung und heftigen Schmerzen. Der hohen Drucksteigerung muss zunächst mit Medikamenten und so bald wie möglich mit einer Operation entgegengewirkt werden. Häufiger handelt es sich um ein chronisches Glaukom, bei dem in der Regel eine mäßige chronische Drucksteigerung ermittelt werden kann. Unbehandelter Grüner Star führt zu irreversiblen Schaden des Sehnerven und somit des Sehvermögens.

Zur Behandlung kommt eine Reihe von Augentropfen in Frage, die den Augeninnendruck zuverlässig senken. Sollten die Augentropfen keine Verbesserung erzielen, kann die Lasertherapie oder eine Operation helfen, den Druck zu senken. Das nicht einstellbare Glaukom wird in der Regel stationär behandelt, da die Augendruckmessungen über den ganzen Tag verteilt, ggf. auch spät in der Nacht in Kombination mit einer 24-Stunden-Blutdruckmessung durchgeführt werden müssen.

Refraktive Chirurgie

Refraktionsfehler wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit oder Alterssichtigkeit können mit Hilfe des Lasers oder anderer mikrochirurgischer Instrumentarien korrigiert werden. Die Fehlsichtigkeit kann mittels Brille oder Kontaktlinsen, photorefraktiver Keratektomie (PRK) oder Laser behandelt werden. Die photorefraktive Keratektomie (PRK) bedeutet das Abschleifen der Hornhaut mit einem Excimer-Laser. Am häufigsten wird die LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis) Methode angewendet, bei der zunächst eine ca. 0.15 mm dicke Hornhautlamelle mit einem Keratom (Hornhautmesser) oder Laser hergestellt wird. Dann kommt die eigentliche Abtragung der Hornhaut mit dem Excimerlaser.

LASEK und LASIK

Die LASEK (Laser Epitheliale Keratomileusis) und Epi-LASIK sind weitere Entwicklungen, bei denen im ersten Schritt die Hornhautoberfläche abgelöst bzw. mit einem Mikrokeratom eine besonders feine Lamelle geschnitten wird.

In den ersten Tagen nach dem Eingriff können Schmerzen, ein Fremdkörpergefühl im Auge, Brennen und Tränenfluss auftreten. Diese Beschwerden lassen sich durch Medikamente beseitigen oder zumindest lindern. Die Heilung der Hornhaut erfolgt innerhalb einiger Wochen. Es kann aber bis zu sechs Monate dauern, bis sich die Brechkraft stabilisiert. Hierdurch kann die Sehschärfe schwanken. Bitte fragen Sie beim Aufklärungsgespräch nach allem, was Ihnen wichtig oder unklar erscheint.

PTK (Phototherapeutische Keratektomie)

Bei wieder kehrendem Auftreten von Einrissen in der Hornhaut kann der Excimerlaser helfen, das erneute Auftreten von schmerzhaften Episoden deutlich zu vermindern.

Hornhauttransplantation (Perforierende oder lamelläre Keratoplastik)

Eine Hornhauttransplantation wird durchgeführt, wenn die eigene Hornhaut aufgrund eines Transparenzverlustes oder einer extremen Krümmungsänderung (Keratokonus) eine erhebliche Sehminderung verursacht. Patienten werden in eine nach Dringlichkeit geführte nationale Warteliste für eine Hornhauttransplantation aufgenommen.

Bei bestimmten Erkrankungen kann nur der vordere oder hintere Teil der Hornhaut durch ein Teiltransplantat (lamellär) ersetzt werden. Das kommt der Stabilität und der rascheren Genesungszeit zugute.

Die Nachsorge muss in jedem Fall intensiv vom behandelnden Augenarzt und der Augenklinik durchgeführt werden, damit mögliche Komplikationen wie Infektionen oder Immunreaktionen rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Ein endgültiges Sehvermögen ist frühestens ein Jahr nach Operation zu erwarten, nachdem alle Fäden entfernt werden, bei den Teiltransplantaten ggf. schon früher. 

Hornhautvernetzung (Cornea Crosslinking)

Bei Patienten mit fortschreitendem Keratokonus im Frühstadium kann mit Hilfe eines gelben Farbstoffes und Bestrahlung mit UV-A Licht heutzutage der fortschreitende Verlauf der Erkrankung gestoppt werden. Die Behandlung dauert ca. eine Stunde und kann ambulant durchgeführt werden.

Netzhautablösung

Am Augenhintergrund befindet sich die Netzhaut, die dem Film eines Fotoapparates gleicht, auf der die Außenwelt abgebildet wird. Eine Netzhautablösung kündigt sich meistens durch das Sehen von Blitzen an und macht sich in Form von Einschränkungen des Gesichtsfeldes durch Schleier oder Schatten bemerkbar. Eine Netzhautablösung kann nur operativ behandelt werden. Es kommen je nach Ausprägung und Voraussetzungen verschiedene Operationsmethoden in Vollnarkose oder in örtlicher Betäubung zum Einsatz.

Glaskörperchirurgie

Ein krankhaft veränderter Glaskörper, in den meisten Fällen im Zusammenhang mit Netzhauterkrankungen, ist nicht mehr durchsichtig. Der getrübte Glaskörper kann operativ entfernt werden. So ist es dann auch möglich, krankhafte Veränderungen der Netzhaut zu behandeln. Typische Erkrankungen des Glaskörpers werden durch eine Entzündung (Uveitis), Blutungen (bei Diabetikern), Netzhautrisse oder komplizierte Netzhautablösungen hervorgerufen.

Die verfeinerte Netzhaut- und Glaskörperchirurgie mit miniaturisierten Operationswunden ermöglicht es, Erkrankungen im Bereich der Netzhautmitte (Makula) zu behandeln, ohne dass Narben entstehen. Makulalöcher oder Membranbildung auf der Netzhautmitte können minimal invasiv mittels Schlüssellochtechnik operativ angegangen werden.

Intravitreale Injektionen

Eine Injektion der modernsten Medikamente in den Glaskörper wird bei der feuchten Makuladegeneration oder anderen Netzhauterkrankungen zur Stabilisierung der Sehkraft erforderlich. Ob die Injektionen in Frage kommen, wird im Vorfeld mit speziellen ambulanten Untersuchungen geklärt. Die Injektion selbst ist ein ambulanter Eingriff, der innerhalb von wenigen Minuten in örtlicher Betäubung schmerzfrei erfolgen kann.