Konsiliarlabor Gonokokken
Allgemeines

Im Rahmen der Neustrukturierung der Infektionsepidemiologie in Deutschland und im Zusammenhang mit dem Aufbau eines infektionsepidemiologischen Netzwerks werden seit Mitte der 90er Jahre, in Abstimmung mit der Kommission Infektionsepidemiologie, Nationale Referenzzentren zur Überwachung wichtiger Infektionserreger benannt und durch das Bundesministerium für Gesundheit berufen.

Um für ein möglichst breites Spektrum von Krankheitserregern fachliche Kompetenz bereitzustellen, werden in Ergänzung zu den Nationalen Referenzzentren auch Konsiliarlaboratorien zu weiteren gesundheitsrelevanten Infektionserregern oder erregerbedingten klinischen Syndromen mit besonderer infektiologischer und infektionsepidemiologischer Bedeutung benannt. Konsiliarlaboratorien werden mit der Unterstützung und in Abstimmung mit den relevanten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften ausgewählt.

Die Ernennung der Konsiliarlaboratorien erfolgt durch den Präsidenten des Robert Koch-Instituts für einen Zeitraum von drei Jahren, zuletzt am 1. Januar 2017. Seit dem 1. Januar 2010 ist das Labor der Klinik für Dermatologie und Venerologie des Vivantes Klinikums Neukölln unter der Leitung von Prof. Dr. Peter K. Kohl zum Konsiliarlabor für Gonokokkenernannt worden.

Unsere Aufgaben

Unser Labor arbeitet aktiv auf dem Gebiet der Diagnostik, der Epidemiologie und des Resistenzmonitorings von Neisseria gonorrhoeae.

  • Diagnostik bei Meldung von Verdachtsfällen mit auffälliger Resistenz oder bei Therapieversagen
  • Beratungstätigkeit, insbesondere des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sowie von Laboratorien, niedergelassenen Ärzten, Kliniken und Forschungsinstituten zu Fragen der Diagnostik, Resistenzsituation und Therapieempfehlungen
  • Monitoring von Resistenzentwicklungen bei Neisseria gonorrhoeae und Mitwirkung bei der epidemiologische Bewertung der aktuellen Situation
  • Ausbau und Umsetzung des Gonokokken-Resistenz-Netzwerkes Deutschland (GORENET) in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut (Deutsche Gonokokken-Resistenz-Surveillance)
  • Erhalt und Ausbau des nationalen Netzwerkes von Einrichtungen und Laboren mit dem Ziel einer erweiterten Isolatensammlung, um die regionale Verteilung und die Resistenzentwicklung zentral zu erfassen und zu dokumentieren
  • Arbeiten im Rahmen der Qualitätssicherung (Teilnahme an Studien und Ringversuchen, z.B. in Zusammenarbeit mit ECDC, PHE, WHO, Mitarbeit in Fachgesellschaften, Weiter- und Ausbildung)
  • Entwicklung von Methoden zur externen Qualitätssicherung (Ringversuch zur Resistenztestung, Trainingsprogramm für Kooperationslabore)
  • Weiter- oder Neuentwicklung diagnostischer Verfahren , Implementierung von molekularbiologischen Arbeitsmethoden wie Sequenzierung mittels Neisseria gonorrhoeae- Multi Antigen Sequence Typing (NG-MAST) und Whole-Genome-Sequencing/Next-Generation-Sequencing
  • Zusammenarbeit mit der DSTIG (Gesellschaft zur Förderung der sexuellen Gesundheit)
  • Mitentwicklung und Umsetzung von Therapieleitlinien (AWMF Leitlinie Gonorrhoe),
  • Mitwirkung und Beratung des Robert Koch-Instituts bei der Erarbeitung wissenschaftlicher Materialien (z.B. Falldefinitionen, Ratgeber Infektionskrankheiten)
  • Zusammenarbeit mit dem ECDC im Rahmen des EURO-GASP:  Als Nationales Konsiliarlaboratorium für Gonokokken arbeiten wir eng mit dem European Centre for  Disease Prevention and Control (ECDC) zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit nehmen wir seit 2009 am Projekt „European Gonococcal antmicrobial surveillance programme (EURO-GASP)“ aktiv teil.