Klinik für Geburtsmedizin
Fragen & Antworten

Hochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft

Informationsmaterial Präeklampsie (EFCONI)
 

Was ist eine Präeklampsie?

Ihre Schwangerschaft ist eine einzigartige und aufregende Zeit. Aber es gibt auch Frauen, für die eine Schwangerschaft kein leichter Weg ist, weil es zu schwerwiegenden Komplikationen kommt, sei es eine Entwicklungs- oder Wachstumsstörung des Ungeborenen oder eine Erkrankung der Mutter. Dazu gehört auch Bluthochdruck (hypertensive Schwangerschaftserkrankungen), die in Deutschland bei etwa fünf bis acht Prozent aller Schwangerschaften vorkommen. Weltweit erkranken mehr als 4,1 Millionen Schwangere pro Jahr. Man unterscheidet zwischen Bluthochdruckerkrankungen, die schon vor der Schwangerschaft vorliegen und denen, die in erst während der Schwangerschaft auftreten (schwangerschaftsinduzierter Hochdruck, Präeklampsie, HELLP-Syndrom, Eklampsie).

Die Präeklampsie tritt nach neuesten Zahlen bei etwa zwei bis fünf Prozent aller Schwangerschaften auf. Neben einer Blutdruckerhöhung kommt es zu einer vermehrten Eiweißausscheidung im Urin; als Multiorganerkrankung (Leber- und Gehirnbeteiligung, Veränderungen im Blut (Gerinnung) u.a.) kann es zu schweren Komplikationen kommen, wenn die die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden.

Das HELLP-Syndrom (Haemolysis, Elevated Liver Enzymes, Low Platelets), ist eine schwerwiegende Komplikation der Präeklampsie, die bei etwa 20% der betroffenen Frauen auftritt. Das Syndrom schädigt zusätzlich die Leber und das Gerinnungssystem. Betroffene können außerdem an folgenden Symptomenleiden: Unterbauchschmerzen, Blutungen, vorzeitige Plazentalösung, Leberinfarkt, Leberruptur, intraabdominale Blutungen und Ödeme. In etwa einem von 50 Fällen tritt diese Schwangerschaftskomplikation bereits vor der 32. Schwangerschaftswoche auf und kann auch zu einer kindlichen Wachstumsverzögerung (IUGR) führen.

Eine Präeklampsie kann somit für Mutter und Kind sehr gefährlich werden. Neben den unmittelbaren Problemen in der Schwangerschaft zeigen zahlreiche Studien, dass die Präeklampsie mit Langzeitfolgen (erhöhtes Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen) für Mutter UND Kind einhergeht.
 


Was bedeutet eine Präeklampsie für Sie?

Die Präeklampsie entsteht durch eine Schädigung der inneren Haut der kleinen Gefäße (Endothel) und geht einher mit Bluthochdruck, Schädigung der Nieren (Eiweißausscheidung im Urin), oft auch der Leber und anderer lebenswichtiger Organe. Wird sie nicht erkannt oder entsprechend behandelt, kann sie zu Krampfanfällen (Eklampsie), Hirnblutungen und Nieren- oder Herzversagen führen. Durch die Präeklampsie kann es zum Tod der Mutter, zum Absterben des Embryos oder zu einer bleibenden Behinderung des Kindes kommen. Hochdruckerkrankungen sind für etwa12 bis 15 Prozent der mütterlichen Todesfälle und für 15 bis 20 Prozent aller Frühgeburten verantwortlich.

Auch wenn die Erkrankung erst ab der 20. Schwangerschaftswoche mit seinen typischen Krankheitszeichen auftritt, entsteht die eigentliche Ursache, eine gestörte Einnistung und Entwicklung der Plazenta, schon im ersten Drittel der Schwangerschaft. Deswegen ist wichtig, das Risiko für eine Präeklampsie möglichst frühzeitig zu erkennen, damit rechtzeitig mit der Prophylaxe begonnen und die Schwangerschaft aufmerksam überwacht werden kann.
 


Sind Sie gefährdet?

Eine Präeklampsie kann bei jeder Schwangerschaft auftreten. Es gibt jedoch bestimmte Risikofaktoren, die diese begünstigen können:

Präexistente Risikofaktoren:

  • Präeklampsie / kindliche Wachstumsstörungen (IUWR) in einer früheren Schwangerschaft
  • Familiäre Vorbelastung
  • Alter der Mutter (unter 18 und über 40 Jahre)
  • Bluthochdruck
  • Nierenerkrankung
  • Diabetes mellitus Typ I
  • Adipositas
  • Autoimmunerkrankungen

Schwangerschaftsbezogene Risikofaktoren:

  • Erstgebärende
  • In-vitro-Fertisilation (IVF) / Eizellspende
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Auffällige Serumparameter (PAPP-A / PlGF)
  • Auffälliger Blutfluss in den Arterien der Gebärmutter
  • Ansteigende Blutdruckwerte
     

Betreuung und Therapie

Am Vivantes Klinikum Neukölln sind wir darauf spezialisiert, Schwangere mit erhöhtem Risiko für eine Präeklampsie oder mit einer vorliegenden Hochdruckerkrankung oder Präeklampsie zu betreuen. Wir beraten und betreuen Frauen, bei denen bei einer vorausgegangenen Schwangerschaft eine Hochdruckerkrankung aufgetreten ist, oder Frauen, die als Hypertonikerin oder mit einer Herz-Kreislauferkrankung eine Schwangerschaft planen. Gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt untersuchen wir Sie in engen zeitlichen Abständen, klären individuelle Risiken ab (zwischen der 11. Und 19. Schwangerschaftswoche möglich) und überprüfen Wachstum und Versorgung Ihres Kindes regelmäßig. Blutdruckmessungen und auch Blutuntersuchungen sind weitere Bausteine der Überwachung.

Bei hoher Wahrscheinlichkeit einer Präeklampsie soll eine medikamentöse Prophylaxe mit niedrig dosiertem Aspirin (100-150 mg) erfolgen. Nach neuesten Erkenntnissen ist es wichtig, damit frühzeitig zu beginnen, um einen optimalen Effekt zu erzielen. Sie können die Behandlung selbst durch Stressvermeidung und Schonung unterstützen. Wir können bei Bedarf weitere Untersuchungen auf zusätzliche Risikofaktoren (zum Beispiel auf bevorzugte Neigung zur Gerinnung des Blutes, Thrombose und Embolie) veranlassen. Natürlich werden wir Sie ausführlich über die Krankheitszeichen und den Behandlungserlauf informieren.

Die Behandlung bei Symptomen oder klinischen Zeichen einer Präeklampsie erfolgt mit geeigneten Mitteln zur Blutdrucksenkung und gegebenenfalls werden Sie auch stationär überwacht. Bestätigt sich eine frühe Präeklampsie, können wir in Einzelfällen versuchen, die Schwangerschaft zu verlängern. Bei später Präeklampsie ist die baldige Entbindung für Mutter und Kind das Mittel der Wahl.


An wen kann ich mich wenden?

Ihre Fragen beantworten wir Ihnen gerne im Sekretariat für Geburtsmedizin oder dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Auch nach der Geburt betreuen und beraten wir Sie weiter und empfehlen Ihnen Möglichkeiten zur Gesundheitsvorsorge.

Vivantes Klinikum Neukölln
Sekretariat der Geburtsmedizin
Rudower Straße 48
12351 Berlin

Tel. +49 30 130 14 8486


MVZ Pränataldiagnostik am Vivantes Klinikum Neukölln

Tel. +49 30 130 14 2892
 


Muttermundverschluss

Muttermundverschluss-Operation (FTMV) in der Schwangerschaft - Eine Hilfe bei drohender später Fehlgeburt oder früher Frühgeburt

 

Was ist das und für wen ist das eine Hilfe?

In der Geburtsklinik des Vivantes Klinikums Neukölln bieten wir die Operation zum Verschluss des Muttermunds schon seit vielen Jahren an. Die Operationstechnik wurde im Jahr 1960 von Professor Dr. Saling, dem damaligen Chefarzt der Klinik, entwickelt. Er entdeckte, dass damit ein Verlust des Kindes bei einer späten Fehlgeburt (nach 16 Schwangerschaftswochen) oder einer extremen Frühgeburt (vor der 27. Schwangerschaftswoche) verhindert werden kann. Seit Professor Dr. Saling den Eingriff das erste Mal praktiziert hat, ist dieser in unserem Klinikum bei mehr als 1.700 Patientinnen durchgeführt worden.
Sein Nachfolger, Herr Professor Vetter und seine leitende Oberärztin Frau Dr. Ramsauer haben diese Operationsmethode sogar noch weiterentwickelt: Heute vernähen wir nicht mehr den Muttermund, sondern den Gebärmutterhals. Dennoch hat sich der Begriff "Muttermundverschluss" gehalten.
In unserem Klinikum haben wir in den letzten 20 Jahren über 1.000 Schwangere operiert. Jährlich führen wir etwa 140 Operationen durch und es werden immer mehr - denn vielen werdenden Müttern kann mit diesem Eingriff effektiv geholfen werden.


Für wen ist ein Muttermundverschluss gedacht?

Es gibt drei Hauptgruppen von Patientinnen, für die ein Muttermundverschluss infrage kommen kann:

Wenn werdende Mütter bereits früher, bei einer so genannten späten Frühgeburt nach der 16. Schwangerschaftswoche, ein Kind verloren haben, empfiehlt sich der Eingriff präventiv. Denn auch wenn dieses Mal alles normal verläuft, besteht erneut die Gefahr, dass sich der Muttermund verfrüht eröffnet, die Fruchtblase platzt oder zu früh Wehen auftreten. Häufig ist auch eine Infektion der Scheide oder des Gebärmutterhalses die Ursache.

Zur zweiten Gruppe zählen Frauen, bei denen schon viele Ausschabungen durchgeführt wurden, bei denen ein Kegelschnitt am Muttermund (Konisation) durchgeführt wurde oder bei denen eine schwere Bindegewebsschwäche bekannt ist. Auch sie profitieren von dem Eingriff, denn oft kann der Muskel des Gebärmutterhalses den Muttermund nicht bis zum Ende der Schwangerschaft verschließen.

Auch bei Frauen, bei denen der Gebärmutterhals deutlich verkürzt ist, oder sich der Muttermund zu früh geöffnet hat, führen wir den Eingriff durch. Da diese Schwäche am Gebärmutterhals nicht zu heilen ist, muss der Eingriff bei jeder weiteren Schwangerschaft vorgenommen werden. Weil wir aber kein Gewebe wegschneiden, ist das kein Problem. Die Operation kann mehrmals durchgeführt werden.


Was ist der Unterschied zu einer Cerclage oder einem Pessar?

Auch mit diesen beiden Methoden kann eine Fehlgeburt oder Frühgeburt verhindert werden. Allerdings wird dabei der Gebärmutterhals nicht total verschlossen und es können weiterhin Bakterien in die Gebärmutter eindringen. Hierdurch können ungewünschte Wehen entstehen oder ein Blasensprung ausgelöst werden, was zu dem erneuten Schwangerschaftsverlust führen kann. Inzwischen weiß man, dass Frauen, die eine späte Fehlgeburt oder eine extreme Frühgeburt erlitten haben, häufiger an Infektionen leiden. Deswegen wird bei ihnen bevorzugt der Muttermund total verschlossen.


Wie häufig kommt es denn dann doch zu einer Fehlgeburt oder frühen Frühgeburt?

Bei allen bei uns durchgeführten Operationen haben über 90 % der Schwangeren ihr Baby nach durchschnittlich 34 Schwangerschaftswochen entbunden. Am höchsten sind die Erfolgschancen bei Schwangeren mit vorangegangener Fehlgeburt, bei denen diesmal ein unkomplizierter Schwangerschaftsverlauf vorliegt. Von ihnen entbinden über 90% ihr Baby zum errechneten Geburtstermin.


Muss der Muttermundverschluss vor der Geburt geöffnet werden oder ist ein Kaiserschnitt notwendig?

Ein Kaiserschnitt ist nicht notwendig. Weil der Gebärmuttermund sich durch die Wehentätigkeit von alleine öffnet, ist es nicht einmal notwendig, vor der Geburt einzugreifen.


Wie läuft eine Muttermundverschluss-Operation genau ab?

Schwangere, bei denen eine Operation empfehlenswert ist, stellen sich in unserer Klinik vor, sobald die Schwangerschaft festgestellt wurde. Dann bleibt genug Zeit für eine Beratung. Natürlich können Sie sich auch vor einer geplanten Schwangerschaft von uns beraten lassen. Den Eingriff führen wir in der 12. bis 13. Schwangerschaftswoche durch, hierfür bleiben Sie nur für einen Tag im Krankenhaus. Nach der Entlassung können Sie uneingeschränkt Ihren Beschäftigungen nachgehen, Sport machen oder verreisen. Alle vier Wochen kontrollieren wir, dass keine Infektion vorliegt. Wenn doch, erhalten Sie eine spezielle Antibiotikatherapie, die unbedenklich für das Ungeborene ist.

Selbstverständlich können sich auch Schwangere bei uns operieren lassen, die nicht in Berlin wohnen. Die Krankenkassen übernehmen auch dann die Kosten.
 


An wen kann ich mich wenden?

Für Fragen, Beratung oder die Planung der Operation wenden Sie sich an das Sekretariat der Klinik für Geburtsmedizin. Wir informieren Sie gern.


Vivantes Klinikum Neukölln
Sekretariat der Geburtsmedizin
Rudower Straße 48
12351 Berlin

Tel. +49 30 130 14 8486
 


Beckenendlage

Beckenendlage – Was tun, wenn das Baby gegen Ende der Schwangerschaft mit dem Po unten liegt?
 

Was bedeutet "Beckenendlage"?

Zu Beginn der Schwangerschaft hat das Kind viel Platz in der Gebärmutter. Es „schwimmt“ im Fruchtwasser und kann dabei ständig seine Position wechseln. Im weiteren Verlauf hat es jedoch immer weniger Platz, noch Purzelbäume zu schlagen. Normalerweise macht es sich das Baby mit dem Kopf nach unten bequem. Dies ist die natürliche Position, aus der die meisten Kinder auch geboren werden. Sie hat den Vorteil, dass der Kopf, der meist zu diesem Zeitpunkt das größte Körperteil ist, als erstes geboren wird und der restliche Körper problemlos folgen kann. Legt sich ein Kind nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Po nach unten, spricht man von einer „Beckenendlage“ – das Beckenende des Kindes wird dann zuerst geboren.


Warum und wie häufig kommt das vor?

Fünf Prozent aller Kinder werden aus Beckenendlage geboren. Der Grund dafür kann verschieden sein.

Bei einer Frühgeburt (also vor 36 Schwangerschaftswoche) ist eine Beckenendlage wahrscheinlicher, denn das Kind hatte sich einfach noch nicht endgültig mit dem Kopf nach unten gedreht.

Hat ein Kind viel Platz in der Gebärmutter, zum Beispiel, wenn sich viel Fruchtwasser gebildet hat, oder der Bauch der Mutter nach mehreren vorangegangenen Schwangerschaften elastischer ist, kann es seine Bewegungsfreiheit viel länger bis zum Ende der Schwangerschaft nutzen.

Ist das mütterliche Becken oder die Gebärmutter verändert, kann das dazu führen, dass für den Kopf des Kindes nicht ausreichend Platz vorhanden ist und die Drehung unterbleibt.

In den meisten Fällen (80 Prozent) findet man allerdings keinen Grund dafür, dass das Kind lieber mit dem Po nach unten liegt.
 


Welche Möglichkeiten bestehen, wenn ein Kind in Beckenendlage liegt?

Stellt man am Ende der Schwangerschaft – etwa vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin – eine Beckenendlage fest, kann man versuchen, das Kind zu drehen. Man nennt diese Maßnahme eine „äußere Wendung“. Dabei wird das Kind von außen durch eine Ärztin oder einen Arzt gedreht. In diesem Fall beachten wir Folgendes:

  • Der Mutterkuchen sollte nicht tief an der Vorderwand der Gebärmutter anhaften.
  • Die Nabelschnur sollte sich nicht um das Kind gewickelt haben.
  • Eine größere Fruchtwassermenge erhöht die Erfolgsaussichten für die Wendung.
     

Wie läuft eine „äußere Wendung“ ab?

Die Schwangere erhält unmittelbar vor dem Wendungsversuch ein wehenhemmendes Mittel, um die Gebärmutter möglichst weich und dehnbar zu machen. Gleichzeitig wird ein CTG geschrieben, das die Herztöne des Kindes misst. Daran kann man sehen, dass es dem Kind gut geht. Dann wird noch einmal die genaue Lage des Kindes per Ultraschall bestimmt. Nun versucht der die Ärztin oder der Arzt, das Kind von außen mit seinen Händen am Bauch der Mutter zu drehen. Danach kann erneut mit Ultraschall und CTG geschaut werden, wie es dem Kind nach diesem Manöver geht. Ein Wendungsversuch ist zu etwa 60 Prozent erfolgreich. In jedem Fall werden an diesem und am folgenden Tag noch mehrere CTG-Kontrollen gemacht. Ebenso wird der Mutter etwas Blut abgenommen, um auszuschließen, dass diese Maßnahme den Mutterkuchen unter Zug gesetzt hat.

Mit all diesen Vorsichtsmaßnahmen ist die äußere Wendung ein sehr sicheres und zudem sehr altes, bewährtes Verfahren, um eine natürliche Geburt mit dem Kopf voran zu erreichen.
 


Kann ein Kind auf natürlichem Wege mit dem Po zuerst geboren werden?

Ja! Allerdings sollten auch für eine vaginale Beckenendlagengeburt gewisse Voraussetzungen erfüllt sein.

Weil in diesem Fall zuerst der Po und zuletzt der Kopf geboren wird, sollte der Bauch des Kindes in etwa so groß sein wie der Kopf. Denn der Po soll mit den Beinen die Geburtswege soweit dehnen, dass der Kopf leicht nachfolgen kann.

Das Kind sollte insgesamt nicht zu groß aber auch nicht zu klein sein. Ist es zu groß, kann der Geburtsvorgang zu lange dauern. Dadurch kann es für das Kind anstrengend werden und die Versorgung mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut während der Wehen kann beeinträchtigt sein. Ebenso kann ein kleines Kind unter Wehentätigkeit schlechter versorgt sein. Oft ist bei ihm schon während der Schwangerschaft die Durchblutung vermindert, und unter Wehen kann sich dies noch verschlimmern. Bei der Beckenendlagengeburt möchten wir jedoch, dass das Kind mit besten Reserven in die Endphase der Geburt geht.

Genauso wichtig wie die Proportionen des Kindes ist die Größe und Form des mütterlichen Beckens. Ein normal geformtes Becken ist die günstigste Voraussetzung für eine vaginale Geburt aus Beckenendlage. Bei einer Verengung des Beckens wäre eine natürliche Geburt schwieriger.

Der Verlauf einer Beckenendlagengeburt sollte reibungslos sein, das heißt, das Kind sollte ein normales CTG (Cardio-Toko-Grafie = Herzton-Wehen-Schreibung) zeigen und die Geburt sollte nicht verzögert ablaufen.

Wenn diese Kriterien erfüllt sind, steht einer natürlichen Geburt nichts im Wege. Sollten während der Entbindung Komplikationen auftreten, können wir das Kind aber jederzeit per Kaiserschnitt zu Welt bringen.
 


Was ist also zu tun?

Um den richtigen Behandlung für eine Frau und ihr Kind auszuwählen, sollten Sie einen Termin mit einem unserer Ärztinnen oder Ärzte vereinbaren. Das Vorgespräch kann durchaus etwas Zeit in Anspruch nehmen. Es wird ein ausführlicher Ultraschall gemacht, um zu sehen, wie das Kind positioniert ist, wie es gewachsen ist und wo der Mutterkuchen (die Plazenta) liegt. Zusätzlich können wir eine gynäkologische Untersuchung vornehmen. Erst dann können wir Sie individuell beraten und das weitere Vorgehen für eine äußere Wendung, eine vaginale Geburt oder einen Kaiserschnitt gemeinsam festlegen.


Vorgeburtliche Wachstumsstörungen (Intrauterine Wachstumsrestriktion/IUGR)

Was ist eine Intrauterine Wachstumsrestriktion?

Von intrauteriner Wachstumsrestriktion (IUWR) spricht man, wenn ein Kind sein vorgegebenes Wachstumspotential nicht ausschöpft. Dies ist in etwas fünf bis sieben Prozent aller Schwangerschaften der Fall. Die IUGR ist ein Hauptgrund für den Tod von Säuglingen vor und kurz nach der Geburt (pränatale und neonatale Mortalität). Häufig treten Komplikationen nach der Geburt auf und Kinder sind anfälliger für chronische Erkrankungen.

Unsere wichtigste Aufgabe ist es, rechtzeitig die Diagnose zu stellen und den Grund für die Wachstumsstörungen herauszufinden.  Mit diesem Wissen können wir betroffene Frauen im weiteren Schwangerschaftsverlauf optimal betreuen und den besten Zeitpunkt für die Entbindung bestimmen. Durch die intensive Überwachung von Mutter und Embryo, soll die Schwangerschaft so lange wie möglich verlängert und Sterblichkeitswahrscheinlichkeit wird gesenkt. Wir sind jederzeit in der Lage, die Entbindung bei einer drohenden Schädigung des Kindes rechtzeitig einzuleiten.


Ursachenabklärung und Diagnostik bei IUGR

Die Auslöser für Wachstumsstörungen im Mutterleib sind verschieden, letztendlich ist es jedoch die eine unzureichende Durchblutung der Gebärmutter, die zu einer Unterversorgung des Embryos über die Plazenta und Nabelschnur führt. Neben Risikofaktoren bei der Mutter müssen auch kindliche und/oder plazentare Risikofaktoren ausgeschlossen werden. Sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein „kleines Kind“ feststellen, können die weitere abklärende Diagnostik in unserer Klinik oder dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) vornehmen. Hierbei grenzen wir anhand verschiedener Untersuchungen die Ursachen systematisch ein:

Mütterliche Anamneseerhebung:

  • Genetische Untersuchung des Fötus, beispielsweise durch Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)
  • Ausschluss von Infektionen im Mutterleib (Infektionsdiagnostik)
  • Ultraschall zur Messung des Kindes, Feindiagnostik und Dopplerultraschall

Mit diesen Methoden können wir in den meisten Fällen herausfinden, ob ein Kind von Natur aus klein ist, es unter einer Wachstumsstörung oder einer anderen Erkrankung leidet.
 


Betreuung und Therapie

Ein Schwerpunkt der Klinik für Geburtsmedizin am Vivantes Klinikum Neukölln ist die Betreuung von Schwangeren mit „kleinen Kindern“, also Kindern mit Wachstumsverzögerung (IUWR). Wir betreuen Schwangere mit aktuellen Problemen in der Schwangerschaft, und Frauen, bei denen es in einer vorausgegangenen Schwangerschaft zu einer IUGR oder gar einem intrauterinen Versterben kam.

Wir betreuen und beraten Sie gemeinsam mit unseren erfahrenen Kinderärztinnen und Kinderärzten. Wenn möglich erfolgt diese Betreuung ambulant, im weiteren Schwangerschaftsverlauf nehmen wir Sie dann stationär auf. So ist es oft möglich, die Schwangerschaft noch weiterzuführen, um Ihr Kind möglichst lange im Mutterleib reifen zu lassen. Sie können einen positiven Verlauf unterstützen, indem Sie sich schonen und Stress vermeiden.
 


An wen kann ich mich wenden?

Wenn Sie klären möchten, ob Sie betroffen sein könnten, oder Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt Sie an uns verwiesen hat, wenden Sie sich an unser Sekretariat für Geburtsmedizin. Wir besprechen mit Ihnen das weitere Vorgehen.

Vivantes Klinikum Neukölln
Sekretariat der Geburtsmedizin
Rudower Straße 48
12351 Berlin

Tel. +49 30 130 14 8486

oder

MVZ Pränataldiagnostik
am Vivantes Klinikum Neukölln

Tel. +49 30 130 14 2892