Kinder- und Jugendmedizin - Perinatalzentrum

Informationen für Eltern

Das Elternhotel am Vivantes Klinikum Neukölln

Waren betroffene Eltern in der Vergangenheit gezwungen, weite Wege in Kauf zu nehmen, um möglichst oft bei ihren schwerkranken Kindern sein zu können, können diese nun in der Nähe untergebracht werden.

Das Mutter-Kind-Zentrum der Kinderklinik Neukölln bietet Übernachtungsmöglichkeiten für Eltern, deren Kinder auf der Intensivstation der Kinderklinik behandelt werden, im Pavillon 12 auf dem Gelände des Vivantes Klinikums Neukölln an. In vier Doppelzimmern, zwei Einzelzimmern und einem geräumigen Familienzimmer finden 12 Personen Platz. Jedes Zimmer ist individuell eingerichtet; ein Wohnzimmer lädt zum Abschalten, Fernsehen, Lesen oder Miteinanderplaudern ein. Eine Teeküche steht ebenfalls zur Verfügung.

Die Kosten für den Aufenthalt für die Mütter werden von den Krankenkassenübernommen, dies beinhaltet auch die Verpflegung in der Cafeteria des Mutter–Kind–Zentrums. Weitere Begleitpersonen können gegen Gebühr mit aufgenommen werden.

Das Übernachtungsangebot richtet sich auch an Familien, deren Kinder im Diagnose- und Behandlungszentrum Sozial- und Neuropädiatrie, der Kinderchirurgie oder der Klinik für Geburtsmedizin des Vivantes Klinikums Neukölln behandelt und betreut werden. 


Einbeziehung der Eltern

Bei zu erwartender Frühgeburt erfolgt schon präpartal eine Kontaktaufnahme des Neonatologen mit den Eltern. Hierbei wird ein erster Einblick in den Ablauf der Erstversorgung und die allgemeine Problematik eines Frühgeborenen gegeben. Die zu erwartenden Probleme ihres Kindes, seine Chancen, aber auch seine Risiken kommen dabei zur Sprache. Nur so kann in den Grenzsituationen ärztlichen Handelns bei der Versorgung extrem unreifer Frühgeborener von Anfang an eine Einbeziehung der Eltern in die Entscheidungen, erforderlichenfalls auch über das Ausmaß therapeutischer oder palliativer Bemühungen erfolgen.

Steht genügend Zeit zur Verfügung, besichtigen die Eltern vor der Geburt ihres Kindes die Intensiv- oder Frühgeborenenstation. Nach der Geburt ihres Kindes wird den Eltern noch im Kreißsaal ein erstes Foto überreicht. Um die Eltern-Kind-Bindung zu fördern, werden die Eltern so früh wie möglich in die Pflege ihrer Kinder einbezogen. Dabei wird zunächst mit kleineren Tätigkeiten wie z.B. der Mundpflege begonnen. Allmählich wird, je nach gesundheitlichem Zustand des Kindes, ein Teil der pflegerischen Tätigkeiten von den Eltern ausgeführt. Dies erfolgt unter ständiger Anleitung und Aufsicht durch die Pflegekräfte. Somit werden Berührungsängste reduziert und gleichzeitig die Verantwortlichkeit, das Selbstvertrauen und die Integration der Eltern in den Stationsablauf gefördert.

Diesem Prinzip der Einbeziehung der Eltern in die Pflege ihres Kindes trägt auch die Besucherregelung Rechnung: Es gibt keine festgesetzten Besuchszeiten, so dass die Eltern ihre Kinder rund um die Uhr besuchen können. Als Unterstützung für Eltern in Krisensituationen stehen Psychologinnen als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung.


Känguruhen

Für den Aufbau einer Eltern-Kind-Beziehung auch unter den erschwerten Bedingungen einer Intensivstation bieten wir frühzeitig das "Känguruhen" an. Hierbei wird das Kind aus dem Inkubator heraus für mehrere Stunden auf die entkleidete Brust der Mutter oder des Vaters gelegt. Wir beginnen mit dem "Känguruhen" ab dem 5. Lebenstag, unabhängig von Gestationsalter und Geburtsgewicht. Auch Kinder mit Atemhilfe werden hierzu aus dem Inkubator genommen, beatmete Kinder aufgrund der in der Regel kurzen Beatmungszeiten eher nicht. 

Zusätzliche Informationen rund um die Frühgeburt und die intensivmedizinische Problematik erhalten die Eltern durch selbst verfasste Broschüren. Hier wird ihnen der Alltag einer Intensivstation näher gebracht und die wichtigsten Geräte zur Überwachung oder Beatmung erläutert. Es gibt Tipps und Ratschläge, die schwierige Zeit besser zu überstehen und so gleichzeitig den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Zusätzlich liegt Informationsmaterial über Selbsthilfegruppen und mögliche soziale und nicht zuletzt auch finanzielle Unterstützung für die Familien von Frühgeborenen aus. All dies ersetzt nicht die persönliche Kommunikation, kann aber helfen, den anfänglich oft überforderten Eltern eine erste Orientierung zu geben.

Rooming-In ist auch auf der Neugeborenenstation möglich. Besonders sehr unreife Frühgeborene entwickeln sich immer wieder zu "Problemkindern", d.h., sie benötigen auch nach mehrmonatigem Krankenhausaufenthalt erhöhte Fürsorge und Pflege. Mitunter sind auch medizinische Geräte wie Monitore, Inhalatoren o.ä. erforderlich. Bei unzureichendem Trinken ist zuweilen auch zu Hause eine Fortsetzung der Nahrungssondierung nötig. Neben dem externen Pflegedienst, der schon während des stationären Aufenthaltes Kontakt mit den Eltern aufnimmt und ihnen später zu Hause zur Seite steht, wird bei entsprechender Indikation ebenfalls frühzeitig der im Hause befindliche Sozialdienst eingeschaltet. Er wird unterstützend tätig, z.B. bei der Suche einer geeigneten Wohnung oder der Genehmigung und Vermittlung einer Haushaltshilfe.


Stillberatung

Eine neonatologisch und allergologisch erfahrene Kinderkrankenschwester hat eine spezielle Ausbildung zur Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) absolviert. Sie betreut schwangere Frauen und stillende Mütter bei Problemen - z. B. bei Allergieanamnese oder Stillhindernissen, Ernährungsberatung, Beikostfütterung, Brustproblemen während der Stillzeit, Gedeihstörungen bei gestillten Kindern und Abstillen. Besondere Unterstützung finden Mütter zu früh geborener Kinder, von Risikokindern und Neugeborenen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Schwerpunkt ist Anleitung zur langfristigen Aufrechterhaltung der Laktation.

Moderne, zyklusgeregelte elektrische Milchpumpen, mit denen schonend Muttermilch doppelseitig abgepumpt werden kann, stehen dabei zur Verfügung. Kinderkrankenschwestern beraten und unterstützen in Stillfragen. Es wird auch mit freiberuflichen Hebammen zusammengearbeitet.

Als Ausdruck der engen Verbundenheit der Eltern mit unserer Klinik werten wir die hohe Resonanz auf das im Jahr 1997 erstmalig und seither jährlich durchgeführte Kinderfest. Hierzu wurden jeweils die Eltern mit ihren Kindern der letzten Geburtsjahrgänge eingeladen. 


Kurse rund um die Geburt

Im Pavillon 12, in dem auch das Elternhotel untergebracht ist, stehen auch Kursräume zur Verfügung, in denen – gemeinsam mit der Klinik für Geburtsmedizin – eine Vielzahl von Kursen rund um die Geburt angeboten werden, genauere Informationen finden Sie hier 

Kontakt: hildegard.rossi@vivantes.de, Tel 130 14-3528


Babylotsenprojekt

Seit einigen Jahren bieten die Kliniken für Geburtsmedizin sowie Kinder- und Jugendmedizin unterstützt durch den Bezirk Neukölln gemeinsam das Babylotsenprojekt an. Aktuell wird dieses Projekt durch die Techniker-Krankenkasse zum "Familienlotsen" erweitert. Nähere Informationen finden Sie hier.


Kindergesundheitshaus e.V.

Das Kindergesundheitshaus e.V. wurde im Jahr 2000 gegründet, seit 2005 ist es eine anerkannte Nachsorgeeinrichtung im Bundesverband "Bunter Kreis" http://www.bunter-kreis-deutschland.de. Inzwischen ist der Verein an drei Kinderkliniken in Berlin tätig: dem Vivantes Klinikum Neukölln, der Charité und seit 2014 auch am DRK-Klinikum Westend.

Es betreut und begleitet hochbelastete Familien im Rahmen der „Sozialmedizinischen Nachsorge“ mit frühgeborenen, akut oder chronisch kranken Kindern beim Übergang nach Hause und bei den ersten Schritten im Alltag. Hierfür nehmen speziell ausgebildete Case-Managerinnen vor der Entlassung mit allen notwendigen Leistungserbringern Kontakt auf und koordinieren Diagnostik und Therapien mit allen erforderlichen Aktivitäten. Bei der Sozialmedizinischen Nachsorge handelt es sich um eine Kassenleistung, die nach Antrag genehmigt werden muss.

Link: www.kghaus.de , Mail: nachsorge-neukoelln@kghaus.de


Elternschule Neonatologie

Die Elternschule richtet sich an Familien mit Reif- und Frühgeborenen, die in der Kinderklinik des Vivantes Klinikums betreut werden. Neben der medizinischen Therapie ist die individuelle Betreuung und Pflege durch die Eltern ganz besonders wichtig. Wir möchten Sie auf Ihrem Weg durch die Klinikzeit begleiten und Sie auf die Zeit zu Hause vorbereiten. Dazu geben wir Ihnen hilfreiche Informationen und praktische Anleitungen. Wir nehmen uns Zeit, und Sie haben Gelegenheit, mit uns und anderen Eltern in dieser besonderen Situation ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!

Termine und Treffpunkt: nach Aushang auf den neonatologischen Stationen


Betreute Elterngruppe für Familien mit Frühgeborenen

Im Beisein einer erfahrenen Kinderkrankenschwester können sich Eltern mit ihren Babys und auch Eltern, deren Frühchen noch in der Klinik betreut wird, treffen, um Erfahrungen auszutauschen.


Kinderschutzambulanz

Neben der interdisziplinären Kinderschutzgruppe betreibt die Klinik seit 2016 gemeinsam mit der Klinik für Kinder- und Neugeborenenchirurgie und Kinderurologie eine der vom Berliner Senat geförderten Kinderschutzambulanzen. Hier können Kinder mit möglicher Kindeswohlgefährdung nach Überweisung durch Jugendämter, Kinder- und Jugendgesundheitsdienste sowie Kinderärzte untersucht werden.

Wichtig: Für alle akuten Fälle von Kindesmisshandlung steht die Rettungsstelle immer – 24 Stunden am Tag - zur Verfügung!


Babyklappe

Die Babyklappe am Mutter-Kind-Zentrum des Vivantes Klinikums Neukölln soll Müttern in großer Not die Möglichkeit geben, ihr Kind anonym in die Obhut unserer Kinderklinik zu geben, so dass dann eine Unterbringungs- und Adoptionsmöglichkeit gesucht werden kann.

Die Babyklappe ist an einem Nebeneingang des Klinikgeländes im Juchaczweg untergebracht, eine Stelle, an der insbesondere abends und am Wochenende wenig Besucherbetrieb ist. Die Mutter kann hier eine in der Mauer gelegene Klappe öffnen, das Kind in ein Wärmebett legen und die Klappe wieder verschließen. In der Klappe liegt ein Brief mit Informationen für die Mutter, einschließlich einer Information über die Möglichkeiten einer späteren Kontaktaufnahme. Zeitverzögert wird nach Schließen der Klappe in der Ambulanz ein Alarm ausgelöst. Aus der Ambulanz kommen dann Arzt und Schwester, um das Kind aus der Babyklappe zu holen. Die Person, die dieses Kind gebracht hat, kann sich entfernen, so dass sie nicht mehr gesehen werden kann. Eine Videoüberwachung vor der Babyklappe gibt es nicht.

Nach Übernahme eines solchen Kindes in die Kinderklinik werden die zuständigen Stellen im Jugend- und Sozialamt informiert und eine sichere, den Umständen des Kindes angemessene Betreuung in die Wege geleitet. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin möchte diesen Dienst leisten, um gerade in einem sozial problematischen Bezirk wie Neukölln eine gelegentlich erforderliche Notlösung zu ermöglichen, wobei die anonyme Geburt die für Mutter und Kind sicherere Alternative ist.


Projekt Hand-in-Hand

Traumatische Fluchterfahrungen können die frühe Bindung zwischen Mutter und Kind schwer belasten und damit die Entwicklung der Kinder stark beeinträchtigen. Für (werdende) Mütter mit Fluchterfahrung bieten wir spezielle Gruppentreffen an. Einmal wöchentlich spielen und essen wir zusammen, machen Ausflüge und bieten Unterstützung bei Behördengängen, der Kitaplatzsuche, Arztterminen o.ä. an. Bei „Hand-in-Hand“ werden Sie von länger in Deutschland lebenden Migrantinnen und psychoanalytisch geschulten Gruppenleiterinnen unterstützt, beraten und begleitet.

Das Projekt wird gefördert von Aktion Mensch und der World Childhood Foundation (Königin Silvia von Schweden–Stiftung) und wird im Vivantes Klinikum Neukölln in Kooperation mit dem Kindergesundheitshaus e.V. durchgeführt. Die Konzeption und die wissenschaftliche Evaluation erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Sigmund–Freud–Institut Frankfurt.

 Das Angebot ist kostenfrei!

Kontakt: Hildegard.Rossi@vivantes.de, Tel 13014-3528


Familienlotse

Ein Kind großzuziehen ist eine schöne, aber auch herausfordernde Aufgabe, die viel Neues und auch viele Fragen mit sich bringt. Gerade die ersten drei Lebensjahre sind entscheidend für die weitere gesunde Entwicklung Ihres Kindes. Die Familienlotsen beraten und informieren Sie gern, damit Sie auch schwierige Situationen im Alltag meistern können. Weitere Informationen finden Sie hier.