Kinderchirurgie, Neugeborenenchirurgie und Kinderurologie

Phimose

Die Vorhaut (Präputium) ist ein anatomisch und funktionell bedeutsamer Bestandteil des männlichen Genitale. Bei ca. 96 % aller männlichen Neugeborenen ist die Vorhaut eng und lässt sich nicht zurückziehen. Das ist normal und wird als „physiologische (normale) Phimose“ bezeichnet. Normalerweise „reift“ die Vorhaut ohne weitere Maßnahmen bis zum Schulalter (5 - 8 Jahre) auf eine Weite, die das Zurückstreifen über die Eichel zulässt. Auch Verklebungen der Vorhaut mit der Eichel lösen sich spontan und meist bis zum Schulalter in einigen Fällen bis zur Pubertät.

In dieser Zeit sollten keine unnützen Manipulationen an der Vorhaut erfolgen, um Einrisse und Vernarbungen zu vermeiden.

Wann ist eine Behandlung erforderlich?

Besteht die Enge der Vorhaut über das 6. bis 8. Lebensjahr hinaus, so spricht man von einer primären Phimose und eine Behandlung ist medizinisch erforderlich. Wenn Vernarbungen durch Entzündungen oder Verletzungen sowie andere Erkrankungen der Vorhaut ausgeschlossen werden können, ist zunächst eine konservative Behandlung mit einer Corticoid-Salbe über 4-6 Wochen zu empfehlen. Bei richtiger Anwendung sehen wir in ca. 70 % eine nachhaltige „Ausreifung“ der Vorhaut mit normaler Retraktionsmöglichkeit. Eine Operation ist nur selten erforderlich.

Die Phimose kann jedoch durch eine sog. Fibrose oder Vernarbung der Präputium-Öffnung verursacht werden z.B. infolge mehrfacher Entzündungen oder zu häufigen und zu heftigen Versuchen, die Vorhaut zurückzuziehen (sekundäre Phimose). Dann ist die Salbenbehandlung nicht effektiv und eine Operation ist zu empfehlen.

Außerdem können meist im Schulalter sklerotische Verengungen der Vorhaut durch einen sog. Lichen sclerosus (LS) zur sekundären Phimose führen(etwa 80% der sekundären Phimosen).

Der LS ist offensichtlich multifaktoriell und autoimmunologisch bedingt sowie teilweise genetisch determiniert. In diesen Fällen ist eine Operation unumgänglich.

Wann ist eine Operation erforderlich?

Wann ist eine Operation zu empfehlen?