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Klinik für Suchtmedizin
im Vivantes Klinikum Spandau
Neue Bergstraße 6
13585 Berlin Spandau
Klinik für

Suchtmedizin

In unserer Klinik für Suchtmedizin werden kontrollierte und qualifizierte Entgiftungsbehandlungen auf Basis modernster Therapieprinzipien durchgeführt. Unsere suchtspezifische Station führt 9 Akutbetten für schwer entzügige Patienten, 12 Betten für die qualifizierte Entgiftung, eine Tagesklinik mit 6 Plätzen und eine Ambulanz für Abhängigkeitserkrankte.

Moderne diagnostische und therapeutische Methoden

Eine Abhängigkeit ist eine chronische, das heißt lebenslange Erkrankung, die entsprechend dauerhaft behandelt werden sollte. Unsere Klinik biete diesbezüglich alle Möglichkeiten. Wir behandeln Patienten, die an Substanz-gebundenen (z.B. Alkohol, Medikamente, illegale Drogen) oder –ungebundenen Abhängigkeiten (Spielsucht, Internetsucht) leiden.

Neben den Möglichkeiten der stationären und tagesklinischen Behandlung bieten wir zudem die Möglichkeit einer ambulanten Behandlung durch unsere Psychiatrische Institutsambulanz für Abhängigkeitserkrankte (PIA-Sucht) und vermitteln Kontakte in das regionale, ambulante Suchthilfesystem.

So kooperieren wir mit

  • Caritas – Jugend- und Suchtberatung Spandau
  • Vista – Alkohol- und Medikamentenberatung Spandau
  • Diversen Selbsthilfeorganisationen (z.B. Anonyme Alkoholiker, Kreuzbund, Blaues Kreuz, VAL und weitere)

Natürlich vermitteln wir auch die Möglichkeit, eine Entwöhnungstherapie („Langzeittherapie“) zu beantragen.

Folgend einige unserer Schwerpunkte, denen wir uns in der Klinik für Suchtmedizin widmen.

Alkohol

Alkohol kann man fast an jeder Ecke kaufen. Er ist für viele Menschen das Genussmittel der Wahl.

Wenn es aber schwierig wird, den eigenen Alkoholkonsum zu kontrollieren, oder sich gar eine Abhängigkeit entwickelt, sind körperliche, soziale und psychische Folgeerscheinungen vorprogrammiert.

Fast alle Organe, vor allem aber Gehirn und Nervensystem, Leber, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre und die Haut werden durch ein Zuviel an Alkohol geschädigt. Sozial drohen berufliche Fehltage, Jobverlust, Trennungen von Partnern und soziale Isolation. Psychisch kann es zu Depressionen, Angsterkrankungen und einer alkoholbedingten Demenz kommen. Umgekehrt können psychische Erkrankungen vermehrten Alkohol-, aber auch Drogen-, Schmerzmittel und Benzodiazepinkonsum begünstigen.

Alkoholentzüge können schwerwiegend sein – starkes Schwitzen, Zittern der Hände, Herzjagen bis hin zu lebensgefährlichen Komplikationen wie Blutdruckentgleisungen, epileptischen Anfälle und Delirien.

Deswegen bieten wir eine kontrollierte Entgiftung (KE) an. Sie dauert in der Regel sieben Tage, die Aufnahme der Patienten/innen erfolgt zumeist notfallmäßig über die Rettungsstelle. Unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle erfolgt die Entgiftungsbehandlung. Entzugssymptome werden entsprechend medikamentös behandelt.

Bei der qualifizierten Entgiftung (QE) liegt die Behandlungsdauer bei 15 Tagen. Eine QE wird zumeist elektiv durchgeführt, d.h. wir benötigen eine Einweisung vom Haus- oder Facharzt und eine Kostenübernahme der Krankenkasse. In Ausnahmefällen führen wir eine QE auch bei Patienten durch, die notfallmäßig aufgenommen wurden und bei denen sieben Tage KE nicht ausreichen.

Eine Besonderheit ist, dass wir im Anschluss der Entgiftung eine weiterführende  tagesklinische, suchtspezifische Behandlung (TK-S) anbieten. Das ist insbesondere für Patienten hilfreich, die im Vorfeld, oder während der stationären Entgiftung bei uns eine Entwöhnungstherapie beantragt haben. Sie haben damit die Möglichkeit, über die 4-wöchige Behandlung in der TK-S ihre Abstinenz zu stärken. Sollte eine tagesklinische Behandlung gewünscht sein, jedoch ohne anschließende Entwöhnung, reduziert sich die Behandlungsdauer auf zwei Wochen. In Ausnahmefällen führen wir auch Entgiftungen tagesklinisch durch. Das muss zuvor mit dem zuständigen Oberarzt besprochen werden.

Alle abhängigkeitserkrankten Patienten, die keinen ambulanten Psychiater aufsuchen, haben die Möglichkeit, sich durch unsere PIA-Sucht behandeln zu lassen. Das ermöglicht auch schnelles Handeln im Falle eines (drohenden) Rückfalls. Die Behandlung umfasst ärztliche und psychologische Kontakte sowie die Möglichkeit der Teilnahme an unseren Selbsthilfegruppen, an Entspannungs- und  Sport- und Ergotherapie.


Cannabis

Wir sehen Cannabis nicht als harmlos an -  im Gegenteil.

Regelmäßiger Cannabiskonsum hat körperliche, soziale und psychische Folgen, die zum Teil schwerwiegend sein können.

Körperlich kann es zu Atemwegs- und Lungenproblemen kommen, das Risiko für Zungen-, Kehlkopf- und Lungenkrebs steigt an, und es kommt zu einem Anstieg der Anfälligkeit und Förderung des Fortschreitens von Infektionskrankheiten und Tumoren.

Auf sozialer Ebene steigt das Risiko, die Schule ohne Abschluss zu verlassen, beruflich häufen sich Fehltage und Verspätungen, Jobwechsel und Unfälle, es kommt zu vermehrten zwischenmenschlichen Konflikten.

Psychisch steigen das Risiko, eine Abhängigkeit von einem weiteren Suchtstoff und dasjenige, schwere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Das ‚amotivationale Syndrom‘, das nach regelmäßigem Cannabiskonsum gehäuft zubeobachten ist, zeigt sich in Lethargie, Antriebsmangel, Lustlosigkeit, Konzentrations- sowie Merkfähigkeitsstörungen.

Wir bieten ein besonderes Programm zur Behandlung des/r Cannabismissbrauchs/ -abhängigkeit an: CANDIS steht für das englische ‚Cannabis-Use-Disorder‘, auf Deutsch ‚Cannabis-Gebrauchsstörung‘.

In 10 Schritten, bestehend aus Vermittlung von Informationen, Identifikation der eigenen Konsummuster, Problemlösestrategien, bis hin zur Verarbeitung von Rückfällen, kann so ein Missbrauchs- oder Suchtproblem mit dem Konsum von Cannabis bei bestehender Motivation erfolgreich behandelt werden.

Wenn Sie sich für das Programm interessieren, kontaktieren Sie bitte unsere Psychiatrische PIA-Sucht.


Opiate

Die Opiatabhängigkeit ist eine komplexe, chronische und immer behandlungsbedürftige Erkrankung und ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch.

Die Opiatsucht ist durch eine starke psychische und körperliche Abhängigkeit gekennzeichnet. Es entsteht sehr rasch ein unwiderstehlicher Drang, die Droge zu beschaffen und einzunehmen. Dieser Opiatkonsum führt zu einem schnell eintretenden extremen Hochgefühl ("Kick") und einer nachfolgenden, länger andauernden Euphorie und einem damit verknüpften Wohlgefühl. Eine weitere grundlegende Wirkung ist eine Dämpfung der Schmerzwahrnehmung zusammen mit leichter Beruhigung (Sedierung).

Es kommt sehr rasch zu einer Toleranzbildung, das bedeutet, dass die Dosis immer weiter erhöht werden muss, um denselben Effekt zu bewirken. Auch eine körperliche Abhängigkeit entwickelt sich rasch. Das am meisten missbrauchte Opiat ist das illegale Heroin, das eine stark ausgeprägte euphorisierende Wirkung und ein hohes Suchtpotenzial hat. Aber auch verschreibungspflichtige Opioid-Schmerzmittel werden zum Teil missbräuchlich angewandt und können zu einer Opiatabhängigkeit führen.

Die Opiatabhängigkeit geht in der Regel einher mit: einem hohen Anteil an zusätzlichen psychischen und körperlichen Störungen wie Depressionen oder Ängsten, massiven Beeinträchtigungen im beruflichen, familiären und sozialen Umfeld und dem Mischkonsum unterschiedlicher Substanzen (Alkohol, Nikotin, Psychopharmaka).

Zusätzliche Probleme entstehen oft durch die Beschaffungskriminalität und das erhöhte Infektionsrisiko (HIV, Hepatitis) bei intravenöser Anwendung.

Eine Entzugsbehandlung bei Opiatabhängigkeit bedarf enger ärztlicher Begleitung und in aller Regel einer individuell angepassten medikamentösen Therapie. Wir führen diese Behandlung jedoch nicht mit Polamidon oder Methadon durch, auch erfolgt in unserer Klinik keine Einstellung auf ein entsprechendes Substitut. Diesbezüglich verweisen wir auf die entsprechend spezialisierten Substitutionspraxen und Ambulanzen.

Sollten Sie eine Opiatabhängigkeit aufgrund eines langjährigen, oder übermäßigen Gebrauchs opiathaltiger Schmerzmittel entwickelt haben (z.B. Codein, Tilidin, Oxycodon, Fentanyl, Tramadol) und wünschen Sie einen Entzug davon, können Sie sich ebenfalls gerne an uns wenden. Wir beraten Sie bezüglich der Möglichkeiten unter Berücksichtigung der Erkrankung, die zu der Abhängigkeit von opiathaltigen Schmerzmitteln geführt hat.

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Benzodiazepine

Das Abhängigkeitspotenzial von Benzodiazepinen ist sehr hoch – sowohl physisch als auch psychisch. Das liegt daran, dass bei diesen Wirkstoffen eine schnelle körperliche Gewöhnung eintritt. Benzodiazepin-Abhängige entwickeln rasch das Gefühl, ihr Leben und ihren Alltag ohne das Mittel nicht mehr bewältigen zu können. Wer unter massiven Angst- und Panikattacken leidet, entwickelt in vielen Fällen eine Angst vor der Angst und unternimmt bereits im Vorfeld alles dafür, damit eine solche Attacke gar nicht erst entsteht. Die Einnahme eines Benzodiazepins und die damit verbundenen Risiken erscheinen daher im Vergleich zu einem Panikanfall vielfach als das kleinere Übel.
Besonders häufig von Medikamentenmissbrauch betroffen sind folgende Benzodiazepine: Bromazepam (z.B. Lexotanil), Diazepam (z.B. Valium), Lorazepam (z.B. Tavor), Alprazolam (z.B. Tafil).

Eine Benzodiazepin-Abhängigkeit kann im Grunde jeden treffen, der den Wirkstoff zu lange oder in zu hohen Dosen einnimmt. Ein erhöhtes Risiko besitzen alleinstehende und ältere Menschen, bei denen vielfach die Regulation und Prüfung von außen fehlt. Auch Personen, die bereits auf eine Suchtbiografie mit Alkohol oder illegalen Drogen zurückblicken, sind besonders gefährdet.

Die Höhe der Dosis ist nicht entscheidend für die Entwicklung einer Benzodiazepinabhängigkeit. So ist die mit Abstand am meisten verbreitete Abhängigkeit die sogenannte Niederdosisabhängigkeit (low-dose-dependency).

Beim einem Benzodiazepinentzug stellen sich oft starke Entzugserscheinungen ein, die Wochen bis Monate dauern können. Sie beinhalten beispielsweise Unruhe, Ängste, Panikattacken, oder Schlafstörungen, aber auch körperliche Symptome Schweißausbrüche, oder Schmerzen, also all die Symptome, gegen die die Substanz ursprünglich einmal eingenommen wurde.

Wenn Sie von Benzodiazepinen entziehen möchten, dann sollte dieses stationär geschehen, da die Substanz langsam reduziert und ggf. durch eine nicht-süchtig machende Substanz überbrückend ersetzt wird. Parallel finden psychotherapeutische Interventionen statt, um die Gründe für den Konsum herauszufinden, diese zu bearbeiten und damit Rückfälle zu vermeiden.

Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie eine Entzugsbehandlung von Benzodiazepinen durchführen möchten!

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Doppeldiagnose

Eine Besonderheit unserer Klinik ist die Behandlung von Patienten/innen mit Doppeldiagnosen. Darunter versteht man das gleichzeitige Auftreten von Suchterkrankungen mit anderen psychiatrischen Erkrankungen. Beides bedingt sich oft gegenseitig, und nur wenn man sowohl die Suchterkrankung als auch die psychische Erkrankung behandelt, kann dauerhafte Besserung erzielt werden.

Unsere Ärzte/innen und Psychologen/innen sind besonders ausgebildet, Doppeldiagnosen zu erkennen und zu behandeln.


Frauen und Sucht

Frauen sind nicht nur fast genauso häufig von einer Abhängigkeitserkrankung betroffen wie Männer – sie werden vor allem anders abhängig. Dies betrifft die Art der Sucht, den Verlauf sowie deren Ursachen. Häufig greifen Frauen zu Alkohol oder Schlaf- und Beruhigungstabletten, weil sie hoffen, so die Anforderungen des Alltag, z.B. mit Berufstätigkeit und Familie, aber auch das Alleinsein, oder häusliche Gewalt, leichter bewältigen zu können.

Trinken Männer beispielsweise häufig in Gesellschaft – mit Kollegen, Freunden oder im Verein – tun Frauen dies eher alleine und heimlich. Alkoholkonsum ist bei Frauen viel stärker stigmatisiert und schambehaftet als bei Männern. Weil Frauen heimlich trinken, fällt ihre Suchterkrankung auch häufig erst später auf. Die regelmäßigen Gläser Wein zum Entspannen bleiben meist zu lange unbemerkt. Aus diesem Grunde nehmen Frauen auch oft erst Hilfsangebote in Anspruch, wenn sie bereits körperliche Symptome einer Abhängigkeit entwickelt haben. Häufig kommen auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angsterkrankungen hinzu. Zur Linderung der Symptome wird dann wieder Alkohol getrunken. Ein Teufelskreis, der immer tiefer in die Abhängigkeit führt.

Noch gravierendere Folgen entstehen, wenn eine Frau regelmäßig viel trinkt und schwanger ist. Denn schon der Konsum von kleinen Mengen Alkohol schadet dem Kind – von der Befruchtung bis über die Geburt hinaus. Im schlimmsten Fall können schwere körperliche oder geistige Beeinträchtigungen beim Kind die Folge sein.


Bei der Medikamentenabhängigkeit sind die Frauen in der Überzahl

Betrachtet man alle Abhängigkeitserkrankungen insgesamt, sind etwa ein Drittel der Abhängigen Frauen. Im Hinblick auf Arzneimittel - hier insbesondere Schlaf- und Beruhigungsmittel –  sind sie jedoch deutlich in der Überzahl:  Rund 70 Prozent aller Medikamentenabhängigen sind Frauen. Insbesondere in den mittleren Lebensjahren steigt der Medikamentengebrauch bei beiden Geschlechtern an. Schlaf- und Beruhigungsmittel werden Frauen jedoch mehr als doppelt so häufig von ihrem Arzt verschrieben wie es bei Männern der Fall ist. Ein Grund könnte sein, dass Frauen häufiger zum Arzt gehen und sich schneller jemandem mit ihren Problemen anvertrauen.

Wir bieten eine spezielle Beratung für Frauen an, deren Alkohol-, Tabletten-, oder Drogenkonsum ein Problem darstellt, oder außer Kontrolle geraten ist.

Anmeldungen können über das Zentrum für seelische Frauengesundheit  erfolgen


Ihre Suchtmedizin im Klinikum Spandau

Unsere Tagesklinik

Patientinnen und Patienten Suchterkrankungen erhalten Sie ein hier suchtbezogenes multimodales Therapieprogramm.

Weitere Informationen

Department für Seelische Gesundheit

Unserer Klinik ist Teil des Departments für Seelische Gesundheit am Klinikum Spandau.

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