Untersuchungen & Vorsorge

Der Schwangerschaftstest ist positiv. Unabhängig davon, ob die Schwangerschaft lange Zeit erwünscht war und die Botschaft große Glücksgefühle auslöst oder ein solches Ergebnis unerwartet und überraschend kommt, führt einer der ersten Wege zum behandelnden Frauenarzt.

Dieser führt in einer ersten Vorsorge einige Grunduntersuchungen durch, die einen Überblick über die Gesundheit der Mutter sowie mögliche Risikofaktoren geben. Zusätzlich legt Ihr Arzt einen Mutterpass für Sie an, den Sie ab der 9. Schwangerschaftswoche immer bei sich tragen sollten. Im Mutterpass werden in den folgenden Wochen und Monaten alle wichtigen Informationen zu Ihrer eigenen Gesundheit und dem Verlauf der Schwangerschaft vermerkt. Auch finden sich hier die Ergebnisse der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Insgesamt werden im Verlauf der Schwangerschaft standardmäßig zehn Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt durchgeführt. Während der ersten Monate bis zur 34. Schwangerschaftswoche finden diese alle vier Wochen statt, zum Ende der Schwangerschaft bis hin zur Entbindung alle 7 Tage. Neben der regelmäßigen regulären Vorsorge können Sie zusätzliche Untersuchungen in Anspruch nehmen. In den meisten Fällen werden diese individuellen Gesundheitsleistungen selbst gezahlt, werden aber in bestimmten Fällen, etwa bei Risikoschwangerschaften, auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Durch vorgeburtliche Untersuchungen, auch Pränataldiagnostik genannt, können Fehlentwicklungen und Erkrankungen bei Mutter und Kind frühzeitig erkannt werden. So sind bereits vor der Geburt entsprechende Behandlungen möglich.

Reguläre Vorsorgeuntersuchungen

Gewicht

Ihr Gewicht lässt Rückschlüsse auf die Entwicklung und Versorgung des Babys sowie mögliche Krankheiten wie z. B. Schwangerschaftsdiabetes zu. Das Gewicht verändert sich im ersten Trimester meist nur wenig, nimmt dann im zweiten um rund 300 Gramm wöchentlich und im letzten Schwangerschaftsdrittel sogar um rund 500 Gramm pro Woche zu.

Blutdruck

Zu niedriger oder zu hoher Blutdruck stellen eine Gefahr für das Kind im Mutterleib dar. Zu niedriger Blutdruck (unter 100/60) kann eine Unterversorgung des Babys nach sich ziehen, da die Gebärmutter nicht ausreichend durchblutet wird. Zu hoher Blutdruck (über 140/90) kann ein Hinweis auf eine späte Schwangerschaftsvergiftung sein.

Blutwerte

Das Blut einer werdenden Mutter wird regulär auf verschiedene Krankheitserreger wie Syphilis, Röteln oder Hepatitis B untersucht. Insbesondere die Rötelninfektion kann schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen des Ungeborenen nach sich ziehen. Weiterhin wird der Hämoglobinwert gemessen. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff, der den Sauerstoff im Blut transportiert. Um Hämoglobin zu produzieren, benötigt der Körper Eisen. Sinkt der Wert auf unter 12,0 Mikromol pro Liter, sollte mit speziellen Eisenpräparaten dafür gesorgt werden, die Sauerstoffversorgung des Babys zu sichern. Zu Beginn der Schwangerschaft werden zudem die Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt.

Urinuntersuchung

Im Rahmen der Urinprobe wird getestet, ob Eiweiß, Zucker oder Bakterien im Urin vorhanden sind. Längerfristig erhöhte Eiweißwerte können zusammen mit einem hohen Blutdruck Indiz für eine späte Schwangerschaftsvergiftung darstellen, Zucker weist möglicherweise auf einen Schwangerschaftsdiabetes hin, und Nitrit oder Blut können Anzeichen für eine Harnwegsinfektion oder Nierenerkrankung sein. Entsprechende Befunde müssen genauer kontrolliert werden.

Vaginale Untersuchung

Diese regelmäßige Untersuchung ist wichtig, um Frühgeburten auszuschließen. Der Arzt kontrolliert die Länge des Gebärmutterhalses, den Verschluss des Muttermundes und achtet auf mögliche Infektionen.

Wachstum der Gebärmutter

Der sogenannte Fundusstand gibt Auskunft über die Größe der Gebärmutter. Der obere Gebärmutterrand wird von außen ertastet. Als Maßeinheit verwendet der Arzt die Anzahl der Querfinger (QF). Der Abstand wird entweder zum Schambein (S), zum Nabel (N oder Nb) oder zum Rippenbogen (R oder Rb) gemessen. Der Eintrag N/3 bedeutet beispielsweise drei Querfinger unter dem Nabel.

Ultraschalluntersuchung

Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf findet in jedem Trimester ein Ultraschall statt, der von den Krankenkassen übernommen wird. Der erste Ultraschall erfolgt meist vaginal, die anderen beiden durch die Bauchdecke von außen. Er gibt Aufschluss über den genauen Zeitpunkt der Schwangerschaft, die Entwicklung und Körperfunktionen des Babys sowie seine Herztätigkeit. Ihr Arzt kann außerdem das Wachstum der Gebärmutter und des Mutterkuchens kontrollieren.

Individuelle Gesundheitsleistungen

Zusätzlicher Ultraschall

Auch zwischen den vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen haben Sie die Möglichkeit, Ihr Baby im Bauch zu beobachten. Dazu können Sie bei Ihrem Frauenarzt spezielle Termine vereinbaren. Viele Frauen nehmen auch einen 3D-Ultraschall in Anspruch, um dreidimensionale Bilder des Ungeborenen zu erhalten. Häufig kann der Arzt die Bilder oder bewegte Aufnahmen auf eine CD brennen, um diese Erinnerung an die Schwangerschaft dauerhaft festzuhalten. Zwischen der 12. und 16. Schwangerschaftswoche ist das Baby noch vollständig zu sehen, später ist es so groß geworden, dass der Ultraschall nur noch einzelne Körperteile, z. B. das Gesicht, erfassen kann.

Bluttest

In zusätzlichen Blutuntersuchungen kann Ihr Blut auf bestimmte Infektionen oder Erreger, z. B. Toxoplasmose, Zytomegalie oder Ringelröteln, untersucht werden. Diese können für Erkrankungen oder Schädigungen des Kindes verantwortlich sein.

Glukosetoleranztest

Der Zuckerbelastungstest kann schnell zeigen, ob bei der werdenden Mutter eine Zuckerkrankheit vorliegt. Zunächst wird der Zuckerwert im Blut auf nüchternen Magen bestimmt. Vor der Untersuchung sollten Sie also etwa zehn Stunden nichts mehr essen. Dann bekommen Sie eine Zuckerlösung zu trinken, und es werden nach einer und zwei Stunden weitere Blutproben entnommen. Der Arzt vergleicht die Blutproben, um festzustellen, wie Ihr Körper Zucker verarbeitet. Der Test wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Ersttrimester-Screening

Das Ersttrimester-Screening hilft, Hinweiszeichen auf Chromosomenstörungen wie z. B. die Chromosomenanomalie Trisomie 21 des Babys zu erhalten. Dazu wird die Nackentransparenzfaltenmessung zwischen der 11+0 und 13+6 Schwangerschaftswoche durchgeführt, die Flüssigkeitsansammlungen im Nackengewebe des Babys darstellt. Eine vergrößerte Nackenfalte erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenanomalie oder eines Herzfehlers. Darüber hinaus kann das Blut der Schwangeren auf spezielle Werte hin kontrolliert und das Risiko für die wichtigsten Chromosomenstörungen bestimmt werden. Bei auffälligen Werten oder einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für genetische Defekte, kann eine Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie durchgeführt werden.

Amniozentese

Bei dieser Fruchtwasseruntersuchung werden mit einer dünnen Nadel durch die Bauchdecke etwa 10 bis 20 Milliliter Fruchtwasser entnommen. Auf diesem Weg können kindliche Zellen gewonnen werden, die im Labor genauer auf Krankheiten, Fehlentwicklungen oder Gendefekte hin untersucht werden können. Da diese Untersuchung in 0,5% zu einer Fehlgeburt führen kann, wird diese meist nur bei einem erhöhten Risiko durchgeführt.

Chorionzottenbiopsie

Im Rahmen dieser Untersuchung werden Gewebebestandteile der Plazenta entnommen, die in der Regel genetisch identisch mit denen des heranwachsenden Babys sind. Die Zellen werden meist über eine dünne Nadel durch die Bauchdecke gewonnen. Die Chorionzottenbiopsie lässt Rückschlüsse auf mögliche genetische Besonderheiten oder Erkrankungen zu und wird in der Regel früher als die Amniozentese um die 11+0 Schwangerschaftswoche durchgeführt. In speziellen Fällen kann auch über eine Nabelschnurpunktion kindliches Blut für besondere Untersuchungen gewonnen werden.

Zweittrimester-Screening

Das Zweittrimester-Screening findet zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche statt und dient in der Regel der Feindiagnostik der kindlichen Organe. Mithilfe eines hochauflösenden Ultraschalls können das zeitgerechte kindliche Wachstum, Fehlbildungen der Organe und Extremitäten erkannt bzw. ausgeschlossen werden. Zusätzlich können über eine Dopplersonografie die Blutströme zwischen mütterlichem und kindlichem Blutkreislauf gemessen werden, um festzustellen, ob das Baby ausreichend versorgt wird.

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