Die Schwangerschaft - Fragen und Antworten

Die Nachricht von der Schwangerschaft der Partnerin ruft bei werdenden Vätern widersprüchliche Gefühle hervor: Einerseits sind Freude und Stolz sehr groß, andererseits treten aber auch Sorgen und Ängste vor dem neuen Lebensabschnitt auf. Schließlich bedeutet vor allem die Geburt des ersten Kindes für die künftigen Eltern eine große Veränderung. Gerade in den ersten Wochen der Schwangerschaft ist es deshalb wichtig, seine Gefühle und Bedenken gegenüber der Partnerin zu äußern und diese nicht in den Hintergrund treten zu lassen oder zu verschweigen. Positive Gefühle sollten genauso wie Unsicherheiten besprochen werden. Äußern Sie auch, wenn Sie noch Zeit benötigen, um sich zunächst selbst über die neue Situation klarzuwerden. Ein gegenseitig offener Austausch über die aufkommenden Gedanken kann Missverständnisse verhindern und zeigt das Interesse, sich mit der Schwangerschaft auseinanderzusetzen.

Eine häufige Sorge werdender Väter ist die Verantwortung, als Alleinverdiener dauerhaft für die finanzielle Sicherheit der Familie sorgen zu müssen. Machen Sie sich bewusst, dass es verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung gibt: Kindergeld, steuerliche Freibeträge und Elterngeld sind hilfreiche Stützen für die Zeit nach der Geburt. Informieren Sie sich am besten frühzeitig über staatliche Zuschüsse und Rahmenbedingungen. Reden Sie mit Ihrer Partnerin ebenfalls darüber, welche Arbeitsteilung künftig geplant ist oder ob Sie als Vater auch in Elternzeit gehen möchten. Informieren Sie sich am besten möglichst früh über solche Aspekte, und reden Sie gegebenenfalls mit Ihrem Arbeitgeber. Klarheit über die künftige finanzielle Situation kann bereits sehr beruhigend wirken.

Für jede Frau stellt die Schwangerschaft einen ganz besonderen Lebensabschnitt dar. Glück, Spannung, Vorfreude, aber auch Sorgen über die Gesundheit des Ungeborenen, die Zukunft oder körperliche Veränderungen prägen die Gefühlswelt werdender Mütter. Zeigen Sie Verständnis für Ihre Partnerin, und geben Sie ihr das Gefühl, dass sie etwas Einzigartiges vollbringt – schließlich wächst in ihr ein neues Leben heran. Vielleicht hilft es Ihnen, Bücher oder Artikel zu lesen, die Sie auf Ihre neue Vaterrolle vorbereiten. Auch wenn das Baby nicht in Ihrem Bauch heranwächst, können Sie die Schwangerschaft aktiv miterleben. Begleiten Sie die werdende Mutter, wenn es möglich ist, zu Vorsorgeuntersuchungen und Geburtsvorbereitungskursen, und sprechen Sie mit ihr über die Geburt und Ihre Rolle im Kreißsaal. Viele Frauen empfinden gerade das letzte Schwangerschaftsdrittel als sehr anstrengend, da sie in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt sind. Achten Sie daher darauf, Ihrer Partnerin möglichst viele Tätigkeiten abzunehmen, und verwöhnen Sie sie mit einer wohltuenden Massage oder einem romantischen Abendessen. Und wenn die klassische Heißhungerattacke zuschlägt, machen Sie ihr bestimmt eine große Freude, wenn Sie auch spät am Abend noch einmal losfahren, um ihr Lieblingseis an der Tankstelle zu kaufen.

Grundsätzlich spricht während eines normalen Schwangerschaftsverlaufs nichts dagegen, auch weiterhin Sex zu haben, zumal in diesen Monaten keine Verhütung notwendig ist. Gerade während der ersten Wochen (im ersten Drittel der Schwangerschaft) kann es jedoch vorkommen, dass Ihre Partnerin aufgrund der hormonellen Veränderungen, die sie durchlebt, keine Lust auf Sex hat. Auch können die anfangs häufiger auftretenden Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Müdigkeit die Lust auf körperliche Nähe hemmen. Das kann sich im Verlauf der Schwangerschaft ändern. Bedenken, das Ungeborene dabei zu verletzten, sind weitgehend unbegründet, ebenso die Angst, durch den Geschlechtsverkehr das Risiko einer Frühgeburt zu erhöhen. Im Fall einer Risikoschwangerschaft oder wenn es frühzeitige Wehen oder Blutungen gab, sollten Sie jedoch vorsichtig sein und vorher mit einem Arzt sprechen, ob der vorläufige Verzicht auf Sex möglicherweise sicherer wäre.

Ob Sie Ihre Partnerin zu den Untersuchungsterminen begleiten, hängt natürlich von Ihrer gemeinsam getroffenen Entscheidung ab. Manche Frauen empfinden es als unangenehm, ihren Partner bei den Untersuchungen dabei zu haben, aber auch einige Männer fühlen sich beim Betreten einer gynäkologischen Praxis unwohl. In anderen Fällen begleiten werdende Väter die Partnerin zu jeder einzelnen Untersuchung, um mehr von der Schwangerschaft zu erleben oder den Ärzten Fragen zu stellen. Gerade die erste Ultraschalluntersuchung und der erste Blick auf das Ungeborene können besonders spannend sein. Ein Tipp: Bitten Sie Ihre Partnerin darum, sehr frühe oder späte Termine beim Arzt zu verabreden, um auch an Arbeitstagen bei der Untersuchung dabei sein zu können.

Es ist sicherlich immer sinnvoll, an Geburtsvorbereitungskursen teilzunehmen. Hier erfahren Sie nicht nur mehr über den späteren Ablauf der Geburt und wie Sie Ihre Partnerin dabei unterstützen können, sondern treffen zusätzlich Gleichgesinnte, mit denen Sie sich austauschen können und sollten. Achten Sie bereits bei der Kursauswahl darauf, ob es spezielle Termine nur für werdende Väter gibt bzw. ob und wie häufig Sie Ihre Partnerin bei den Vorbereitungskursen begleiten können.

Wenn es so weit ist und sich Ihr Familienzuwachs endlich auf den Weg macht, wollen Sie Ihrer Partnerin sicherlich zur Seite stehen. Da sich Babys nicht nach Arbeitszeiten richten, sollten Sie schon im Vorfeld Absprachen mit dem Arbeitgeber treffen, inwieweit Sie kurzfristig freinehmen können. Denken Sie daran: Nur 4 bis 5 Prozent aller Kinder kommen am errechneten Geburtstermin auf die Welt – daher ist in den Tagen und vielleicht sogar Wochen rund um den Geburtstermin möglichst viel Flexibilität gefordert. Versuchen Sie zudem, den Großteil Ihres Jahresurlaubs auf die Zeit nach der Geburt zu legen, denn die ersten Wochen mit dem Neugeborenen sind etwas ganz Besonderes. Für Sie und vor allem Ihre Partnerin war die Geburt zudem wahrscheinlich sehr anstrengend, und Erholung steht jetzt im Mittelpunkt. Wenn Sie zu Beginn des neuen Familienalltags an der Seite Ihrer Partnerin sind, tut das Ihnen beiden sicherlich gut.

Am wichtigsten ist es, sich Zeit zu nehmen, um sich aktiv mit der Schwangerschaft der Partnerin und der künftigen Situation zu beschäftigen. Informieren Sie sich mithilfe von Büchern, im Internet oder bei Freunden, die bereits ein Kind haben, was es noch zu organisieren gibt. Bereiten Sie sich auf die Zeit mit Ihrem Baby vor, indem Sie beispielsweise das künftige Zimmer einrichten und frühzeitig die nötigen Kinderartikel besorgen. Auch bürokratische Wege, für die nach der Geburt nur noch wenig Zeit bleibt, können schon im Vorfeld erledigt werden: Sollten Sie nicht verheiratet sein, ist es empfehlenswert, die Vaterschaft schon vor der Geburt über eine Urkunde, z. B. beim Standesamt oder Notar, offiziell anzuerkennen. Während Ihre Partnerin die Entwicklung des Kindes im Bauch unmittelbar mitbekommt, sollten Sie bewusst regelmäßig Kontakt zu Ihrem Baby aufnehmen, mit ihm reden oder über den Bauch der Mutter streicheln und so eine Verbindung herstellen.

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