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24.10.2017

Wo beginnt häusliche Gewalt? – neuer Schwerpunkt für Betroffene am Vivantes Humboldt-Klinikum

Häusliche Gewalt ist weit verbreitet und hat viele Gesichter und Ursachen. Wenn sie nicht zu körperlichen Symptomen führt, bleibt sie oft unerkannt. Damit Betroffene ohne Umwege eine Anlaufstelle und ein Hilfsangebot finden, haben das Department für Seelische Gesundheit und das Zentrum für Seelische Frauengesundheit am Vivantes Humboldt-Klinikum nun die Zusammenarbeit mit der „Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen“ (BIG e.V.) und der Polizei vertieft und einen eigenen Schwerpunkt geschaffen.

Oftmals empfinden Opfer von häuslicher Gewalt ihre Situation als ausweglos, weil sie von einem zunächst geliebten Menschen ausgeht, zu dem ein Abhängigkeitsverhältnis besteht. Die Gewalt wird nicht zwangsläufig durch physischen oder sexuellen Missbrauch ausgeübt, es kommt mitunter zu psychischen Übergriffen wie Demütigungen, Beleidigungen, Einschüchterungen oder der permanenten Kontrolle des Partners.

Das kann bei den Opfern zu ständiger Angst führen, zu Panikattacken oder Schlafproblemen. Da sich diese Symptome auch anderen psychischen Belastungen zuordnen lassen, werden sie häufig falsch gedeutet, sodass die Betroffenen nicht den Weg in eine psychiatrische Klinik finden.

Prof. Dr. Stephanie Krüger, Chefärztin des Zentrums für seelische Frauengesundheit: „Bisher erfuhren wir oft erst über Frauenhäuser oder andere „Umwege“ von Opfern häuslicher Gewalt. Mir ist es wichtig, ein niedrigschwelliges Angebot und kurze Wege zu schaffen. Unser Ziel ist es, auch über Fortbildungen für die Erscheinungsformen von häuslicher Gewalt zu sensibilisieren und schnellere Hilfe zu ermöglichen.“

Psychische und sexuelle Abhängigkeiten müssen im Laufe der Behandlung aufgedeckt werden, damit die Betroffenen sich wehren können und ihnen Auswege aufgezeigt werden.

Prof. Dr. Peter Bräunig, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik: Die Opfer psychologisch und psychiatrisch zu betreuen und dabei auch die Beziehungsstrukturen und den sozialen Kontext zu berücksichtigen sind die ersten Schritte. Gewaltprävention und –behandlung schließen alle Beteiligten ein: Opfer, indirekt Beteiligte und auch die Täter. Deshalb bauen wir auch für die Verursacher eine entsprechende Risikoambulanz auf.“

Kontakt: Zentrum für seelische Frauengesundheit: 030-130 122464

http://www.big-hotline.de/

www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/gewalt/artikel.125028.php


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