Unterstüztende Maßnahmen

Einleitung der Geburt

Bei gesundheitliche Risiken

Die Geburt Ihres Babys beginnt gewöhnlich erst dann, wenn die Geburtswehen regelmäßig auftreten und die Muskelkontraktionen der Gebärmutter dazu beitragen, dass das Kind aus dem Geburtskanal herausgepresst wird. Dies ist ein ganz natürlicher Prozess, der durch die vermehrte Ausschüttung des Hormons Oxytocin angeregt wird. Ist dieser Vorgang gestört und die Wehen setzen nicht selbstständig ein, kann es notwendig sein, die Geburt künstlich einzuleiten. Die Einleitung der Geburt ist vor allem dann notwendig, wenn das längere Hinauszögern gesundheitliche Risiken für die schwangere Frau und ihr Baby bedeutet, beispielsweise aufgrund einer Erkrankung von Mutter oder Kind.

Ein erhöhtes Risiko besteht zudem, wenn das Baby mehr als eine Woche (40+7 Schwangerschaftswochen) nach dem errechneten Termin noch nicht auf der Welt ist, denn ab der 42. Schwangerschaftswoche erhöht sich die Gefahr, dass das Kind im Bauch der Mutter nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Eine Geburtseinleitung wird ebenfalls vorgenommen, wenn die Fruchtblase vorzeitig geplatzt ist und die Wehen auch 12 Stunden später noch nicht von allein eingesetzt haben. Würde sich die Geburt weiter hinauszögern, besteht die Gefahr einer Infektion. Im Fall einer Risikoschwangerschaft oder bei Anzeichen einer Präeklampsie kann eine Einleitung der Geburt auch schon vor dem eigentlichen Geburtstermin notwendig sein.

Je nach Zeitpunkt der Schwangerschaft und Reife des Muttermunds gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Wehen und damit die Geburt künstlich einzuleiten. Dies sind die häufigsten:

Möglichkeiten der Geburtseinleitung

Cytotec

Diese Tabletten können zur Geburtseinleitung bei unreifem Muttermund eingesetzt werden und gehören z. B. in den angloamerikanischen Ländern, aber auch in Österreich und der Schweiz zu den Standardverfahren. Das Präparat kommt eigentlich aus der Magentherapie, jedoch wurde in diesem Zusammenhang der Effekt der Einleitung von Wehen festgestellt. Auch in Deutschland ist diese Methode etabliert. Da das Medikament für diesen Indikationsbereich jedoch keine Zulassung besitzt, muss die Schwangere für diese Methode der Geburtseinleitung schriftlich ihr Einverständnis erklären.


Oxytocin-Infusion

Diese Möglichkeit ist heute eine Standardmethode, um die Geburt in einer späten Schwangerschaftswoche einzuleiten, wenn der Muttermund bereits gereift ist, also weich wird und für die Geburt bereit ist. Über einen Tropf wird der werdenden Mutter das wehenauslösende Hormon Oxytocin verabreicht und die Geburt innerhalb weniger Stunden ausgelöst. Häufig wird der Schwangeren für diese Form der Geburtseinleitung zuvor eine PDA gelegt, da die hervorgerufenen Wehenschmerzen sehr stark sein können.


Prostaglandin

Ist der Muttermund der Schwangeren noch nicht vollständig ausgereift und noch etwas fest, eine Geburtseinleitung aus medizinischen Gründen jedoch notwendig, wird häufig das Hormon Prostaglandin eingesetzt. Es kann als Gel (auch mehrmals) in die Scheide eingeführt werden oder gelangt ähnlich wie Oxytocin über eine Tropfinfusion ins Blut – der Muttermund wird weich und beginnt, sich zu öffnen.


Eipolablösung

Anders als bei den zuvor beschriebenen Methoden wird die Geburt bei der Eipolablösung nicht durch die medikamentöse Gabe von Hormonen stimuliert, sondern es wird auf die natürliche Regulierung des Körpers eingewirkt: Die Fruchtblase wird von der Hebamme vorsichtig vom Gebärmutterhals getrennt. Der Körper reagiert darauf mit der Ausschüttung von Prostaglandinen, und die Wehen werden in der Regel innerhalb von zwei Tagen ausgelöst.


Öffnung der Fruchtblase (Blasensprengung)

Ist der Muttermund bereits reif, kann die Fruchtblase vorsichtig geöffnet werden. Dieser Eingriff löst genau wie die Eipolablösung die Ausschüttung von Prostaglandinen aus: Die Wehen beginnen nach wenigen Stunden, und die Geburt kann beginnen.


Schwangerschaft und Geburt bei Vivantes