Risiken und Komplikationen

Schwangerschaft in höherem Alter

Immer mehr späte Schwangerschaften

Späte Schwangerschaften nehmen in Deutschland statistisch gesehen zu. Viele Frauen und Paare nehmen sich heute mehr Zeit bis zur Familienplanung, und Beruf und Karriere stehen zunächst an erster Stelle. Eine Schwangerschaft in höherem Alter hat viele positive Aspekte: Die Partnerschaft ist meist gefestigt und die finanzielle Situation relativ stabil.

Erhöhtes gesundheitliches Risiko für Mutter und Kind

Gleichzeitig bedeutet eine späte Schwangerschaft aber immer auch ein erhöhtes gesundheitliches Risiko für Mutter und Kind. Frauen, die mit über 35 Jahren das erste Mal schwanger werden bzw. in höherem Alter noch ein weiteres Kind bekommen, werden deshalb grundsätzlich als risikoschwanger eingestuft. Wie bei jeder Risikoschwangerschaft kann die Schwangerschaft dennoch vollkommen normal verlaufen. Grund zur Beunruhigung besteht also nicht, es ist jedoch etwas mehr Aufmerksamkeit nötig.

Die Einstufung als Risikoschwangerschaft ist dadurch begründet, dass die Häufigkeit bestimmter Störungen in der Schwangerschaft höher ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass die werdende Mutter Blutdruckprobleme bekommt oder an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt, ist bei älteren Frauen größer, zudem kommt es häufiger zu einer späten Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie). Insbesondere aber steigt mit zunehmendem Alter der werdenden Mutter auch die Wahrscheinlichkeit einer genetisch bedingten Fehlbildung beim Kind, z. B. dem Downsyndrom.

Tusätzliche Vorsorgeuntersuchungen

Das Vorliegen von Erkrankungen und Fehlbildungen kann im Schwangerschaftsverlauf durch zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen festgestellt werden. Durch das sogenannte Erst-Trimester-Screening (Nackenfaltenmessung zwischen der 11+0 und 13+6 Schwangerschaftswoche) kann in Kombination mit einer Blutuntersuchung eine Risikoberechnung in Hinblick auf kindliche Störungen vorgenommen werden. Eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) nach der 16. Schwangerschaftswoche oder eine Gewebeuntersuchung des Mutterkuchens (Chorionzottenbiopsie) können Aufschluss über genetische Defekte des Kindes geben und werden im Fall einer altersbedingten Risikoschwangerschaft von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die Geburt bei einer späten Schwangerschaft

Auf die Geburt kann eine späte Schwangerschaft unterschiedliche Auswirkungen haben. Hat eine ältere Frau bereits ein Kind bekommen, kann die Geburt vergleichsweise schnell verlaufen. Die gesammelten Erfahrungen nehmen einen Großteil der eigenen Anspannung und Aufregung bei der Geburt. Erstgebärende sind hier oft verkrampfter und haben Angst vor der unbekannten Situation, die mit der Geburt auf sie zukommt. Tendenziell kann eine Spontangeburt mit zunehmendem Alter auch deshalb schwieriger werden, weil das gesamte Gewebe weniger elastisch ist. Es wird daher häufiger ein Kaiserschnitt durchgeführt.

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