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Psychische Erkrankungen

Essstörungen

Essstörungen: Mehr als Magersucht

Zu den Essstörungen zählen die Magersucht (Anorexis nervosa), die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) sowie in neueren Zeiten auch Störungen wie Adipositas oder die sogenannte Orthorexie (das zwanghafte Achten auf eine sehr gesunde Ernährung).

Essstörungen betreffen typischerweise das weibliche Geschlecht häufiger als das männliche Geschlecht. Insgesamt nimmt die Anorexie und die Bulimie nicht zu: von der Magersucht sollen zwischen 0,5 -1% der Bevölkerung von der Bulimie ca. 0,3 – 1 % betroffen sein. Typischerweise treten diese Erkrankungen im Jugendalter erstmals auf. Bei manchen Patienten wechselt das Symptombild, am Anfang steht eine Magersucht, die im späteren Lebensalter zur Bulimie wird.

Symptome von Esstörungen

Häufig fällt anfangs das veränderte Essverhalten innerhalb der Familie gar nicht auf. Betroffene beginnen schleichend weniger zu essen, zählen Kalorien, vermeiden Fetthaltiges und kalorienreiche Nahrungsmittel und starten exzessiv sportliche Tätigkeiten, um Kalorien zu verbrennen. Zwischen der Anorexie und der Bulimie besteht der große Unterschied in den sogenannten Essattacken, bei denen die Patientinnen extreme Kalorienmengen auf einen Schlag zu sich nehmen. Bei beiden Störungsbildern kann es zu Erbrechen kommen, welches man als "gegensteuernde Maßnahme" um die eingenommenen Kalorien wieder loszuwerden, bezeichnet.

Folgen von Esstörungen

Bei sowohl Magersucht als auch Ess-Brech-Sucht kann es zu schwerwiegenden körperlichen Folgen kommen, welche bei der Verschiebung des Elektrolythaushalts beginnen und bis hin zu Osteoporose, aber auch zu kardialen Folgen wie Perikarderguss (Erguss im Herzbeutel) oder Herzrhythmusstörungen reichen. Bei schwerem Erbrechen kann es zu Schäden an der Speiseröhre kommen. Gerade jugendlichen Patientinnen haben häufig keine Krankheitseinsicht, d. h. sie fühlen sich nicht krank und glauben, dass sie ihre Nahrungsaufnahme und ihr Gewicht unter Kontrolle haben, auch wenn sie objektiv und für die Familie in einem bedrohlichem Ernährungszustand sind. Oftmals sind Betroffene ungeachtet ihrer Erkrankung noch sehr leistungsfähig und gehen z. B. trotz extremen Untergewichts noch zur Schule.

Therapie und Behandlung

Die Therapie der Anorexia nervosa und der Bulimia nervosa findet, sofern keine stark körperlichen Einschränkungen bereits vorhanden sind, in erster Linie ambulant statt. Die Behandlung erfolgt multimodal, das heißt es werden sowohl verhaltenstherapeutische wie familientherapeutische Interventionen eingesetzt und die Patienten bedürfen der ärztlichen Überwachung (Gewichtsverlauf, Labor, etc.).

In schwereren Fällen und bei vergeblichen ambulanten Therapieversuchen ist eine stationäre Therapie angezeigt. Dabei wird auch darauf geachtet, dass die Patientinnen nicht zu schnell zunehmen, weil dies negative körperliche Folgen (sogenanntes Realimentierungssyndrom) haben könnte.

Die Anorexia nervosa und auch die Bulimia nervosa sind schwere Erkrankungen, die lebensbedrohlich werden können. Sie bedürfen deshalb einer intensiven und eher längerfristigen umfassenden Therapie.

Die Krise bewältigen

Eine Krise erkennen

Unter einer Krise wird der Verlust des seelischen Gleichgewichts verstanden. Der Mensch wird mit Lebensumständen konfrontiert, die er im Augenblick nicht bewältigen kann.

Informationen für Betroffene

Für Sie vor Ort

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