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Selbstbestimmter Umgang mit der Organspende

Organspenden helfen Leben retten

Wenn nahe Angehörige plötzlich versterben, ist es ganz natürlich, sich der Trauer zu überlassen. Doch wenn der Verstorbene vorher keinen Organspendeausweis ausgefüllt hat, müssen sich Angehörige in dieser tragischen Situation mit dieser Frage auseinandersetzen – eine zusätzliche Belastung.

Für Menschen „mitten im Leben“ ist es oft schwer, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Auch deshalb ist die Anzahl derjenigen, die einen Organspendepass bei sich tragen, in Deutschland niedrig. Dieser Trend ist besorgniserregend, könnten Organspenden doch vielen Menschen mit schweren Erkrankungen das Leben retten.

Wir setzen uns in den Klinikstationen und Operationssälen täglich für das Leben unserer Patientinnen und Patienten ein. Aber wenn wir in Einzelfällen medizinisch nichts mehr tun können, weil eine Krankheit zu fortgeschritten, oder Unfallfolgen zu schwerwiegend sind, stellt sich die Frage der Organspende. Dann wenden wir uns an die Deutsche Stiftung Organtransplantation, denn jede Spende kann Menschen auf der Warteliste helfen und damit andere Leben retten.

Leitende Oberärztin der Klinik für Anästhesie am Vivantes Klinikum Am UrbanDr. Leila Eckholt

Der Feststellung des Hirntods geht eine intensivmedizinische Phase voraus, die dem „geleiteten Gang über eine Brücke“ gleicht. Ein hoch spezialisiertes Team aus Ärztinnen bzw. Ärzten, Pflegenden und Mitarbeitenden aus weiteren medizinischen Fachdisziplinen war zunächst mit allen Kräften bestrebt, diesen Schwerkranken zu retten – gleichsam ihn über die „Brücke der Intensivmedizin“ vom „Ufer der Krankheit“ an das „Ufer der Gesundheit“ zu bringen. Es gibt aber Umstände, da hören Brücken mitten im Fluss auf, eine Brücke zu sein. Um Gewissheit über den Zustand zu erlangen, wird die Hirntod-Diagnostik durchgeführt.

Direktor der Klinik für Neurochirurgie im Vivantes Klinikum im FriedrichshainProf. Dr. Dag Moskopp

Gedanken zum Tag der Organspende: Jede*r könnte auf eine Organspende angewiesen sein

Mehr als 10.000 schwerkranke Patientinnen und Patienten warten in Deutschland auf eine Organtransplantation. Jedes Jahr sterben schätzungsweise etwa eintausend Menschen, weil sie kein lebensrettendes Organ erhalten haben. Man muss sich darüber bewusst sein, dass durch eine Organspende nicht nur das Leben eines anderen gerettet werden kann, sondern jeder – sogar mit größerer Wahrscheinlichkeit – selbst auf Hilfe durch eine Organtransplantation angewiesen sein könnte.

Wie läuft eine Organtransplantation ab?

Die Vivantes Kliniken gehören zu den sogenannte „Entnahmekrankenhäuser“, an jedem Standort gibt es – gesetzeskonform – mindestens einen Transplantationsbeauftragte*n. Sie arbeiten eng mit den Transplantationszentren der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zusammen, die die Organentnahmen koordinieren. Dorthin wird gemeldet, wenn man in den Kliniken den Hirntod einer Patientin oder eines Patienten festgestellt hat. Die qualifizierten Mitarbeiter*innen der DSO koordinieren die Organentnahme, wenn die Patientin oder der Patient selbst schriftlich im Voraus ihre/seine Zustimmung gegeben hat, oder die Angehörigen einverstanden sind und keine weiteren Erkrankungen gegen eine Transplantation sprechen, können Organe gespendet werden.

Wer kommt als Spender in Frage?

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Intensivstationen von Vivantes sind für das Thema Organspende sensibilisiert. Der irreversible Hirnfunktionsverlust wird – richtliniengemäß – von Neurochirurg*innen, Neurolog*innen, Neuropädiatern und Intensivmediziner*innen mit mehrjähriger Berufserfahrung festgestellt. Es gibt keine Altersgrenze, um seine Organe nach Feststellung des Hirntods zu spenden, nur die Funktionsfähigkeit der Organe spielt eine Rolle. Bestimmte Erkrankungen können eine Spende ausschließen. Dazu gehören eine HIV-Erkrankung, Tuberkulose, Sepsis, bestimmte nicht behandelbare Infektionen und manche Malignome.

Wann ist ein Mensch tot?

Im deutschen Recht ist der Begriff des Todes nicht definiert. Auch daher kommt eine der Unsicherheiten, wann dieser unumkehrbare Moment gekommen ist. Die Auseinandersetzung mit der Organspende berührt das eigene Todesverständnis, das Vertrauen in die Medizin sowie religiöse und ethische Überzeugungen. Das könnte ein Grund sein, aus dem vergleichsweise wenige Menschen den Organspendeausweis unterschreiben, obwohl Umfragen zufolge die meisten Befragten Organspenden positiv gegenüber stehen: Nach der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wären über 70% der Befragten bereit, nach ihrem Tod Organe zu spenden, aber nur 32% haben einen Organspendeausweis. 

Erst wenn alles medizinisch Mögliche getan wurde und das Leben eines Menschen dennoch nicht gerettet werden kann, stellen besonders spezialisierte Neurochirurg*innen, Neurolog*innen, Neuropädiater und andere erfahrene Intensivmediziner*innen den Hirntod fest, bei dem alle Hirnfunktionen vollständig, zweifelsfrei und unwiederbringlich erloschen sind.

Abgesehen davon ist die Entscheidung, im Todesfall einer Organentnahme zuzustimmen, sehr persönlich – es gibt kein Richtig oder Falsch. Aber auseinandersetzen sollte sich jeder mit der Frage. Nur so kann den eigenen persönlichen Wünschen im Ernstfall entsprochen werden. Die Entscheidung gibt Angehörigen, Ärzteschaft und Pflegenden die Gewissheit, im Sinne der Patientin oder des Patienten zu handeln.

Weitere Informationen:

Deutsche Stiftung Organtransplantationen  

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Was ist der Hirntod?

Transplantationsbeauftragte bei Vivantes

Prof. Dr. Dr. Alfred Holzgreve
Direktor Forschung & Lehre, Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH

Tel. 030 130 14 2900
Fax 030 130 14 2902
E-Mail alfred.holzgreve@vivantes.de

Prof. Dr. Dag Moskopp
Ärztlicher Direktor und Klinikdirektor Neurochirurgie am Vivantes Klinikum im Friedrichshain

Tel. 030 130 23 1760
Fax 030 130 23 2049
E-Mail dag.moskopp@vivantes.de

Kliniken der Vivantes Transplantationsbeauftragten

Klinikum Spandau

Für das Klinikum Spandau ist Dr. med. Christoph Griem von der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der Transplantationsbeauftragte.

Anästhesie im Klinikum Spandau

Klinikum im Friedrichshain

Für das Klinikum im Friedrichshain ist Dr. med. Marcel Corea der Transplantationsbeauftragte.

Anästhesie im Klinikum im Friedrichshain

Klinikum im Friedrichshain

Auch Dr. med. Christian Berhold ist Transplantationsbeauftragter im Klinikum.

Kardiologie im Klinikum im Friedrichshain

Auguste-Viktoria-Klinikum

Im Auguste-Viktoria-Klinikum ist Frau Dr. Kati Jordan Transplantationsbeauftragte.

Anästhesie im Auguste-Viktoria-Klinikum

Humboldt-Klinikum

Transplantationsbeauftragte des Humboldt-Klinikum ist Frau Dr. Dr. med. Josefa Lehmke.

Kardiologie im Humboldt-Klinikum

Klinikum Am Urban

Im Klinikum Am Urban ist Frau Dr. med. Leila Eckholt die Transplantationsbeauftragte.

Anästhesie im Klinikum Am Urban

Klinikum Neukölln

Dr. med. Robert Zacharias ist Transplantationsbeauftragter des Klinikum Neukölln.

Anästhesie am Klinikum Neukölln

Klinikum Neukölln

Auch Dr. med. Carl Philipp Rösch ist Transplantationsbeauftragter des Klinikum Neukölln.

Kardiologie im Klinikum Neukölln

Wenckenbach-Klinikum

Im Wenckenbach-Klinikum ist Oberarzt Christian Zähringer der Transplantationsbeauftragte.

Kardiologie im Wenckebach-Klinikum

Klinikum Kaulsdorf

Die Transplantationsbeauftragte im Klinikum Kaulsdorf ist Dr. Katrin Reinbacher.

Anästhesie im Klinikum Kaulsdorf