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Unbefristeter Streik

Informationen für Presse und Öffentlichkeit

Was bedeutet der Streik bei Vivantes für die Berliner Gesundheitsversorgung? Worum geht es bei den Gesprächen zur Entlastung der Pflege? Welches innovative Modellprojekt zur Entlastung hat Vivantes vergeschlagen? Was hat es mit den Forderungen zu Tariferhöhungen in den Tochtergesellschaften auf sich?

Fragen und Antworten zum Streik bei Vivantes

Was ist das bundesweit einzigartige Modellprojekt zur Entlastung, das Vivantes vorgeschlagen hat?

Vivantes möchte Belastungen in der Pflege in Zukunft gar nicht erst entstehen lassen. Der neue Vorschlag: In dem Modell würden nur so viele Patientinnen und Patienten behandelt, wie nach einem gemeinsam festgelegtem Personalschlüssel versorgt werden können (wie PpGUV und/oder PPR 2.0). Ziel des Modells ist es, die Versorgungsqualität zu verbessern und gleichzeitig eine Belastung von Pflegekräften von vornherein zu vermeiden.

Eine gesicherte Finanzierung, eine befristete Laufzeit zur Erprobung und eine unabhängige wissenschaftliche Begleitung sind u.a. Voraussetzungen, um das Pilotprojekt umsetzen zu können.

Mehr zum Modellprojekt zur Entlastung der Pflege hier

Vivantes ist sich mit ver.di darüber einig, dass es nachhaltige Veränderungen im Pflegebereich und im gesamten Gesundheitssystem geben muss. Hier sollte es auch mit ver.di und der Politik auf Landes- und Bundesebene Diskussionen geben.

 

Wie wirken sich die Streiks auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten aus?

Die Gewerkschaft ver.di streikt seit Donnerstag (09.09.2021) bei Vivantes. Die meisten Pflegekräfte nehmen nicht an dem Streik teil, dennoch hat der Streik erhebliche Auswirkungen auf die Patientenversorgung.

Wir sind bemüht, mögliche Einschränkungen für Patientinnen und Patienten zu vermeiden. Lebensbedrohliche Notfälle werden weiterhin versorgt.

 

Stand: 16.09.2021


Wie erfahren Patientinnen und Patienten, ob ihre OP verschoben wird?

Hunderte OPs müssen in den nächsten Tagen verschoben werden. Im konkreten Fall werden Betroffene so frühzeitig wie möglich von den behandelnden Kliniken und Einrichtungen informiert.

Lebensbedrohliche Notfälle werden weiterhin versorgt.

 

Stand: 16.09.2021


Wohin kann ich mich als Patientin oder Patient wenden, wenn ich nicht weiß, ob meine Behandlung aufgrund des Streiks verschoben wird?

Betroffene werden so frühzeitig wie möglich von den behandelnden Kliniken und Einrichtungen informiert, wenn ihre OP verschoben werden muss. Vivantes ist bemüht, mögliche Einschränkungen für unsere Patientinnen und Patienten zu vermeiden.

Telefonisch können Sie sich direkt an die behandelnde Klinik oder an das Vivantes Callcenter unter Tel. (030) 130 10 wenden. 

   

Können Patientinnen und Patienten in die Vivantes Rettungsstellen kommen?

Auch die Versorgung in den Vivantes Rettungsstellen wird durch den Streik eingeschränkt. Lebensbedrohliche Notfälle werden weiterhin versorgt.

Wer nicht lebensbedrohlich erkrankt ist, wird gebeten, die Vivantes Rettungsstellen während des Streiks nicht aufzusuchen, sondern sich an andere Stellen zu wenden:

- andere Rettungsstellen

- bei Lebensgefahr Tel. 112

- sonst: Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117

 

Stand: 16.09.2021


Wie lange dauert der Streik?

Die Streikmaßnahmen sind aktuell unbefristet.

 

Stand: 16.09.2021


Wie viele Stationen sind betroffen und wie viele Betten werden gesperrt?

Es sind alle Kliniken und Stationen betroffen. Aus vielen Bereichen streiken Kolleginnen und Kollegen oder Stationen haben zusätzliche Patientinnen und Patienten übernommen, denn einige Stationen werden wohl vorübergehend geschlossen. 30 Stationen und 3 Intensivmedizinische Bereiche werden vorübergehend nicht zur Verfügung stehen. Darunter sind auch Palliativstationen mit schwerstkranken Patientinnen und Patienten.

Vivantes geht davon aus, dass im Laufe der nächsten Tage bis zu rund 1.000 Betten gesperrt werden müssen - das wäre jedes sechste Bett. Insgesamt hat Vivantes rund 6.000 Betten.

 

Stand: 16.09.2021

 

Hat Vivantes Verständnis für die Streikenden?

Ja, Vivantes versteht die Kolleginnen und Kollegen, die sich für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und Entlastung einsetzen, denn dafür setzt sich Vivantes auch ein.

Um die Pflege zu entlasten, setzt Vivantes auf mehr Ausbildung, flexible Arbeitszeiten und verbesserte Arbeitsbedingungen.

Vivantes ist sich mit ver.di darüber einig, dass es nachhaltige Veränderungen im Pflegebereich und im gesamten Gesundheitssystem geben muss. Hierzu möchte Vivantes auch mit ver.di und der Politik auf Landes- und Bundesebene in  Diskussionen gehen.

   

Warum stellt Vivantes nicht mehr Pflegekräfte ein?

Vivantes würde gern mehr als 700 Pflegekräfte sofort einstellen, aber bundesweit gibt es zu wenige Fachkräfte, die zur Verfügung stehen.

Vivantes bildet schon jetzt selbst mehr als 1000 Pflegekräfte aus. Wir sind der größte Ausbildungsbetrieb im Gesundheitswesen in Berlin und wollen in Zukunft noch mehr Pflegekräfte ausbilden.

 

Warum zahlt Vivantes nicht die geforderten Tariferhöhungen in den Tochtergesellschaften?

Vivantes zahlt bisher in den Tochterunternehmen Branchentarife. Also verdient eine Reinigungs-, Logistik- oder Servicekraft so viel wie in der jeweiligen Branche üblich. In Einzelfällen verdienen Mitarbeitende mit „alten“ Verträgen jedoch mehr, denn sie wurden seinerzeit nach TVöD eingestellt.

Wenn Vivantes den TVöD anstelle der bislang geltenden Branchentarife zahlen würde, entstünden dem Unternehmen Mehrkosten in Höhe von rund 35 Mio. Euro jedes Jahr. Diese Kosten kann das Unternehmen nicht alleine tragen. Zudem würden einige dieser Dienstleistungen dann wahrscheinlich an Dritte vergeben werden müssen (Outsourcing).

   

Kontakt für Journalistinnen und Journalisten: Pressestelle

Vivantes Pressestelle

Die Pressestelle von Vivantes steht allen Medienvertreterinnen und Medienvertretern als zentraler Ansprechpartner bei sämtlichen Fragen zum Unternehmen, seinen Kliniken und Einrichtungen, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Angeboten zur Verfügung.

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