Veröffentlicht am 27. Februar 2015

Ärzte und Betroffene: Leberkrebsfrüherkennung kann Leben retten – Interdisziplinäres Symposium in Berlin

In neun von zehn Fällen entwickelt sich Leberkrebs auf dem Boden einer Leberzirrhose. Leberkranke sollten daher die Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen, die seit 2013 von den Fachgesellschaften empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt werden. Darauf machen Leberkrebs-Experten u.a. von Vivantes und Patientenvertreter auf 5. Interdisziplinären Symposium „Primäre Leberkarzinome“ am 28. Februar 2015 in Berlin aufmerksam. Das Symposium steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Krebsgesellschaft.

Die Überwachung mittels Ultraschall gilt als effektiv – beispielsweise wird in Südkorea dank sonografischer Früherkennung mehr als jede zweite Leberkrebserkrankung in frühem, beschwerdefreiem und damit gut behandelbarem Stadium festgestellt. Das bringt einen signifikanten Überlebensvorteil: Die 5-Jahresüberlebensrate liegt dann bei etwa 50 Prozent. Hierzulande liegt die Rate bei etwa 10 Prozent.

Das ist in die im Mai 2013 erstmals veröffentlichte S3-Leitlinie zum Leberkrebs eingeflossen, wie Prof. Dr. Nisar Malek, Ärztlicher Leiter der Klinik für Innere Medizin, an der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen, erläutert: „Die Leitlinie empfiehlt, dass Menschen mit Leberzirrhose (Schrumpfleber), unabhängig von der Ursache, regelmäßig eine Früherkennungsuntersuchung auf Leberkrebs angeboten werden sollte. Speziell bei chronischer Hepa­titis B-Infektion und nicht-alkoholischer Fettleberentzündung besteht auch ohne Zirrhose ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs. Daher wird auch hier generell Früherkennung empfohlen, und zwar alle sechs Monate.“ Malek war an Erstellung der Leitlinie im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie maßgeblich beteiligt. Das Leitlinienprogramm wurde 2008 von der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) ins Leben gerufen.

Prof. Dr. Hans Scherübl, wissenschaftlicher Leiter des Interdisziplinären Symposiums und Chefarzt der Gastroenterologie und Hepatologie am Vivantes Klinikum Am Urban in Berlin erklärt, wie wichtig Früherkennung von Leberkrebs ist: „Entwickelt sich Leberkrebs, ist eine Behandlung mit dem Ziel der Heilung über­haupt nur möglich, wenn er in einem frühen Stadium erkannt wird. Das kann also Leben retten! Die Leberkrebsfrüherkennung ist mit einer Ultraschalluntersuchung alle sechs Monate gut möglich – das ist völlig schmerzfrei für die Patienten. Die Untersuchung sollen Ärztinnen und Ärzte durchführen, die erfahren sind in der Ultraschall-Früherkennung von Leberkrebs und Leberzirrhose.“

Die Sprecherin der Patienten-Selbsthilfegruppe Frau Sabine von Wegerer verspricht sich von den Empfehlungen der Leitlinie bessere Therapiechancen für Leberkrebspatienten: „Bislang werden Leberkranke zu wenig und zu spät über die Vorsorgemöglichkeiten aufgeklärt. Ich kenne viele Betroffene, die keine regelmässigen Ultraschalluntersuchungen der Leber erhielten“.

Prof. Dr. Michael Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung weist auf den Leberkrebs-Früherkennungspass hin, den die Deutsche Leberstiftung sowohl Betroffenen als auch behandelnden Ärzten kostenfrei zur Verfügung stellt. Dieser Ausweis dokumentiert bereits wahrgenommene und künftige Vorsorgetermine.

Hintergrundinformationen zu Leberkrebs in Deutschland

Ca. 10 Prozent der Bevölkerung haben erhöhte Leberwerte. Viele Menschen wissen jedoch nicht, dass sie leberkrank sind oder sogar an einer Zirrhose leiden und damit nachweislich ein erhöhtes Risiko haben, an Leberkrebs zu erkranken. Nach An­gaben des Robert-Koch-Instituts erkranken pro Jahr etwa  8900 Menschen an Leberkrebs. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

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