Veröffentlicht am 05. August 2015

Charité und Vivantes kooperieren bei Gewebespenden

Die Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH und die Charité – Universitätsmedizin Berlin haben jetzt eine weitere Kooperation intensiviert: beide Unternehmen arbeiten eng im Bereich der Gewebetransplantation zusammen. Ziel der Kooperation ist es, Patienten in der Region schneller mit einer passenden Gewebespende zu versorgen.

Zu den Gewebespenden gehören Augenhornhäute, Herzklappen, Blutgefäße, Haut sowie Knochen, Sehnen und Bänder. Dabei machen die Hornhauttransplantate einen Großteil der Gewebespenden aus. Die Verpflanzung dieser hauchdünnen, äußeren Schicht des Auges ist mit jährlich über 100.000 Eingriffen weltweit eine sehr häufige Transplantation menschlichen Gewebes. Angewendet wird sie beispielsweise zur Therapie von schweren Erkrankungen der Hornhaut, die ohne Transplantation zu starken Beeinträchtigungen oder Blindheit führen würden.

In Berlin erhalten jährlich rund 500 Patientinnen und Patienten eine neue Hornhaut. Die Gewebebank von Charité und Vivantes kann pro Jahr ca. 400 Hornhäute vermitteln, einige davon werden in Augenkliniken im Land Brandenburg benötigt. Der Bedarf ist insgesamt in der Region aber etwa doppelt so hoch, d.h. viele Patienten müssen bisher mehrere Monate auf eine passende Hornhautspende warten.

Die Knochentransplantation ist mit etwa 50.000 Transplantationen pro Jahr allein in Deutschland noch häufiger und erfolgt insbesondere bei orthopädischen und unfallchirurgischen Operationen mit großen Knochendefekten.

Die Kooperation der landeseigenen Klinikunternehmen trägt zu einer deutlich verbesserten Versorgung der Berliner und Brandenburger Bevölkerung bei. Die Zusammenarbeit von Charité und Vivantes schließt die Spendergewinnung, Entnahme, Herstellung/Aufbereitung und Lagerung von Gewebetransplantaten ein und wird von speziellen Forschungsprojekten begleitet. Gewebe werden häufig nicht sofort transplantiert, sondern zunächst in speziellen Gewebebanken nach standardisierten Verfahren aufgearbeitet und konserviert.

Hintergrundinfo

Ähnlich wie bei der Organspende erklären sich Patienten dazu bereit, nach ihrem Ableben geeignetes Gewebe zu spenden. Diese Spenden werden dann in speziellen Gewebebanken aufgearbeitet und konserviert. Die Gewebebank ist ein hochspezifischer medizinischer Bereich der klaren gesetzlichen Regelungen, insbesondere des Transplantations- und des Arzneimittelgesetzes, unterliegt.

An der Charité gibt es eine der wenigen vollumfänglichen Gewebebanken in Deutschland mit universitärem Anschluss. Sie ist seit 1998 Mitglied der "European Association of Tissue Banks" und besitzt eine Vielzahl von Kooperationsvereinbarungen mit Krankenhäusern der Region. Es werden zahlreiche Gewebetransplantate entsprechend den Genehmigungen des Paul-Ehrlich-Insitutes und der Herstellungserlaubnis durch das LAGeSo Berlin bereitgestellt.

 

Kontakte:

Prof. Dr. Hermann Herbst; FRCPath

Direktor Vivantes Fachbereich Pathologie

Vivantes Klinikum Neukölln

Tel.: (030) 130 14 2680
hermann.herbst@vivantes.de

 

Prof. Dr. Axel Pruß

Institut für Transfusionsmedizin

Leiter der Gewebebank

Campus Charité Mitte

Tel.: +49 30 450 525 126

axel.pruss@charite.de

 

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