Veröffentlicht am 06. Juli 2021

Erstes Berliner Zentrum für Infektionsmedizin gegründet

Keine Chance für Keime - Vivantes stärkt Infektionskontrolle

Mit der Gründung des ersten Berliner Zentrums für Infektionsmedizin schafft Vivantes eine Einrichtung mit besonderer Expertise in der Bekämpfung von Nosokomialen Infektionen und multiresistenten Erregern. Für die wegweisende Verschränkung der Bereiche Infektiologie und Hygiene setzt Berlins kommunaler Krankenhauskonzern auch auf den Einsatz eines digitalen Hygieneportals.

Schon jetzt erkranken bundesweit jedes Jahr rund 500.000 Patient*innen an nosokomialen (im Krankenhaus erworbenen) Infektionen, davon etwa 30.000 mit resistenten Erregern, davon etliche auch in Krankenhäusern. Die Eindämmung und erfolgreiche Behandlung dieser Infektionen erfordert zunehmend spezielle Fachkenntnisse. Eine der Ursachen der zunehmenden Resistenzen liegt in der übermäßigen oder nicht zielgerichteten Anwendung von Antibiotika. Vivantes geht diese Herausforderungen aktiv an und stellt sich mit dem Zentrum für Infektiologie zukunftsweisend strategisch neu auf, um die Ausbreitung von resistenten Erregern wirksam zu bekämpfen.

Neue Wege in der Bekämpfung von resistenten Erregern

Dr. Johannes Danckert, Geschäftsführer Klinikmanagement bei Vivantes: „Mit dem neuen Zentrum für Infektionsmedizin und der engen Verknüpfung von Infektiologie und Hygiene gehen wir neue Wege in der Bekämpfung von resistenten Erregern. Wir wollen nicht nur eine Behandlungsqualität, die dem State of the Art entspricht, sondern wir wollen die Infektiologie als Ganzes weiterentwickeln. Wir schaffen damit fachlich einen Leuchtturm, der die Möglichkeit bietet, über unsere eigenen Kliniken hinaus zu wirken und damit in Zukunft für mehr Patientensicherheit in Berlin und darüber hinaus zu sorgen.“ 

Zentrale Aufgaben des Berliner Zentrums für Infektionsmedizin:

-    Infection Control: Monitoring und Infektionskontrolle u.a. mit Hilfe eines digitalen Hygieneportals
-    Antibiotic Stewardship: Analyse, Kontrolle und Beratung zum Einsatz von Antibiotika
-    Konsequentes Screening von Patienten auf multiresistente Erreger
-    Erstellung von Leitlinien und Hygieneplänen
-    Durchführung regelmäßiger Schulungen und Fortbildungen

Dr. Caroline Isner, Chefärztin am Auguste-Viktoria-Klinikum für Innere Medizin - Infektiologie und Leiterin des neuen Zentrums für Infektionsmedizin: „Mit der neuen Ausrichtung unserer Infektiologie stellen wir uns professionell auf die aktuellen und künftigen Herausforderungen im Umgang mit Infektionen ein. Das betrifft zunehmend das Thema Infection Control beim Auftreten multiresistenter Erreger. Es gilt, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen, Therapiemöglichkeiten zu erhalten und zu verbessern – ob in der Pandemie oder bei nosokomialen Infektionen. Wir werden aber auch unseren bisherigen Schwerpunkt in der stationären Versorgung von HIV-Patientinnen und -Patienten weiter betreiben. Aufgrund der Weiterentwicklung der HIV-Therapie in den vergangenen Jahrzehnten haben die Anforderungen sich verändert. Auch hier haben wir zeitgemäße Angebote für ein ganzheitliches Versorgungkonzept entwickelt.“

Hygiene stärken: Digitales Hygieneportal und zusätzliche Kompetenzen

Als Teil des neuen Zentrums wird auch die Hygiene bei Vivantes deutlich gestärkt und mit mehr Kompetenzen ausgestattet. Für eine bessere Surveillance von multiresistenten Erregern, nosokomialen Infektionen und postoperativen Wundinfektionen kommt unter anderem ein digitales Hygieneportal zum Einsatz. Daten zum Auftreten von Erregern werden hier standardisiert gesammelt, so dass Erregerhäufungen und Ausbrüche schneller erkannt werden. 

Maral Miller, kommissarische Leiterin des Institutes für Hygiene und Umweltmedizin bei Vivantes: „Neben der Erstellung von Hygieneplänen gehört auch die Schulung des Personals zu den zentralen Aufgaben des Hygieneinstitutes. Wir wollen das Bewusstsein fördern und die Kompetenzen stärken, und so letztlich dafür sorgen, dass bestehende und künftige Hygienevorgaben von allen Mitarbeitenden, aber auch von Patienten und Besuchern noch konsequenter umgesetzt werden. Dass die Hygiene in ihrer Bedeutung nachdrücklich aufgewertet wird, dient der Sicherheit von uns allen.“

Zentrale Funktionen des digitalen Hygieneportals:

•    EDV-Unterstützung von krankenhaushygienischen Prozessen mit Erreger- und Patientenbezug
•    Optimierte Surveillance multiresistenter Erreger, nosokomialer Infektionen und postoperativer Wundinfektionen
•    Patientenübergreifende Abfrage mikrobiologischer Befunde
•    Erkennung von Erregerhäufungen
•    Standardisierte Übertragung von Surveillancedaten an Systeme des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance von nosokomialen Infektionen

Antibiotic Stewardship: Vivantes setzt Antibiotika-Resistenzstrategie um

Ziel des Antibiotic Stewardship, einer zentralen Aufgabe des Zentrums für Infektiologie, ist es, den Verbrauch von Antibiotika zu monitoren und einen unsachgemäßen Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. Vivantes orientiert sich dabei an der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) und den Forderungen der World Health Organisation (WHO).
 

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