Veröffentlicht am 15. August 2019

Machbarkeitsstudie: Mikro-Computer misst Blutdruck direkt im Herzen

Erste Implantation in Berlin am Vivantes Klinikum Am Urban

Ein erbsengroßer Mikro-Computer, der bei chronisch herzschwachen Menschen direkt im Herzen den Blutdruck messen soll, wurde Mittwoch zum ersten Mal in Berlin implantiert. Die Kardiologie des Vivantes Klinikum Am Urban ist eine von weltweit zwölf klinischen Einrichtungen, die sich an dieser frühen Phase der klinischen Forschung beteiligt.

Es handelt sich um die ersten klinischen Versuche, den Blutdruck im linken Vorhof des Herzen bei Patientinnen und Patienten mit einer neuartigen Technologie in einer Machbarkeitsstudie messen zu können. Der Berliner Patient ist weltweit der siebte Mensch, dem das batterielose Gerät eingesetzt wird.

Implantiert hat den Mikro-Computer in Berlin Prof. Dr. med. Hüseyin Ince, Leiter des Departments Kardiologie Mitte-Ost bei Vivantes und Leiter der Kardiologie der Universitätsmedizin Rostock: Wir freuen uns sehr, eines der zwölf Krankenhäuser weltweit zu sein, das im Rahmen einer Pilotstudie wissenschaftliche Daten zu dieser neuartigenTechnologie erheben darf, die zukünftig eine frühzeitige personalisierte Therapie der chronischen Herzschwäche ermöglichen könnte.“

Die Hoffnung: Zukünftig könnten mit diesen Werten chronisch Herzschwache besser behandelt werden – und zwar frühzeitig, bevor sie in einem akut kritischen Zustand  in einer Klinik aufgenommen werden müssten. Denn die Werte werden täglich online an die Klinik übermittelt, wodurch Veränderungen des Drucks im linken Vorhof  früher auffallen, bevor der Patient es selbst bemerkt und gegebenenfalls frühzeitig die Therapie optimiert werden kann.

Oren Goldstein, CEO und Co-Founder von Vectorious: Wir sind der Meinung, dass der Mikro-Computer Menschen, die unter Herzerkrankungen leiden, die Kontrolle über ihre Krankheit und damit über ihr Leben zurückgeben kann. Der minimal-invasive Eingriff zur Implantation des Gerätes erfolgt mit geringem Risiko und ist in weniger als einer Stunde abgeschlossen. Die vom Gerät gelieferten Daten werden mittels künstlicher Intelligenz analysiert und ausgewertet, um so den Ärzten die Informationen zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen. Das Ziel ist, frühzeitig zu intervenieren, wichtige Ereignisse zu erkennen und den Patienten helfen, medikamentös korrekt eingestellt zu bleiben.

Hintergrundinformationen: Was ist Herzinsuffizienz?

Herzinsuffizienz bedeutet, dass das Herz nicht so effektiv Blut durch den Körper pumpt, wie es sollte. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, die sich mit der Zeit häufig verschlimmert. Sie gilt als unheilbar, mit der Behandlung und einigen Änderungen des Lebensstils können Betroffene jedoch eine sehr gute Lebensqualität beibehalten. Sie kann in jedem Alter auftreten, ist aber vor allem bei älteren Menschen verbreitet.

Herzinsuffizienz bedeutet einen geschwächten Blutfluss aufgrund der eingeschränkten Fähigkeit des Herzens, Blut zu pumpen. Das kann zu Staudruck in der Lunge führen, was zu einer verringerten Sauerstoffversorgung des Gewebes führt. Atembeschwerden und Müdigkeit sind oft die Folge.

In schwerwiegenden Fällen kann es zu Lungenödemen kommen, bei welchen sich die Lunge mit Flüssigkeit füllt. Eine kontinuierliche Überwachung der Druckverhältnisse ermöglicht Ärzten frühzeitig und minimal-invasiv einzugreifen und einer Verschlechterung entgegenzuwirken.

Häufigkeit der Herzinsuffizienz in Deutschland

In Deutschland sind laut Deutscher Herzstiftung ca. 2 bis 3 Mio. Menschen von einer Herzschwäche betroffen. 2015 wurden in Deutschland 444.632 Menschen wegen einer Herzschwäche in ein Krankenhaus eingeliefert. 2014 sind in Deutschland 44.551 Menschen an einer Herzschwäche gestorben.*

Warnzeichen der chronischen Herzschwäche

Atemnot bei Belastung, Abnahme der Leistungsfähigkeit etwa beim Treppensteigen, Schwellungen an Knöcheln, Unterschenkeln durch Wassereinlagerung können Alarmzeichen sein, Betroffene sollten zum Arzt gehen.*

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*Quelle: https://www.herzstiftung.de/pdf/daten-und-fakten-herzwochen-2017.pdf