Veröffentlicht am 11. August 2020

Muttermilch für die Kleinsten

Klinikkooperation für „Muttermilchbank“

Im Zuge der engen Zusammenarbeit zwischen Charité und Vivantes kooperieren die beiden Kliniken ab sofort bei der Versorgung von Frühgeborenen mit gespendeter Muttermilch. Seit 25 Jahren betreibt die Neonatologie der Charité am Campus Virchow Klinikum eine „Frauenmilchbank“. Diese kommt nun auch kranken oder unreifen Neugeborenen von Müttern bei Vivantes zugute, die zu wenig oder keine Milch produzieren.

Ab sofort erhalten Frühchen bei Vivantes, die bei der Geburt weniger als 1500 Gramm wiegen und/ oder weniger als 32 Schwangerschaftswochen zur Reifung im Bauch waren und von ihrer Mutter nicht gestillt werden können, gespendete Frauenmilch, sofern die Eltern damit einverstanden sind.

Dr. Fenja Dejas, Oberärztin des Perinaltalzentrums Level 1 im Vivantes Klinikum Neukölln: „Die Ernährung von Säuglingen mit Muttermilch beugt lebensbedrohlichen Darmerkrankungen (nekrotisierende Enterokolitis) vor und kann schwerwiegende Infektionen verhindern. Diese sind für unreife Frühgeborene und erkrankte Säuglinge besonders gefährlich. Ich freue mich daher sehr, dass wir den Familien ab sofort dieses Angebot machen können.“  

Dr. Karl-Ulrich Schunck, Oberarzt des Perinatalzentrums Level 1 im Vivantes Klinikum im Friedrichshain: „Statistisch gesehen verkürzen sich durch die Ernährung mit Muttermilch Klinikaufenthalte und die geistige Entwicklung der Kinder wird positiv beeinflusst. Oft aber haben die Mütter anfangs - und manchmal auch langfristig - nicht ausreichend eigene Milch. Bisher mussten wir deshalb industriell gefertigte Milch verwenden. Unser Ziel ist es, perspektivisch alle Frühchen ausschließlich mit Frauenmilch zu füttern.“ 

Bisher wurde die mit Kohlenhydraten und Proteinen angereicherte Muttermilch in sogenannten Milchküchen der Geburtsmedizinen bereitgestellt. Dort wird auch die abgepumpte Milch der Mütter gelagert (und angereichert), die gerade in der Klinik entbunden wurden. Durch die Kooperation von Charité und Vivantes ist sichergestellt, dass ausreichend Milch zur Verfügung steht.  

„In der Charité ist es mit Hilfe der Frauenmilchbank gelungen, alle kleinen Frühgeborenen ausschließlich mit menschlicher Milch zu ernähren – die gespendete Frauenmilch ist dabei oft nur eine Überbrückung, bis die Mutter des Frühgeborenen selbst genug Milch hat. Häufig sind es dann später diese Mütter, die sehr viel mehr Milch abgepumpt und eingefroren haben, als ihr eigenes Kind benötigt, und die dann wiederum zu Spenderinnen werden“, sagt Dr. Monika Berns von der Klink für Neonatologie der Charité und Ärztliche Leiterin der Frauenmilchbank am Campus Virchow-Klinikum

Alle Spenderinnen von Muttermilch werden in gleicher Weise wie Blutspenderinnen untersucht, um Infektionserkrankungen auszuschließen. Die gespendete Milch wird darüber hinaus grundsätzlich pasteurisiert, bevor sie an die Frühgeborenen gegeben wird.

Hintergründe:

Ansprechpartner*innen des Projekts sind die Oberärzt*innen Dr. Fenja Dejas und Dr. Alexander Höche im Vivantes Klinikum Neukölln und Dr. Karl-Ulrich Schunck am Vivantes Klinikum im Friedrichshain. Mehr als 33 Babys werden bei Vivantes jeden Tag im Durchschnitt geboren – und damit über 11.500 Geburten im letzten Jahr in den sechs Vivantes Geburtskliniken. Diese Kliniken verfügen über 29 Kreißsäle und elf Vorwehenzimmer. In den Perinatalzentren kommen die meisten Kinder zur Welt.

Vivantes Perinatalzentrum Klinikum im Friedrichshain

Vivantes Perinatalzentrum Klinikum Neukölln

Charité Klinik für Neonatologie

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